A45: Talbrücke Rahmede erfolgreich gesprengt

Die A45-Talbrücke Rahmede ist am Sonntag (7.5.) erfolgreich gesprengt worden. Sprengmeister Michael Schneider aktivierte um Punkt 12 Uhr mittags mit den Worten „Drei, zwei, eins, Zündung“ die über 2.000 Sprengladungen und ließ so die fünf Pfeilerpaare der Brücke einstürzen.

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Lüdenscheid. Mit der Sprengung wurde für den Neubau ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer neuen Brücke erreicht.

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Die Sprengung ist ein wichtiges Signal für die ganze Region. Damit kommen wir dem Neubau einen weiteren großen Schritt näher. Der Baufortschritt ist nun für alle sichtbar. Wir haben in den vergangenen Monaten viel erreicht. Mit unserer Gesetzesänderung zum Lärmschutz ermöglichen wir, dass Aufwendungen für Schallschutz an der Umleitungsstrecke durch den Bund erstattet werden können. Das bedeutet mehr Lärmschutz für Lüdenscheid. Außerdem haben wir es nach intensiven Gesprächen mit Betroffenen, Kommunen und den Verbänden geschafft, dass kein formales Planfeststellungsverfahren durchlaufen werden muss, sondern dass wird auf kürzestem Weg zum Bau kommen können. Wir tun alles dafür, dass die Talbrücke Rahmede so schnell wie möglich neu gebaut wird und die wichtige Sauerlandlinie A 45 wieder durchgängig befahrbar wird.“

Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes: „Alle Beteiligten haben in den vergangenen Monaten mit großem Engagement den Neubau der Talbrücke Rahmede vorangetrieben. Technisch war diese Sprengung angesichts der anspruchsvollen Hanglage und der nahen Bebauung eine besondere Herausforderung. Nun geht es darum, das Baufeld für den Neubau vorzubereiten.“

Seit Oktober wurde an den steilen Hängen unterhalb der Talbrücke Rahmede ein Fallbett geschüttet. Eine echte Herausforderung, da schwere Maschinen im anspruchsvollen Gelände arbeiten mussten. Mehr als 100 000 Kubikmeter Erde wurden über die Autobahn angeliefert und in den beiden Hängen rechts und links der Altenaer Straße verteilt. In dem steil abfallenden Gelände wurden Terrassen eingebaut, auf denen zum Schluss eine Schicht lose geschütteter Schotter den Aufprall der Brücke gedämpft hat. Drei Wochen vor dem Sprengtermin war auch die Altenaer Straße gesperrt und überschüttet worden. „In dieses gemachte Bett hat sich die Brücke passgenau gelegt“, zog Sprengmeister Michael Schneider wenige Minuten nach der Sprengung eine erste Bilanz. Mit nur 150 Kilogramm Sprengstoff hatten Schneider und sein Team die Pfeiler an den entscheidenden Stellen so geschwächt, dass sie sich unter der Brücke wie ein Zollstock zusammenfalteten.

Aufwändig waren neben den technischen Vorbereitungen der Sprengung auch die konkreten Sicherungsmaßnahmen am Tag der Sprengung. So mussten gut 110 Sicherungsposten des Technischen Hilfswerks (THW) schon früh am Morgen die waldreichen und steilen Hänge rund um die Brücke absichern. „Wir mussten sicherstellen, dass sich niemand mehr im Sperrbezirk befindet“, betonte Michael Schneiderund lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Lüdenscheid, Feuerwehr, Polizei und den ehrenamtlichen Mitarbeitern des THW. Für die Menschen, die während der Sprengung ihre Häuser verlassen mussten, hatte die Evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede im Gemeindehaus einen Platz angeboten. Bei Kaffee und Waffeln konnten sie von dort aus das Ende der Brücke beobachten.

Nach der Sprengung ist vor dem Neubau: „Hauptaufgabe in den kommenden Wochen ist der Abtransport der alten Brücke, als erstes natürlich an der Altenaer Straße“, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes. Gut 9000 Tonnen Stahl und 8000 Tonnen Beton werden zunächst über die Hänge auf die gesperrte Autobahn transportiert und dort für das Recycling vorbereitet. „Während wir vor Ort das Baufeld freimachen, läuft parallel das Vergabeverfahren für den Neubau“, so die Niederlassungsdirektorin. Drei Bieter sind aufgefordert, eine Planung für einen möglichst schnellen Neubau vorzulegen. „Nach Abschluss des Vergabeverfahrens werden wir mit einem leistungsstarken und innovativen Partner aus der Wirtschaft mit dem Bau beginnen.“

Hintergrund:

  • Die Talbrücke Rahmede ist im Ganzen gesprengt worden. Ein Leichtern der Brücke, also ein schrittweiser Rückbau der Schutzeinrichtungen, des Brückenbelags etc. auf der Brücke, war nicht möglich, weil nach der Sperrung kein schweres Gerät die Brücke mehr befahren durfte.
  • 2.035 Bohrlöcher für 150 Kilogramm Sprengstoff, 1000 Meter Sprengschnur: An den entscheidenden Stellen wurde damit die Statik aus der Konstruktion genommen, damit die Brücke senkrecht abstürzen konnte.  
  • Prinzip „Kollaps-Sprengung“: Während des Falls biegt sich die Stahlkonstruktion durch und versagt planmäßig. Das heißt, der Überbau „schmiegt“ sich an das Gelände an.  
  • Zum Schutz der Gebäude im Umfeld wurden mit Sand und Wasser gefüllte See-Container aufgebaut. Fensterflächen wurden zusätzlich von außen verbaut.

 

Brückenfakten:

  • Die Talbrücke wurde zwischen 1965 und 1968 erbaut.
  • Die Brücke bestand aus einem einteiligen Überbau für die Fahrbahnen in Richtung Frankfurt und in Richtung Dortmund. Der Überbau war 31,25 Meter breit.
  • Das Bauwerk war 453 Meter lang und wurde von fünf mal zwei Stützen getragen. Die Pfeiler waren bis zu 70 Meter hoch.
  • Die Brücke wurde mit einer Verkehrsprognose geplant, die von 25 000 Fahrzeuge im Jahr 1980 ausging. Bis zur Sperrung war die Belastung auf etwa 64 000 Fahrzeuge angestiegen, darunter rund 13 000 Lkw.

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga[at]autobahn[dot]de

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