A45: Neue Quartiere für Fledermäuse an der Talbrücke Rahmede

Fledermäuse an der gesperrten Talbrücke Rahmede können den nächsten Winter in neuen Quartieren verbringen. Neben großen Ersatzquartieren – als Pfeilerersatz werden optisch ansprechend gestaltete Betontürme errichtet – hat die Schreinerei des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) im Auftrag der Autobahn Westfalen mit dem Bau von speziellen Kästen begonnen, die im Umfeld der gesperrten Brücke aufgestellt werden, um zusätzlich das Quartierangebot zu vergrößern.

Tischler-Azubi Leon Galeske arbeitet in der STL-Werkstatt an den Fledermauskästen. Foto: Autobahn Westfalen/Guido Raith
Tischler-Azubi Leon Galeske arbeitet in der STL-Werkstatt an den Fledermauskästen. Foto: Autobahn Westfalen/Guido Raith

Lüdenscheid. „Wir sind froh, dass der STL uns bei diesem Projekt so kurzfristig unterstützt“, sagt Simon Söhnchen, als Landespfleger bei der Autobahn Westfalen für die Umweltbelange im Zusammenhang mit dem Brückenneubau zuständig.

Dass zahlreiche Fledermausarten im Rahmedetal und auch in der Brücke überwintern, ist schon mit den Kartierungen aus den Jahren 2016-2019 deutlich geworden. Auf diese Daten aufbauend sind nun weitere Untersuchungen durchgeführt und Umsiedlungskonzepte entwickelt worden. „Alle Maßnahmen werden mit den zuständigen Behörden und auch den ehrenamtlichen Naturschutzverbänden abgestimmt“, setzt Söhnchen auf eine enge Zusammenarbeit. „So können wir die besten Ergebnisse für den Artenschutz erreichen.“

In der städtischen Schreinerei haben sich die Mitarbeiter nach den vorgegebenen Bauplänen an die Arbeit gemacht. Wo sonst Reparaturarbeiten von Schulmöbeln und Holzspielgeräten städtischer Spielplätze oder auch der Bau von Möbelstücken anstehen, war nun der Einsatz für den Natur- und Artenschutz gefragt. „Um den Brückenbau voranzutreiben und hier schnell und unkompliziert eine maßgeschneiderte Lösung zu präsentieren, haben wir gerne geholfen“, so Andreas Fritz, der stellvertretende Werkleiter des STL, im Gespräch.

Für Landespfleger Simon Söhnchen ist es wichtig, dass die neuen Quartiere für die Fledermäuse von den Tieren angenommen werden. „Die Ersatzmaßnahmen müssen funktionsfähig sein, bevor wir mit der Sprengung und dem Neubau wesentlich in die Umwelt eingreifen“, erklärt er das Prinzip. Und mit Blick auf den wichtigen Arten- und Naturschutz richtet der Mitarbeiter der Autobahn Westfalen auch einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Respektieren Sie die Schutzräume und stören die Tiere in den neuen Lebensräumen nicht.“

Hintergrund:

  • Folgende Daten zum Fledermausbesatz liegen vor (Hochrechnung): 1.148 Zwergfledermäuse, 52 Braune Langohren Fledermäuse, 50 Große Abendsegler sowie Zweifarbfledermäuse (meist 1-3 Tiere)
  • Geplant sind sieben Fledermaustürmchen, zwei Fledermaustürme als Pfeilerersatz, 40 Winterquartierkästen, 40 Sommerquartierkästen sowie Öffnungen von alten Bergbaustollen

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga@autobahn.de

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