Schichtwechsel: Leiter der Autobahnmeisterei Recklinghausen geht in den Ruhestand – Nachfolger steht bereits fest

Die Autobahnmeisterei Recklinghausen verliert ihren Chef: Meistereileiter Hermann Kunert geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger steht bereits fest - es ist kein Unbekannter.


  • Recklinghausen. Er hat mit seinem Team dafür gesorgt, dass die Autobahnen im Vest und darüber hinaus funktionieren: Hermann Kunert, der Leiter der Autobahnmeisterei Recklinghausen, geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der bisherige stellvertretende Leiter der Meisterei, Jan Bahl.

Der 1962 geborene Kunert ist ein Kind des Ruhrgebiets durch und durch: Nach seiner Ausbildung arbeitete er von 1983 bis 1991 für Thyssen im Schachtbau, erlebte dort das Ende des Ruhrbergbaus mit. Noch heute kann er anschaulich erklären, mit welchen Methoden das Grundwasser gefroren wurde, während man die Schächte für die Gruben vorangetrieben hat. Zudem lebt der gebürtige Gladbecker und Schalke-Fan schon immer mitten im Pott: „Ich bin ein Kirchhellener Jung“, sagt er über seinen Wohnort in Bottrop. Als es allerdings zu Ende ging mit dem Bergbau, musste Kunert umdenken. „Ich hätte Schächte für das Endlager Gorleben bauen können, aber da war meine Frau dagegen“, erinnert er sich.

Viel Arbeit mit dem „Kettensägenmassaker“

Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich zum Techniker weitergebildet und kam zum LVR, der damals mit dem LWL noch für die Straßen- und Autobahnmeistereien in NRW zuständig war. Nach einigen Jahren bei der Autobahnmeisterei Duisburg wurde er stellvertretender Leiter in der Straßenmeisterei Marl, war dort für Bundes- und Landesstraßen zuständig. „Aber Autobahn lag mir immer mehr“, sagt Kunert. „Da sind die Strecken schön übersichtlich.“ Also kam er 2002 als stellvertretender Leiter zurück zur Autobahnmeisterei Duisburg, wo er bis 2021 blieb.

Geschichten hat er viele aus dieser Zeit, etwa vom „Kettensägenmassaker in Duisburg“. Keine grausame Bluttat, sondern die Rodung einer Fläche für Bauarbeiten, die in den Medien dramatisch aufbereitet wurde. „Da musste ich viele Gespräche führen, um die Notwendigkeit deutlich zu machen“, sagt Kunert mit einem kleinen, verschmitzten Lachen, das seine Mitarbeiter gut kennen und schätzen. 

Als 2021 die Autobahn GmbH des Bundes den Betrieb aufnahm, kam Kunert als stellvertretender Leiter nach Recklinghausen. Dann wurde ihm die Leiterstelle angeboten. Zwei nicht ganz leichte Entscheidungen: „Ich war so lange in Duisburg und kannte dort Strecken und Leute – und ich wusste ja, der Leiter trägt die ganze Verantwortung.“ Am Ende nahm er an und traf damit die richtige Entscheidung: „Das hat zum Ende meiner Berufslaufbahn nochmal frischen Wind reingebracht.“

Freundschaft und Zusammenhalt erlebt

Mit Jan Bahl stand und steht ihm ein junger, engagierter Kollege als Stellvertreter zur Seite, der zuvor auf der Autobahnmeisterei Gelsenkirchen gearbeitet hat. War Kunert jetzt also der Mentor? „Jan ist super, der kann die Richtlinien zitieren, da komm ich nicht hinterher“, sagt der 64-Jährige. „Er wird sicher auch vieles anders machen als ich. Aber ich hoffe, dass ich in Sachen Personalführung und anderen Dingen ein wenig auf ihn abgefärbt habe.“

Der Abschied fällt Kunert sichtbar schwer, aber er ist mit seinem Berufsleben zufrieden: „Nicht jeder Schritt in meinem Leben war geplant, aber am Ende bin ich froh, dass es so gelaufen ist. Ich habe oft Glück gehabt, viele tolle Leute und Freunde kennengelernt und im Bergbau und auf der Meisterei richtigen Zusammenhalt erlebt.“ In Zukunft wird er dann nicht mehr Autobahnen betreuen, sondern seine drei Enkel. Was davon einfacher ist? „Schwer zu sagen“, sagt Kunert und lacht sein kleines, verschmitztes Lachen.

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Infokasten: Die Autobahnmeisterei Recklinghausen

40 Mitarbeitende (inklusive Verwaltung)

71 Autobahnkilometer

21 Anschlussstellen

3 Autobahnkreuze

10 Parkplätze

338 Brückenbauwerke

Ansprechpartner

Anton Kurenbach

Kommunikation Außenstelle Bochum

Telefon
+4915204906849

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Westfalen
Philippstraße 3
44803 Bochum