A45: Sprengung macht Platz für Neubau der Talbrücke Sterbecke

Die erfolgreiche Sprengung des ersten Teilbauwerks der Talbrücke Sterbecke macht Platz für den Neubau zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord. Die Talbrücke Sterbecke ist eine der 15 Brücken, die derzeit an der A45 neu errichtet werden.

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Schalksmühle. Die Talbrücke Sterbecke ist eine der 15 Brücken, die derzeit an der A45 neu errichtet werden. Sieben der insgesamt 60 Großbrücken zwischen Dortmund und Gießen sind bereits fertiggestellt. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH. „Ersatzneubau und Sanierung von Brücken haben bei der Autobahn Westfalen derzeit absolute Priorität.“

Am Pfingstsonntag (28.5.) gab Sprengmeister Michael Schneider um 11 Uhr das bekannte Signal „Drei, zwo, eins – Zündung“ und die 45 Meter hohe und 265 Meter lange Brückenhälfte ging in die Knie. Dabei knickten die vier Pfeiler unter dem Brückenüberbau so ein, dass die Fahrbahnplatte senkrecht nach unten fallen konnte. In den Wochen vor der Sprengung war unter der Brücke ein Fallbett errichtet worden, das den Absturz der Brücke dämpfte. Der Brückenüberbau wurde zudem geleichtert. Das heißt: Der Asphalt wurde abgefräst und Teile des Beton-Überbaus abgestemmt. 

Auch das Spreng-Team war bereits lange vor dem Sprengtag im Einsatz. Die Bohrlöcher in den Pfeilern wurden mit gut 13 Kilo Sprengstoff gefüllt. Die Brückenstützen wurden zudem mit so genannten Sprengmäulern versehen, die die Fallrichtung bestimmen. Hohe Priorität hat im Vorfeld einer Sprengung zudem das Thema Sicherheit. Zahlreiche Abstimmungstermine mit unterschiedlichen Behörden sowie Polizei und Feuerwehr sind notwendig. Mit dabei auch das Technische Hilfswerk, das regelmäßig bei Sprengungen die Absperrung des Sicherheitsradius übernimmt. „Diese Zusammenarbeit ist für uns sehr wertvoll, zumal die THWler aus der Region die Örtlichkeiten gut kennen“, bedankte sich Sauerwein-Braksiek.

Nach der Sprengung nahmen Bauwerksprüfer und Statiker das östliche Teilbauwerk in Augenschein, um sicherzustellen, dass diese Brücke keinen Schaden genommen hatte. Die Vollsperrung der A45 zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord wurde zudem genutzt, Asphaltarbeiten an der Strecke auszuführen.

In den kommenden Wochen wird nun das Baufeld für den Neubau frei gemacht. Das Abbruchmaterial wird getrennt und wiederverwertet. So wird beispielsweise Beton zu Schotter verarbeitet und auf anderen Baustellen genutzt.

Hintergrund:

  • Die Brücke wurde in den 1960er Jahren mit einer Verkehrsprognose geplant, die von 25.000 Fahrzeuge im Jahr 1980 ausging. Inzwischen ist die Belastung auf 64.000 Fahrzeuge angestiegen, davon 13.000 Lkw.
  • Das Bauwerk führt in bis zu 45 Metern Höhe über ein bewaldetes, unbewohntes Tal. Herausforderung für den Ersatzneubau sind die steilen Hänge mit bis zu 20 Prozent Steigung.
  • Die zunächst verbleibende östliche Brückenhälfte wurde für die Phase des Neubaus des ersten Teilbauwerkes verstärkt und mit einer neuen Asphaltdecke versehen.
  • Die Pfeiler der neuen Brücke werden massiv gebaut. Sie stehen auf flach gegründeten Fundamenten.
  • Der Überbau wird als Hohlkasten in Spannbeton gebaut. Für Wartungsarbeiten sind die Hohlkästen begehbar.

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga[at]autobahn[dot]de

 

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