Region: West, … Status: In Umsetzung

Autobahn: A 8, … Anhebung der A 8 im Autobahndreieck Saarlouis und Ersatzneubau der Saarbrücke

Die Maßnahme umfasst den Ersatzneubau der A 8, Saarbrücke zwischen Autobahndreieck Saarlouis und der Anschlussstelle Dillingen Süd, den Neubau einer Brücke über die B 51, Ortsumgehung Roden und die Anpassung des Autobahnabschnittes an die in Höhe und Lage veränderte Trasse. Die neue Saarbrücke wird aus zwei 87 Meter langen Feldern bestehen und misst zwischen den Widerlagern 174 Meter. Die beiden voneinander getrennten Überbauten werden als Stahlverbundbauwerk hergestellt.

Daten & Fakten

Baubeginn

Frühjahr 2018

Bauende

vsl. Ende 2022


* Das Projekt wurde vom Landesbetrieb für Straßenbau des Saarlandes übernommen, der die Maßnahme im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung bis zum 31.12.2020 betreut hat. Seit dem 01.01.2021 ist die Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung West, Außenstelle Neunkirchen für die Fortführung verantwortlich.
 


Historie und Planungshintergrund

Das Autobahndreieck Saarlouis verknüpft die A 8 zwischen Luxemburg und Karlsruhe mit der A 620 in Richtung Landeshauptstadt Saarbrücken. Es stellt sowohl regional als auch international einen bedeutsamen Knotenpunkt im Bundesfernstraßennetz dar. Entsprechend hoch ist die Verkehrsbelastung rund um das Autobahndreieck mit einem täglichen Durchschnitt zwischen 42.600 und 56.700 Fahrzeugen.

Im Jahre 2009 sollte der im Wege der Bundesauftragsverwaltung für Autobahnen und Bundesstraßen verantwortliche Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) dem damaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Bonn die Vorentwurfsplanung zur Teilumgehung Roden zur Genehmigung vorgelegt werden. Im gleichen Jahr hat der LfS im Rahmen einer Brückennachrechnung festgestellt, dass die A 8, Saarbrücke im Bereich des Autobahndreieckes Saarlouis statische Defizite aufwies. Als Sofortmaßnahme zur Entlastung des Bauwerkes hatte er die Fahrstreifen der Richtungsfahrbahn Neunkirchen an den südlichen Brückenrand verschoben, so dass in der Brückenmitte ein verkehrsfreier Streifen entstand. Der parallel mitgeführte Wirtschaftsweg entlang der Brücke wurde gesperrt.

Die anschließenden Untersuchungen im Planungsverfahren zeigten, dass eine Sanierung und Verstärkung des Bauwerks wirtschaftlich nicht darstellbar waren und ein Ersatzneubau unumgänglich wurde.

Eine Machbarkeitsstudie für die Umsetzung der Baumaßnahme ergab, dass sich durch die Verknüpfung des Neubaus der B 51, Teilumgehung Roden mit dem Ersatzneubau der Autobahnbrücke erhebliche Synergieeffekte erzielen lassen. Zum einen konnten durch die Anhebung der A 8 mit gleichzeitiger Verschiebung nach Nordwesten sowohl Bau und Rückbau einer Umfahrung für die Bauphase, als auch ein provisorisches Saarbauwerk eingespart werden. Gleichzeitig konnte beim Bau der Teilumgehung Roden unter der Autobahn auf ein Trogbauwerk mit Pumpwerk verzichtet werden.

Folglich wurde der Vorentwurf für die Ortsumgehung aus dem Jahre 2008 grundlegend überarbeitet und an die Planungen zum Ersatzneubau der A 8, Saarbrücke angepasst.


Bauwerk 448 – A 8 Saarbrücke im Autobahndreieck Saarlouis; alter Bestand

Animation des Ersatzneubaues


Beschreibung der Baumaßnahme

Die Maßnahme umfasst den Ersatzneubau der A 8, Saarbrücke zwischen Autobahndreieck Saarlouis und der Anschlussstelle Dillingen Süd, den Neubau einer Brücke über die B 51, Ortsumgehung Roden und die Anpassung des Autobahnabschnittes an die in Höhe und Lage veränderte Trasse. Die neue Saarbrücke wird aus zwei 87 Meter langen Feldern bestehen und misst zwischen den Widerlagern 174 Meter. Die beiden voneinander getrennten Überbauten werden als Stahlverbundbauwerk hergestellt (schlaff bewehrte Ortbetonplatte auf jeweils zwei begehbaren Stahlhohlkästen).

Zur Minimierung von Verkehrsbehinderungen und zur Erhaltung aller Verkehrsbeziehungen im Autobahndreieck während der Bauzeit dient die Verlegung der Saarbrücke um eine halbe Breite nach Norden in Richtung Hafen. Zunächst wird unmittelbar neben dem bestehenden Bauwerk nordwestlich ein neues Teilbauwerk errichtet. Unterdessen fließt der Verkehr weiter auf dem alten Bauwerk.

Das neue Teilbauwerk ermöglicht in den darauffolgenden Bauabschnitten eine vierstreifige Verkehrsführung mit allen Verkehrsbeziehungen im Autobahndreieck, während das alte Bauwerk komplett abgerissen und hälftig neu gebaut wird. Die damit um eine halbe Brückenbreite veränderte Lage der neuen Saarbrücke erfordert die Anpassung der Linienführung der Autobahn in Richtung Anschlussstelle Dillingen-Süd. Lediglich für die Herstellung der Rampen an das neue Bauwerk sind Vollsperrungen der verschiedenen Fahrbeziehungen im AD Saarlouis mit entsprechenden Umleitungen unumgänglich.

Unmittelbar hinter der neuen Saarbrücke in Richtung Neunkirchen/Karlsruhe kreuzt die Trasse der geplanten Teilumgehung Roden die A 8, wodurch ein weiteres Überführungsbauwerk notwendig wird. Der bisherige Höhenverlauf der A 8 und das nordöstliche Widerlager der Saarbrücke stellten zunächst Zwangspunkte dar, die auf der B 51 ein Trogbauwerk mit Pumpstation erforderlich gemacht hätten. Der Ersatzneubau der Saarbrücke und die damit einhergehende Erhöhung der A 8 um rund drei Meter macht es - wie oben beschrieben- möglich, die neue B 51 unter der A 8 ohne Trogbauwerk zu bauen. Neben entwässerungstechnischen Vorteilen werden hier auch erhebliche Baukosten gespart.

Alle Fahrbahnen der Rampen des Autobahndreiecks werden in Lage und Höhe angepasst. Die in Fahrtrichtung Luxemburg abgehende Rampe der A 8 erhält einen größeren Kurvenradius zur Verbesserung der Übersichtlichkeit und der Befahrbarkeit.

Im Zuge der Baumaßnahme wird auch die Verknüpfung des bestehenden Rad-, Fußgänger- und Wirtschaftswegenetzes mit neuen Wegeabschnitten sichergestellt. In Höhe Hafenstraße wird ein neuer, zweieinhalb Meter breiter Weg an den bereits vorhandenen Weg angeschlossen. Er führt unter der neuen Autobahnbrücke hindurch zur Südseite der A 8, von dort über eine Rampe nach links entlang der Autobahn in Richtung Wallerfangen, nach rechts über die neue B 51 hinweg zum bestehenden Wirtschaftswegenetz in den Rodener Wiesen. Neu anzulegende Abschnitte der Wirtschaftswege werden entsprechend den Richtlinien für den ländlichen Wegebau gemäß ihrer Bedeutung mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 Metern ausgebildet.



Baukosten und Bauablauf

Baulast- und Kostenträger ist das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI). Für beide Projekte hat es seine grundsätzliche Zustimmung erteilt und die Baukosten genehmigt.

Die Baukosten für die B 51 Teilumgehung Roden betragen rd. 14 Mio. €, für die A 8, Anhebung und den Ersatzneubau BW 448 rd. 43 Mio. €.

Der Bauauftrag für die Anhebung der A 8 und den Ersatzneubau BW 448 wurde am 09.04.2018 erteilt. Den Auftakt der Baumaßnahme bildeten Ende Mai 2018 die Anlegung einer Baustraße und die Verlegung einer Fernwärmeleitung. Nach dem offiziellen Spatenstich am 30.08.2018 begann der Ersatzneubau.

Im Jahr 2019 wurden die Unterbauten in Fahrtrichtung Luxemburg für die neue Saarbrücke hergestellt und die beiden Stahlhohlkästen für die Stahlverbundbrücke montiert. Parallel liefen bereits die Erd- und Entwässerungsarbeiten für die Verbreiterung und Anhebung der A 8.

In 2020 wurde in neun Betonierabschnitten die Fahrbahnplatte hergestellt. Es folgten die Abdichtungs- und Belagsarbeiten auf der Brücke. In das fertiggestellte Teilbauwerk für die Fahrtrichtung Luxemburg hat der Bund bis dahin rd. 14,5 Mio. € investiert. Für die beiden Stahlhohlkästen der Stahlverbundbrücke wurden 2400 Tonnen Baustahl verarbeitet, in der Fahrbahnplatte stecken weitere 518 Tonnen Betonstahl und 1255 m3 Beton. Die im Umfeld der Baustelle gelegene Dillinger Hütte lieferte „heimischen“ Stahl.

Der Straßenbau für die Anhebung der A 8 lief parallel. Anfang Oktober 2020 begann die Ausstattung mit Schutzplanken und Markierung.

Der Abriss des Bestandsbauwerkes hat im ersten Quartal 2021 begonnen. Er bedeutet eine weitere ingenieurmäßige Herausforderung bei diesem Bauprojekt. Einzelne Teile über der Saar müssen mit Pontons ausgeschwommen werden mit gleichzeitigem Kranaushub (Kosten knapp 4 Mio. €). Ab Mitte 2021 beginnt dann der Ersatzneubau der Brücke in Fahrtrichtung Neunkirchen. Ende 2022 soll das Projekt abgeschlossen werden.


B 51 Ortsumgehung Roden

Nach der Reform der Bundesfernstraßenverwaltung hat die Autobahn GmbH die Autobahnbaustelle übernommen. Das neue Bauwerk 1664 über der Trasse der OU Roden gehört zum Bauauftrag der Autobahnmaßnahme. Das Teilbauwerk für die Fahrtrichtung Luxemburg ist gegen Jahresende 2020 fertig gestellt worden. Das Teilbauwerk im Zuge der Richtungsfahrbahn Neunkirchen folgt nach Abriss der alten Brücke.

Das Bauwerk 1664 war gleichzeitig der Startschuss für die OU Roden. Für deren Bau zeichnet ab 01.01.2021 das Land verantwortlich, das nach der Reform der Bundesfernstraßenverwaltung weiterhin die Verantwortung für Planung, Bau und Betrieb von Bundesstraßen behält.


Pressekontakt

Ziel des geplanten Ausbaus auf acht Fahrstreifen ist es, die Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Klaus Kosok

Pressesprecher Außenstelle Neunkirchen

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung West
Außenstelle Neunkirchen
Peter-Neuber-Allee 1
66538 Neunkirchen


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