A43: Verstärkung für die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal kommt vom Schiff aus

Es geht voran an der beschädigten A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal: Mithilfe eines Ponton-Schiffs werden Zugstäbe eingebaut, welche das Bauwerk für den Neubau verstärken sollen.

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Recklinghausen. Die Autobahn Westfalen verstärkt die beschädigte Brücke über den Rhein-Herne-Kanal als Vorbereitung für den geplanten Neubau. Keine einfache Aufgabe, denn die Verstärkung muss von unten – also vom Kanal her – montiert werden, was nun in der Zeit von Mittwoch (7.12.) bis Freitag (9.12.) erfolgt. Dafür kommen Ponton-Schiffe zum Einsatz, welche die Teile an die korrekte Position bringen.

Der Neubau der Brücke ist notwendig, weil dort im April 2021 ein Schaden entdeckt wurde. Seitdem ist sie für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen gesperrt. Eine Schrankenanlage an den Kreuzen Herne und Recklinghausen kontrolliert seitdem das Gewicht der Fahrzeuge. Erst wenn die erste Brückenhälfte neu gebaut ist, kann auch der Schwerlastverkehr wieder über die A43 bei Herne fahren.

Die Verstärkung der Brücke mit einer sogenannten Unterspannung sorgt dafür, dass der Verkehr während des Neubaus mit allen vier Fahrstreifen auf einer Brückenhälfte fahren kann. „Grundsätzlich funktioniert das nur, weil der Verkehr ab 3,5 Tonnen mit Hilfe der Schrankenanlage bereits vor der Brücke umgeleitet wird“, erklärt Judith Beier-Tertel, Projektleiterin für die Verstärkung. „Ohne den Schwerlastverkehr wird die Brücke deutlich weniger belastet und kann mit der Verstärkung sogar den gesamten Restverkehr auf einer Hälfte aufnehmen.“

Wie ein riesiges Gummiband

Bei dieser Unterspannung werden acht sogenannte Zugstäbe, 25 Meter lange und 1,5 Tonnen schwere Stahlstangen, unter den Hauptträgern der Brücke angebracht. Diese wirken auf die Brücke wie ein riesiges Gummiband, ziehen das Bauwerk praktisch zusammen. Dadurch wird die Brücke, die derzeit zu weit nach unten durchgebogen ist, wieder nach oben gedrückt und auf diese Weise verstärkt.

Die Zugstäbe für die Verstärkung werden mit dem Ponton-Schiff über den Kanal eingeschwommen, hochgezogen und dann unter der Brücke montiert. Der Verkehr auf der Autobahn läuft währenddessen weiter, allerdings muss dafür der Rhein-Herne-Kanal für den Schiffsverkehr gesperrt werden. Danach beurteilen Fachexperten noch einmal die Tragfähigkeit der Brücke mit Messungen. Dafür wird die A43 am Wochenende von Freitag (9.12.) ab 21 Uhr bis Montag (12.12.) um 5 Uhr gesperrt. Erst danach darf der Verkehr mit vier Fahrspuren auf eine Brückenhälfte gelegt werden. Sollten Nachjustierungen nötig sein, wird die A43 zudem in der Nacht von Dienstag (13.12.) auf Mittwoch (14.12.) ein weiteres Mal voll gesperrt.

Weitere Arbeiten werden mit erledigt

Die Vollsperrung wird im Anschluss zudem genutzt, um den Verkehr zunächst vollständig auf die Fahrtrichtung Münster umzulegen, auch wenn diese Brückenhälfte zuerst abgerissen werden soll. Denn zusätzlich zur Verstärkung unter der Brücke wird auf der Fahrtrichtung Wuppertal hochfester Beton eingebaut, was die Tragfähigkeit der Brücke erhöht. „Ab Mitte Dezember geht es damit los, die Vorbereitungen laufen bereits. Unter anderem ist jetzt schon neben der Autobahn ein mobiles Betonmischwerk aufgebaut. Deswegen muss der Verkehr zunächst auf der Fahrtrichtung Münster bleiben“, erklärt Beier-Tertel. „Nach diesen Arbeiten ist die Fahrtrichtung Wuppertal dann gut vorbereitet, um für die Dauer des Neubaus der Fahrtrichtung Münster den Verkehr zu tragen.“

Die Autobahn Westfalen nutzt die Zeit der Sperrung zudem für weitere Arbeiten: In einer Verbindung im Kreuz Herne müssen Bäume gefällt werden, dazu wird die Schrankenanlage bei Herne gewartet. „Das geht wegen der engen Situation vor Ort nur unter Vollsperrung“, so Beier-Tertel. Dazu kommen weitere kleine Arbeiten, die ebenfalls nur unter Vollsperrung möglich sind.

Kontakt Autobahn: Anton Kurenbach, (0234) 41479-662, anton.kurenbach[at]autobahn[dot]de

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