Region: Projekt, A 59, In Planung, Rheinland, …Status: Projekt

 

Daten & Fakten

Gesamtlänge

ca. 23 km


Projektbeschreibung

Die A59 im südlichen NRW stellt eine wichtige regionale Verkehrsachse zwischen der Stadt Köln und der Gesamtregion Bonn/Rhein-Sieg-Kreis dar. Durch die hohe und wachsende Einwohnerdichte in der Region, die Anbindung des Flughafens Köln/Bonn, die vielfältigen Gewerbe- und Industrieansiedlungen im unmittelbaren Bereich und den hohen Anteil an durchgehendem Fernverkehr ist der gesamte Streckenabschnitt zwischen Köln-Porz und Bonn verkehrlich als sehr stark belastet anzusehen. Der Ausbau der A59 zwischen dem Autobahndreieck Köln-Porz und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost ist in dem aktuell gültigen Bedarfsplan für Bundesfernstraßen aus dem Jahr 2016 als „vordringlicher Bedarf - Engpassbeseitigung“ ausgewiesen. Im Rahmen einer vierstufigen Priorisierung von Straßenbauprojekten stellt dies die höchste Kategorie dar.

Die A59 wurde in den 1960er Jahren zwischen Köln und Bonn als Ersatz für die B8 gebaut. Seit der Freigabe 1970 nahm der Verkehr auf der vierspurigen Straße stetig zu. In einigen Abschnitten wie zwischen den Anschlussstellen Wahn und Flughafen oder den Autobahndreiecken Sankt Augustin-West und Bonn-Nordost wurden durch Ummarkierung und damit dem Wegfall der Standstreifen drei Fahrspuren geschaffen, um dem hohen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Die Autobahn soll nun auf ihrem gesamten 23 Kilometer langen Verlauf (bis zum Autobahnkreuz Bonn-Ost) mindestens sechs Fahrspuren inkl. Standstreifen bekommen.

Die Planung der A59 wird auch von dem Bedarfsplanprojekt A553 Rheinspange beeinflusst.


Besondere Herausforderungen

Besondere Herausforderungen beim Ausbau der A59 sind die teilweise dichten Bebauungen entlang der Strecke, die vielfältigen Versorgungsleitungen (Pipelines und Hochspannungsleitungen) sowie die Querung eines Naturschutzgebietes.




Autobahndreieck Köln-Porz bis Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn

Dieser Abschnitt ist planerisch am weitesten vorbereitet. Der Ausbau dieses Abschnitts wurde 2004 als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft, um dem wachsenden Verkehrsaufkommen zu begegnen. Am 23. April 2018 wurde der Planfeststellungsbeschluss von der Bezirksregierung Köln erlassen. Dieser ist aufgrund laufender Gerichtsverfahren infolge von Klagen noch nicht rechtskräftig. Aufgrund einiger straßenplanerischen Anpassungen ist ein Planänderungsverfahren erforderlich.

Zwischen 2005 und 2015 nahm die Verkehrsbelastung um rund 20 % zu. 2015 nutzten täglich durchschnittlich etwa 112.000 Kraftfahrzeuge die A59 in diesem Bereich. Daher wird in Fahrtrichtung Köln schon heute der ehemalige Standstreifen als dritte Fahrspur mitbenutzt. Pannen, Unfälle oder Baustellen führen sofort zu erheblichen Störungen im Verkehrsfluss. Ebenso stellt der kurze Abstand zwischen der Tankanlage „Schloss Röttgen“ zum Autobahndreieck Köln-Porz aufgrund der kurzen Verflechtungsstrecken ein Verkehrssicherheitsrisiko dar.

Bis 2025 wird eine weitere Zunahme des Verkehrs auf 125.500 Kfz pro Tag prognostiziert. Ein Ausbau der A59 ist daher zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Verbesserung der Verkehrsqualität dringend erforderlich.


6-spuriger Ausbau in Abschnitt 1

Die Möglichkeiten für den sechsspurigen Ausbau werden maßgeblich durch die vorhandene Bebauung, die beiden Tankanlagen „Schloss Röttgen“ sowie der Bahnstrecke zum Flughafen bestimmt. Daher erfolgt die Verbreiterung des Straßenquerschnitts symmetrisch an beiden Außenseiten.

Künftig wird der Verkehr der A59 auf drei durchgehenden Fahrspuren je Fahrtrichtung geführt. Ein Verflechtungsstreifen je Richtung sowie teilweise Standstreifen komplettieren den Ausbau der Autobahn. Neue Verkehrsbeziehungen werden keine hinzukommen. Die größte Veränderung ist die Separierung der Verkehre der A59 und A559 im Dreieck Köln-Porz, die künftig durch eine Betonschutzwand baulich voneinander getrennt geführt werden. Durch diese Änderung wird die Anbindung der Tankanlage „Schloss Röttgen“ gegenüber dem heutigen Zustand eingeschränkt werden. Nach der baulichen Trennung der beiden Autobahnen kann die Tankanlage in Fahrtrichtung Bonn nicht mehr von der A559 aus erreicht werden. In Fahrtrichtung Köln entfällt die Verbindung von der Tankanlage auf die A559.

Bedingt durch den Ausbau der A59 muss die vorhandene Gas-Pipeline der Open Grid Europe GmbH vor Ausbaubeginn umgelegt werden, da diese in dem geplanten Ausbaubereich liegt und nicht überbaut werden darf.


Lärmschutz

Der durchgehende Ausbau der A59 auf dann sechs Fahrspuren ist als „wesentliche Änderung“ einzustufen. Somit ist die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen nach den Kriterien der sog. „Lärmvorsorge“ rechtlich sichergestellt.

Der Lärmschutz für den angrenzenden Stadtteil Porz-Eil erfolgt vor allem in aktiver Form. Zum einen wird lärmmindernder Asphalt (offenporiger Asphalt (OPA) / Flüsterasphalt) eingebaut. Dieser reduziert die Rollgeräusche der Fahrzeuge um bis zu -5 dB(A). Zum anderen werden in Fahrtrichtung Köln rund 400 m, in Richtung Bonn rund 1,1 km neue Lärmschutzwände gebaut bzw. alte Wände durch neue ersetzt. Die neuen Lärmschutzwände werden bis zu 7 m hoch sein.

Bei Überschreitung der maßgeblichen Immissionsgrenzwerte kann darüber hinaus passiver Lärmschutz beansprucht werden.


Neubau von vier Brücken über die A59

Im Zuge des Ausbaus müssen auch die vier die A59 überführenden Brückenbauwerke in diesem Abschnitt abgebrochen und neu gebaut werden. Für den Zeitraum des Abbruchs und der Herstellung wird es zu Unterbrechungen der bisherigen Querungsmöglichkeiten der A59 kommen. Die Brücke im Verlauf der L358 (Theodor-Heuss-Straße) wird in dieser Zeit durch eine provisorische Brücke einschließlich einer einseitigen Geh- und Radwegführung ersetzt werden. Die Fußgängerbrücke „Heumarer Straße“ wird ebenso wie der Wirtschaftsweg während der Neubauphase entfallen. Das Bauwerk im Verlauf der K19 (Hirschgraben) wird eingeschränkt zur Verfügung stehen. Hier erfolgt der Abbruch halbseitig, so dass eine Brückenhälfte dem Verkehr zur Verfügung steht.


Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn bis Tank- & Rastanlage Liburer Heide

Der 6,4 Kilometer lange Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Flughafen Köln/Bonn und Lind soll ebenfalls sechs Fahrspuren erhalten. In Richtung Oberhausen ist zwischen den Anschlussstellen Wahn und Flughafen Köln/Bonn auf Grund der hohen Verkehrsbelastung eine durchgehende Verflechtungsspur als vierte Fahrspur vorgesehen. Zwischen den Anschlussstellen Lind und Wahn ist in gleicher Fahrtrichtung eine zusätzliche Fahrspur auf Grund des geringen Abstandes der beiden Anschlussstellen erforderlich. Für diesen Abschnitt ist der Vorentwurf fertig gestellt, genehmigt und es liegt eine Bestätigung seitens des Bundesverkehrsministeriums vor. Da der Ausbauabschnitt sehr stark von der Bedarfsplanmaßnahme A553 abhängig ist, kann erst mit Vorliegen der Vorzugsvariante der A553 die Planung der A59 fortgeführt werden.


Brückenbauwerke

Im Zuge des Ausbaus müssen in diesem Abschnitt insgesamt elf Brückenbauwerke abgebrochen und ersetzt werden. Ein Bauwerk wird ersatzlos abgebrochen, die Wegeverbindung wird über ein anderes Bauwerk sichergestellt. An einer Stelle entsteht eine neue Brücke. Bereits vor dem eigentlichen Ausbau wurde die Brücke der A59 über die Heidestraße in Köln-Wahn erneuert. Die alte Brücke stammte aus dem Jahr 1966 und musste auf Grund des umfangreichen Instandsetzungsbedarfs sowie statischen Problemen durch einen Neubau ersetzt werden. Die neue Brücke ist - angepasst an die Ausbaupläne - bereits für sechs Fahrspuren ausgelegt.


Neue Tank-& Rastanlage "Liburer Heide"

Außerdem ist in diesem Abschnitt der Neubau einer Tank- und Rastanlage („Liburer Heide“) südlich der Anschlussstelle Lind mit einer Kapazität von ca. 70 LKW-Stellplätzen vorgesehen. Eine entsprechende Anlage an der A59 ist nötig, da die vorhandenen Stellplatzkapazitäten auf bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen in der Region schon heute nicht mehr dem Verkehrsaufkommen genügen. Auch die aktuellen Prognosen zeigen einen weiter wachsenden Stellplatzbedarf insbesondere für LKW. Der Standort „Liburer Heide“ wurde in einer Untersuchung von mehreren unterschiedlichen Standorten entlang der A59 als der einzig realisierbare identifiziert. Er kann leistungsfähig und verkehrssicher an die Autobahn angebunden werden und hat einen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung.


Informationsveranstaltung

Am 19. Oktober 2017 fand in der Aula der Otto-Lilienthal-Realschule/Maximilian-Kolbe-Gymnasium eine Informationsveranstaltung zur Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Rund 250 Interessierte nutzen die Gelegenheit sich zu verschiedenen Themenkomplexen zu informieren und Fragen zu stellen.


Videos

Zum aktuellen Stand der Planung wurde auch ein 3D-Modell erstellt. Dieses soll einen optischen Eindruck der Maßnahme ermöglichen. Aus diesem Modell wurden verschiedene Videos generiert und bei YouTube zum allgemeinen Aufruf eingestellt.

Vorschaubild für das Video
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Häufig gestellte Fragen

Wie wird die Öffentlichkeit nach der erfolgten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung weiter an der Planung beteiligt?

Wenn der Vorentwurf vom Bundesministerium genehmigt worden ist, wird der Planfeststellungsentwurf aufgestellt. Dabei werden die technische Planung sowie die erforderlichen Gutachten gegebenenfalls noch einmal aktualisiert, um erforderliche Verfahrensunterlagen (z.B. Grunderwerbspläne, Regelungsverzeichnis) ergänzt und dann zusammengestellt. Diese Planung dient als Grundlage für die Erlangung des Planfeststellungsbeschlusses, d.h. dem Baurecht für den Ausbau. Über das Planfeststellungsverfahren, was ein öffentliches Rechtsverfahren ist, werden alle betroffenen Bürger informiert. Es werden alle Unterlagen rechtsverbindlich im Internet veröffentlicht und bei den Städten und Kommunen zur Einsichtnahme ausgelegt. Zusätzlich wird es nochmal eine Informationsveranstaltung geben.

Wann ist mit einem Baubeginn zu rechnen und welche Bauzeiten werden angenommen?

Der weitere Planungsprozess ist stark von der Vorzugsvariante der Rheinspange A553 abhängig. Deshalb kann momentan kein Aussage zum Baubeginn getroffen werden. Es wird mit einer Bauzeit von voraussichtlich vier bis fünf Jahren gerechnet. Da der Streckenabschnitt eine Länge von knapp 7 km mit 13 Bauwerken und ca. 10 km Lärmschutzanlagen aufweist, müssen umfangreiche Arbeiten durchgeführt werden. Vorgezogen wurde mir dem Ersatzneubau der Brücke an der Anschlussstelle Wahn (L 489 Heidestraße) im Sommer 2018 begonnen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2022 geplant.

Wird zusätzlicher Lärmschutz im Rahmen der Maßnahme durchgeführt?

Der rechtliche Rahmen zum Lärmschutz bei dieser Ausbaumaßnahme wird durch die 16. BImSchV (Bundesimmissionsschutzverordnung, Schutz der Anwohner vor Verkehrslärm) vorgegeben.

Das Ausbauvorhaben wird wie der Neubau einer Straße behandelt und es erfolgt die Festlegung von Immissionsgrenzwerten für den Tag und den Nachtzeitraum, z.B. 59 / 49 dB(A) bei Wohngebieten.

Auf dieser Basis wurde ein umfangreiches Lärmschutzkonzept aufgestellt, dass aus einer Kombination von offenporigem Asphalt (sog. „Flüsterasphalt“) und Lärmschutzanlagen (Wände sowie Wände auf Lärmschutzwällen) besteht. Die Höhen der Lärmschutzanlagen liegen dabei vielfach bei 8,0 m über dem neuen Fahrbahnrand. Dadurch erfolgt eine deutliche Reduzierung der Immissionswerte im Bereich der Wohngebiete.

Bei verbleibenden Grenzwertüberschreitungen, die noch bei den Nachtgrenzwerten vorliegen, besteht ein Anspruch auf passiven Lärmschutz am Gebäude (z.B. Lärmschutzfenster), sofern schützenswerte Räume (z.B. Schlafräume) vorhanden sind.

Durch den Ausbau ergibt sich eine deutliche Verbesserung der Lärmsituation im Bereich zwischen den Anschlussstellen Flughafen bis Lind gegenüber der heutigen Situation.

Warum wird keine Geschwindigkeitsreduzierung zur Reduzierung des Verkehrslärms berücksichtigt?

Die Berechnung der Schallemissionen erfolgt nach der gültigen, in der Verkehrslärmschutzverordnung verankerten Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen RLS-90 (Ausgabe 1990). Dabei wird von der ungünstigsten Situation ausgegangen, bei der es keine Begrenzung der Geschwindigkeit gibt. Die Berechnung erfolgt mit einer Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h (Vmax >130 km/h).

Auf Grundlage dieser Schallemissionen wird ein Lärmschutzkonzeptes aufgestellt. Im Rahmen eines Abwägungsprozesses zwischen Schutzwirkung und Wirtschaftlichkeit erfolgt dabei die Festlegung des Umfanges der baulichen Lärmschutzmaßnahmen.

Würde eine Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bereits im Planungsprozess durchgeführt, ergäben sich niedrigere Lärmpegel an der zu schützenden Bebauung und der erforderliche Lärmschutz würde niedriger dimensioniert. Die Annahme eines höheren Lärmpegels wegen Mitberücksichtigung hoher Fahrgeschwindigkeiten über 130 km/h führt also zu umfangreicheren Lärmschutzanlagen, was zu Gunsten der betroffenen Anlieger ist.

Sollte später aus anderen Gründen eine Geschwindigkeitsbegrenzung erfolgen, so bleiben die geplanten Lärmschutzanlagen unverändert.

Ich höre den Lärm von der Autobahn bei mir aus einer ganz speziellen Richtung. Warum ist dort an der Autobahn keine Lärmschutzwand vorgesehen?

Wenn bei der jetzt vorhandenen Situation der Autobahnlärm aus einer seitlichen Richtung lauter zu hören ist, als der direkt von der Autobahn kommende Lärm, so bedeutet das, dass direkt zwischen Autobahn und Haus ein guter Lärmschutz vorhanden ist. In Zusammenhang mit dem Ausbau werden die neuen Lärmschutzanlagen deutlich höher und seitlich länger dimensioniert als die vorhandenen. Ziel ist dabei die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte für den Tag und den Nachtzeitraum, z.B. 59 / 49 dB(A) bei Wohngebieten. Auch danach kann es sein, dass aufgrund des guten Lärmschutzes zwischen Autobahn und Haus der Autobahnlärm aus einer anderen, seitlichen Richtung am deutlichsten wahrnehmbar ist, obwohl die Lärmgrenzwerte an Haus nicht mehr überschritten sind.

Wie ist der Lärmschutz während der Bauzeit geregelt?

Die Planung des bauzeitlichen Lärmschutzes ist Teil der Bauvorbereitung. In dem vorliegendem Vorentwurf sind dazu noch keine konkreten Planungen aufgestellt. Generell wird jedoch der bestehende Lärmschutz so lange wie möglich in den einzelnen Bauphasen stehen gelassen. Zudem besteht stellenweise die Möglichkeit temporären Lärmschutz für die Bauzeit zu errichten.

Wurde die Umgehungsstraße Niederkassel (L274) in der Planung berücksichtigt?

Es gibt die Situation, dass im Zuge des Landesstraßenbedarfsplanes der Neubau einer L274n Ortsumgehung (OU) Troisdorf bis Spich/B8 vorgesehen ist. Zur L274n wurde vom Landesbetrieb Straßen.NRW vor einigen Jahren eine erste Planung aufgestellt. Diese sah den Anschluss an die B8 über eine Trasse zwischen den Spicher Seen gemäß Landesstraßenbedarfsplan vor. Aus artenschutzrechtlichen Gründen wurde diese Trassenführung nicht weiter verfolgt.

Es gab mehrere Alternativen die untersucht wurden, insbesondere die Variante um Libur herum bis zur B8 mit Anbindung an den Porta-Kreisel. Diese wurde vom Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Köln nochmals genauer untersucht und hat sich in einer Machbarkeitsstudie des Rhein-Sieg-Kreises mit leicht geänderter Trassenführung als Vorzugsvariante heraus kristallisiert. Im Anschluss daran ist allerdings auf politischer Ebene von den Städten Köln und Niederkassel entschieden worden, diese Vorzugsvariante nicht weiterzuverfolgen.

Stattdessen ist es derzeit überwiegender kommunalpolitischer Wille den Fokus auf die Planung der L82n OU Zündorf mit einem Anschluss an die A59 zwischen den Anschlussstellen Flughafen und Wahn zu legen. Im Landesstraßenbedarfsplan wurde  nur die Straße zwischen B8 und A59 im Jahr 2018 in die Stufe 1 kategorisiert, das eine Finanzierung bis 2030 über den Landeshaushalt sichert. Die nachrangige Priorisierung im Landesstraßenbedarfsplan erlaubt es dem Landesbetrieb Straßenbau (zuständig für die Bundes- und Landesstraßen) derzeit daher nicht, an einer solchen Planung zu arbeiten.

Ist die geplante Rheinquerung (A553) in der Planung berücksichtigt?

Die Rheinquerung mit Anbindung an die A59 befindet sich planerisch ganz am Anfang. Es gibt noch keine konkrete Linienführung. Eine Vorzugsvariante soll in den nächsten Jahren festgelegt werden. Erst nach dieser Festlegung kann mit der Planung der A59 fortgefahren werden. Sollte für die Rheinspange die Variante mit einem Autobahndreieck Köln-Lind mit Anschluss an die A 59 nördlich der Spicher Seen gewählt werden, hat die Planung der A553 Vorrang vor der Realisierung der TR-Anlage.

Wurde die Planung der L 82n berücksichtigt?

Es wird auch auf die Antwort zur Frage zur L274n verwiesen. Für die L82 wurde in verschiedenen Räten der Kommunen die Variante mit einem Anschluss an die A59 zwischen AS Flughafen und AS Wahn beschlossen. Im Landesstraßenbedarfsplan wurde die Straße im Bereich zwischen B 8 und A 59 in die Stufe 1 aufgenommen und umgestuft. Zurzeit befindet sich die Machbarkeitsstudie zur L82n in der Prüfung.


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Tank-& Rastanlage Liburer Heide bis Autobahndreieck Sankt Augustin-West

Der 5,7 Kilometer lange Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Lind und dem Autobahndreieck Sankt Augustin-West soll nach Vorgabe des Bedarfsplanes der Bundesfernstraßen ebenfalls sechs Fahrspuren erhalten. In Richtung Köln ist hinter dem Autobahndreieck Sankt Augustin-West bis zur Anschlussstelle Troisdorf eine längere Manövrierspur als vierte Fahrspur vorgesehen. Dieser Abschnitt befindet sich derzeit in der Vorplanung. Es wurden verschiedene Varianten des Ausbaus geprüft, da durch die dicht an die Strecke heranreichende Bebauung und den Verlauf durch ein Naturschutzgebiet die Möglichkeiten eingeschränkt sind.

Auch in diesem Abschnitt muss derzeit geprüft werden, wie sich die Bedarfsplanmaßnahme A553 Rheinspange auf die Planung des hier betroffenen Streckenabschnittes auswirkt. Sobald die Vorplanung fortgeführt wird, wird die Öffentlichkeit über verschiedene Informationsformate in den weiteren Planungsprozess eingebunden.

Aktuelles zu Abschnitt 4 - Sankt Augustin-West bis Bonn-Nordost

Der TelefonDIALOG für Bürger*innen
Die folgende Telefonnummer ist am Montag, 20.6., und am Mittwoch, 22.6., von jeweils 9 bis 10 Uhr und von 16 bis 17 Uhr für die Telefonsprechstunde zum Ausbau der A59 freigeschaltet: 0221 / 29 927 -623.

Für Herbst/Winter 2022/23 sind weitere Telefonsprechstunden geplant. Diese werden hier im Voraus bekanntgegeben.


Allgemeines zu Abschnitt 4

Auch in diesem Abschnitt der A59 zwischen den Autobahndreiecken Sankt Augustin-West und Bonn-Nordost sind die Planungen soweit vorbereitet, dass sie momentan im Planfeststellungsverfahren geprüft werden. Die etwa 3,2 Kilometer lange Strecke soll von derzeit sechs auf acht Fahrspuren erweitert werden. Schon Ende der 1980er Jahre war die Kapazität des Autobahnteilstücks mit je zwei Richtungsfahrbahnen nicht mehr ausreichend. Dem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen wurde mit einer provisorischen Erweiterung auf sechs eingeengte Fahrspuren unter Wegfall der Standstreifen begegnet. Aufgrund der geringeren Spurbreite wurde die Höchstgeschwindigkeit zwischen Bonn und Sankt Augustin auf Tempo 100 km/h reduziert.

Doch die Strecke blieb trotzdem stauanfällig. Der Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken nimmt sowohl den Durchgangsverkehr als auch den Quell- und Zielverkehr aus den Räumen Bonn, Hennef, Siegburg, Troisdorf und Lohmar auf. Auf dem Teilstück kombiniert sich der aus Richtung Köln und der aus Richtung Hennef und Richtung Frankfurt (A3/A560) kommende Verkehr in Richtung Bonn (A565) und das Siebengebirge sowie umgekehrt. Die starke verkehrliche Belastung von zurzeit rund 126.400 Fahrzeugen pro Werktag ergibt sich durch die Überlagerung des Verkehrs mit starken Abbiegeverkehren von und zur A560 bzw. A565. Die Abbiegeverkehre machen etwa die Hälfte der Gesamtbelastung aus. Und das Verkehrsaufkommen wird weiter wachsen.

Zukünftig werden werktäglich 139.800 Kraftfahrzeuge im Jahr 2030 hier die A59 nutzen. Dabei sind die verkehrlichen Veränderungen durch die Bedarfsplanmaßnahme A553 Rheinspange bereits berücksichtigt. Der geplante Ausbau soll die Verkehrssicherheit und -leichtigkeit sowie die Verkehrsqualität in dem auszubauenden Abschnitt und den angrenzenden Bereichen verbessern.


Verfahrensstand

Nach dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2016 wurde im Jahr 2019 ein erstes Deckblatt mit Änderungen der Planung (u.a. Lärmschutz, Landespflege) zur Berücksichtigung von eingegangenen Stellungnahmen bzw. Einwendungen offengelegt. Durch die neue Bedarfsplanmaßnahme A553 Rheinspange mussten die Verkehrszahlen für das Jahr 2030 auch in dem hier vorliegenden Projekt überprüft werden. Die Zahlen hierzu liegen seit dem Jahr 2020 vor. Aus den neuen Verkehrszahlen ergab sich ein erneuter Änderungsbedarf an den Planfeststellungsunterlagen. Die Offenlage des zweiten Deckblattes ist für 2022 vorgesehen.


8-streifiger Ausbau

Die Fahrbahn soll zwischen den Autobahndreiecken auf insgesamt acht Fahrspuren zzgl. Standstreifen erweitert werden. Dazu müssen auch die beiden Knotenpunkte Bonn-Nordost und Sankt Augustin-West an den neuen Querschnitt der Hauptstrecke angepasst werden. Künftig werden in den Streckenabschnitt jeweils von Norden bzw. Süden zwei Fahrspuren hineinführen. Die von der A560 und A565 hinzukommenden zwei weiteren Fahrspuren werden addiert, so dass dann vier Richtungsfahrspuren zur Verfügung stehen.

Der Streckenverlauf erfolgt überwiegend auf der vorhandenen Trasse. Dabei sind eine Reihe von Zwangspunkten zu beachten wie Naturschutzgebiete, Wasserschutzzonen oder die beiden Autobahndreiecke. Auch die Erweiterung der parallel verlaufenden Strecke der Deutschen Bahn nimmt direkten Einfluss auf den Autobahnausbau, so dass Verbreiterung hier asymmetrisch Richtung Osten vorgesehen ist.


Lärmschutz

Der Lärmschutz für die angrenzenden Sankt Augustiner Stadtteile Menden und Meindorf wird entscheidend verbessert. In Fahrtrichtung Köln werden insgesamt 2,3 km, in Richtung Bonn rund 1,8 km Lärmschutzwände und -wälle gebaut. Im direkten Bereich der Bebauung entstehen dabei Lärmschutzwände mit einer Höhe von bis zu 9,0 m. Die oberen vier Meter werden trasparent ausgebildet, um eine Verschattung von Anwohnergrundstücken zu reduzieren. Zusätzlich wird lärmmindernder Asphalt eingebaut. Durch offenporigen Asphalt (Flüsterasphalt) kann der Straßenlärm um bis zu -5 dB(A) reduziert werden.


Schutz von Natur und Umwelt (Landespflege)

Auch Natur und Landschaft spielen beim Ausbau der A 59 eine wichtige Rolle. Flächen, die durch den Bau in Anspruch genommen werden, werden an anderer Stelle durch die Neuanlage von rund 10 ha ökologisch wertvollen Lebensräumen wieder ausgeglichen. So wurde bereits im Vorfeld das Gelände der ehemaligen Kaserne Camp Altenrath in der Wahner Heide renaturiert und für die Natur aufgewertet. Geschützte Tiere, zum Beispiel die Zauneidechse, die derzeit im Baufeld vorkommen, werden vor Baubeginn eingefangen und in einen neu geschaffenen Lebensraum in der Grube Deutag umgesiedelt.


Bauphasen und Verkehrsführung

Der Bauablauf gliedert sich grundsätzlich in fünf Bauphasen. Grundsätzlich sollen alle Fahrspuren je Fahrtrichtung aufrechterhalten werden.
Kurze Sperrungen einzelner Fahrstreifen erfolgen nach Möglichkeit in verkehrsärmeren Zeiten (nachts, am Wochenende).


Bildergalerie

Kontakt - Ihr Draht zu uns

Sie erreichen die Autobahn GmbH Rheinland bei Fragen rund um dieses Projekt unter der Rufnummer 0221/29927620.

Kontaktformular

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Pressekontakt

Lauren Dohnalek

Kommunikation Außenstelle Köln

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Rheinland
Außenstelle Köln
Deutz-Kalker-Str. 18-26
50679 Köln

Sebastian Bauer

Kommunikation Außenstelle Köln

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Rheinland
Außenstelle Köln
Deutz-Kalker-Str. 18-26
50679 Köln


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