Region: Rheinland, … Status: In Umsetzung

Autobahn: A 524, … A524: Ausbau der B288 im Duisburger Süden zur Autobahn

Die Autobahn GmbH Rheinland, Außenstelle Essen, baut im Duisburger Süden die Bundesstraße B288 zur Autobahn aus. Zwischen Duisburg-Rahm und Duisburg-Serm wird auf einer Strecke von etwa drei Kilometern aus der Bundesstraße B288 die Autobahn A524.


Daten & Fakten

Projekt

Ausbau der B288 zur A524

Länge

3 Kilometer

Abschluss

2021


Projektbeschreibung

Die Autobahn GmbH Rheinland baut im Duisburger Süden die Bundesstraße 288 zur Autobahn aus. Zwischen Duisburg-Rahm und Duisburg-Serm wird auf einer Strecke von etwa drei Kilometern aus der Bundesstraße die Autobahn A524. Sie wird damit Teil der Ausbaustrecke zwischen Krefeld und dem Dreieck Breitscheid im Düsseldorfer Nord-Osten, wo die A524 auf die A52 trifft.

Durch den bereits fertiggestellten Teil der A524 und den Neubau des Autobahnkreuzes Duisburg-Süd wurde dieser Teil der Autobahn an die B8n angeschlossen und damit das nördliche Stadtgebiet von Düsseldorf und der Düsseldorfer Flughafen besser an das Straßennetz angebunden. Von dieser Direktverbindung profitieren besonders die Infrastruktur und die Anwohner im südlichen Duisburger Stadtgebiet.


Lärmschutz

Auf der drei Kilometer langen Ausbaustrecke entsteht auf zwei Kilometern neuer Lärmschutz. Die bis zu sieben Meter hohen Wände werden die Anlieger zukünftig spürbar entlasten.


Umweltschutz

Für den Ausbau der B288 zur A524 wurde die Entwässerung der Fahrbahnen komplett erneuert. Zwei Regenrückhaltebecken sind neu gebaut worden. Ein sogenannter „Leichtflüssigkeitsabscheider“ trennt dort Kraftstoffe und Öle vor der Klärung und Entwässerung. Außerdem wird der unter der Fahrbahn querende Angerbach verlegt und der Durchlass für Tiere neben dem Bach verbreitert.

Flächenausgleich

 

Die Duisburger Landstraße, die "alte B8", wird nach dem Ausbau der A524 auf die Breite eines Wirtschaftsweges reduziert. Damit wird unter anderem der durch den Autobahnausbau gestiegene Flächenverbrauch ausgeglichen.

Für den Umbau der B288 zur A524 wurden insgesamt 55.000 Quadratmeter Kompensationsflächen hergestellt. Auf diesen Flächen wurden Wiesen und Weiden angelegt, Bäume und Sträucher gepflanzt, bestehende Bestände aufgeforstet und Streuobstwiesen geschaffen. An diesen Orten wurden etwa 25.000 Sträucher und 100 Bäume neu gepflanzt.

Neben der neu gebauten Autobahn entstanden und entstehen auf 30 Hektar mit Bäumen und Sträuchern bepflanzte Flächen und Böschungen. Zudem wurden insgesamt 100 Hektar Grünfläche mit gemischter Vegetation angelegt. Dafür wurden neben der neuen A524 noch einmal 2.000 Bäume und 20.000 Sträucher gepflanzt.


Verkehrssicherheit

An normalen Tagen fahren zwischen Duisburg-Serm und Duisburg-Rahm mehr als 25.000 Fahrzeuge, davon sind mehr als zehn Prozent Lastwagen schwerer als 3,5 Tonnen. Weil die B288 bisher eine 15 Meter breite, vierspurige Straße ohne Seitenstreifen und Mittelschutzplanke war, führten Unfälle auf dieser Strecke oft in den Gegenverkehr.

Nach dem Ausbau wird die A524 moderne Sicherheitseinrichtungen nach neuen Standards erhalten. Die Fahrbahn wird mit Seitenstreifen und Schutzeinrichtungen im Mittelstreifen 30 Meter breit. Die Straßenbauer der Autobahn GmbH Rheinland hoffen, mit der modernen Straßenausstattung der A524 in Zukunft die Anzahl der Unfälle und ihre Folgen zu mindern.


Altes und Altlasten

Während des Neubaus der Brücke über den Angerbach und der Verlegung des Baches wurde die sogenannte "Angerbacher Ölmühle" als Bodendenkmal sicher verpackt. Historische Quellen belegen ihre Existenz schon für das Jahr 1450, seit dieser Zeit soll im Düsseldorfer Norden schon Öl hergestellt worden sein. Die Mühle gehörte zum Besitz der Familie Winkelhausen und des Grafen von Hatzfeld. Es herrschte Mühlzwang, deshalb mussten die Bauern vor Ort an der Ölmühle am Angerbach mahlen lassen.

Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte wurden die Grundsteine der Mühle immer wieder neu bebaut, der zuletzt zurück gebaute oberirdische Teil soll aus dem 19. Jahrhundert stammen. Um den historisch wertvollen Teil der Mühle während der Bauarbeiten und für die Zukunft zu schützen, wurde die Mühle in enger Absprache mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege, welches für die Bodendenkmäler zuständig ist, im März 2016 sicher verpackt.

Altlasten

Beim Ausbau der B288 zur A524 wurde die Fahrbahndecke der alten Bundesstraße auf der Strecke komplett abgefräst. Dabei stellten die Straßenbauer fest, dass beim Bau der Bundesstraße bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein verschiedene Unterbauten des Fahrbahnbelags getestet wurden. Zudem wurden bis zu dieser Zeit Straßen tatsächlich "geteert" und nicht wie heute asphaltiert. Das führte dazu, dass während des Ausbaus 30.000 Tonnen teerhaltige Böden einer besonderen Entsorgung zugeführt werden mussten. Deshalb wurde der ausgebaute Asphalt in einer thermischen Reinigungsanlage in den Niederlanden behandelt und dort von krebserregenden Stoffen wie beispielsweise "Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen" (PAKs) befreit.


Das Wasserschutzgebiet

Der Ausbau der A524 findet in einem Wasserschutzgebiet statt. Wegen des Wasserwerks in Düsseldorf-Bockum galten und gelten für den Ausbau besondere Vorschriften für die Verwendung von Baustoffen. Denn der Ausbau der Bundesstraße zur Autobahn findet in einem Wasserschutzgebiet, einer so genannten "Wasserschutzzone IIIA" statt. Dementsprechend wurde alles Material vor dem Einbau stichprobenartig untersucht, um den Gewässerschutz zu gewährleisten.

Zudem wurden während des Neubaus des Autobahnkreuzes Duisburg-Süd in diesem Bereich die Böden ausgetauscht und saniert, um den Richtlinien für den Wasserschutz zu entsprechen. Allein die Maßnahmen für den Umweltschutz in diesem Bereich verlängerten die Bauzeit für das Projekt A524 um etwa ein Jahr.


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