A40: Freigabe nach Großbrand zwei Wochen früher

Bochum. Die Autobahn Westfalen gibt bereits am Mittwoch, 17. November, um 5 Uhr die A40 zwischen dem Kreuz Bochum-West und Bochum-Zentrum sowie die Anschlussstelle Bochum-Hamme wieder für den Verkehr frei – knapp zwei Wochen früher als ursprünglich geplant. Dies gab sie am 15.11. auf einer Pressekonferenz auf dem noch gesperrten Autobahn-Teilstück bekannt.

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Nach einem Großbrand in einem Reifenlager musste hier eine elf Meter hohe Stützwand auf einer Länge von zwanzig Metern neu errichtet werden. „Wir haben vom ersten Tag an mit Hochdruck daran gearbeitet, die Reparaturarbeiten so schnell wie möglich auszuführen. Diese Strategie ist aufgegangen“, freut sich Kathrin Heffe, Leiterin der Außenstelle Bochum der Autobahn Westfalen. „Zusätzlich haben wir die Vollsperrung genutzt, um ohnehin vorgesehene Arbeiten auf der A40 auszuführen.“

Am 24. August hatte ein Großbrand in einem Reifenlager in Bochum eine Betonstützwand, die an dieser Stelle die Autobahn trägt, stark geschädigt. Konsequenz: Die Wand war nicht mehr standsicher.   Zwischen Kreuz Bochum-West und Bochum Zentrum musste die A40 darum in Richtung Dortmund voll gesperrt werden. Noch am Tag des Brandes beauftragte die Autobahn Westfalen einen Gutachter, nicht nur die Tragfähigkeit der Wand zu ermitteln, sondern auch ein Konzept zur Sanierung zu erarbeiten. Schon am Folgetag konnte so ein Unternehmen damit beginnen, eine Vorsatzwand zu bauen, die nun die Funktion des vom Feuer beschädigten Bauwerks übernimmt. In den darauffolgenden 82 Tagen wurden unter anderem diese Arbeiten durchgeführt:

  • Mit Hilfe eines Roboters wurde die beschädigte Wand mit Wasser abgestrahlt. So konnten lose Betonstücke entfernt werden, um die Schäden in ihrer Tiefe zu erkennen und einen tragfähigen Grund für die neue Stützwand zu erhalten. Der Robotereinsatz war notwendig, um mögliche Gesundheitsgefahren für die Arbeitskräfte an der Brandstelle durch kontaminierten Staub auszuschließen. Materialreste wurden ebenso wie das eingesetzte Wasser entsprechend entsorgt.
  • Der Sockel der beschädigten Stützwand wurde freigelegt und anschließend verlängert, um der Doppel-Wand die nötige Standsicherheit zu geben. Auf 220 Quadratmeter der alten Stützwand wurden anschließend 1800 Löcher gebohrt, um dort Stahlanker einzukleben, die die alte und neue Wand miteinander verzahnen.
  • Um die Festigkeit des Betons zu erhöhen, ist eine so genannte Bewehrung notwendig. Für diese Stahlgeflechte wurden im Bereich des Fundamentes der Stützwand 20 Tonnen Stahl und für die Wand selbst noch einmal 30 Tonnen Stahl verbaut. 
  • Ein so genanntes Schalgerüst, das von überdimensionalen Stahlwinkeln gehalten wurde, bildete gemeinsam mit der alten Wand die Form für die neue Stützwand. In diese Form flossen schließlich 200 Kubikmeter Beton. Nach dem Aushärten übernimmt nun die Vorsatzwand die Stützfunktion für den Autobahndamm. Um die Dimensionen der Arbeit deutlich zu machen: Die Stützwinkel der Schalung müssen beim Einfüllen des frischen Betons eine Kraft von 32 Tonnen abfangen. Das entspricht dem Zug von mehr als einem Dutzend Pkw.

Gleichzeitig nutzte die Autobahn Westfalen die Vollsperrung in Richtung Dortmund, um oben auf der Autobahn die Beton-Trennwände zwischen den Fahrbahnen zu erneuern. „Diese Arbeiten waren eigentlich später geplant“, so Melanie Nölke, Geschäftsbereichsleiterin Bau in der Außenstelle Bochum der Autobahn Westfalen. „Wir haben sie jetzt vorgezogen, um die Verkehrsteilnehmer nicht im Nachgang der Vollsperrung noch einmal mit einer Baustelle zu belasten.“ Auch notwendige Unterhaltungsarbeiten wie Grünschnitt oder die Reinigung der Gullys wurden durch die Autobahnmeisterei erledigt. Ein beim Brand beschädigtes Fernmeldekabel, das die Funktion der Notrufsäulen sicherstellt und auch für die Verkehrssteuerung und Verkehrszählung genutzt wird, hat die Autobahn Westfalen ebenfalls ersetzt.  Lediglich die Lärmschutzwand konnte an der Brandstelle noch nicht wieder aufgebaut werden. „Diese Wand können wir aber ohne große Behinderung zu einem späteren Zeitpunkt einbauen“, so Nölke. Bis diese Wand steht, muss der Geh- und Radweg oberhalb der Stützwand gesperrt bleiben.

Weitere Informationen sowie Fotomaterial zu den Arbeiten finden Sie hier: Erneuerung der A40-Stützwand bei Bochum nach Großbrand | Projekt | Die Autobahn GmbH des Bundes

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga[at]autobahn[dot]de

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