Autobahn Westfalen: Gehölzpflege endet mit Beginn der wärmeren Jahreszeit

Mit dem 29. Februar endet die Gehölzpflegesaison auch an den Autobahnen. Mit Blick auf die Verkehrssicherheit pflegen die Autobahnmeistereien von Oktober bis März die Gehölzflächen entlang der Strecke und auch hinter den Lärmschutzwänden.

Ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Lüdenscheid setzt Sträucher auf den Stock.
Ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Lüdenscheid setzt Sträucher auf den Stock.
Foto: Autobahn Westfalen

Hamm. Die warmen Tage Anfang Februar haben die Natur früh aus dem Winterschlaf erwachen lassen. In Hecken und Büschen sind viele Vögel aktiv, die für die anstehende Brutsaison auf Partnersuche gehen. „Zwar wird in den direkten Randbereichen unserer Strecken nicht unbedingt gebrütet, aber unsere Gehölzstruktur bietet für viele Vogelarten Beeren und Samen als Nahrungsquelle“, sagt Dr. Frank Eilermann, Fachmann für Grünpflege bei der Autobahn Westfalen. Weiter entfernt vom Verkehr finden die Tiere aber auch Brutplätze.  „Es hat also einen guten Grund, warum die Pflegesaison Anfang März endet.”

Verkehrssicherheit an erster Stelle

Aber warum werden trotz dieser wichtigen Funktion für die Natur zwischen Oktober und März entlang der Strecken die Gehölze oft stark zurückgeschnitten? „An den Autobahnen steht Verkehrssicherheit an erster Stelle“, betont Frank Eilermann. Darum sei die regelmäßige Pflege der Böschungen und Grünflächen an den Kreuzen und Anschlussstellen wichtig. Schon seit längerem verfolgt die Autobahn Westfalen dabei das Konzept der „selektiven Gehölzpflege“, bei dem nach Möglichkeit Bäume und Sträucher nicht mehr großflächig entfernt, sondern einzeln entnommen werden. Je weiter ein Bereich dabei von der Fahrbahn entfernt liegt, umso weniger muss geschnitten werden.

Die Anlieger einer Autobahn haben noch eine andere Perspektive auf die Gehölzpflege. Denn auch jenseits der Lärmschutzwände müssen Flächen gepflegt werden. „Hier geht es auch darum, diese Bauwerke regelmäßig prüfen zu können“, erklärt Frank Eilermann die Arbeiten. „In diesem Bereich konnten wir angesichts der großen Regenmengen in dieser Saison an einigen Stellen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Die Böden waren zum Teil so weich, dass wir mit schwerem Gerät gar nicht anfahren konnten.“ Hier werden die eigentlich für dieses Jahr geplanten Gehölzarbeiten im kommenden Herbst nachgeholt.

Auf den Stock gesetzt

Doch zurück auf die Autobahn: Gefährden Gehölze den Verkehr oder versperren die Sicht, kommen die Straßenwärterinnen und Straßenwärter oder auch beauftragte Firmen zum Einsatz. Grundsätzlich wird dabei auf den Flächen, die im Sicherheitsbereich liegen und damit stärker bearbeitet werden müssen, nicht gerodet, sondern auf den Stock gesetzt. Das bedeutet, dass Bäume und Sträucher nur so weit heruntergeschnitten werden, dass sie neue Triebe bilden können. Schon im Frühjahr ist hier zu sehen, wie aus den Stämmen neues Grün wächst. Diese Flächen bieten vor allem Insekten für ein paar Jahre mehr Nahrung, weil sich Blühpflanzen ausbreiten können, bevor ihnen die Blätter der höher wachsenden Büsche und Bäume wieder das Licht nehmen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 18 Meistereien der Niederlassung Westfalen sind zwischen Oktober und März häufig mit der Säge unterwegs, es sei denn, Schnee und Eis erfordert ihren Einsatz. Ganz wegräumen können sie die Schnittwerkzeuge Ende des Monats allerdings nicht, denn auch nach dem Ende der offiziellen Gehölzpflegesaison müssen immer wieder vor allem größere Bäume gefällt werden. „Mit dem Klimawandel steht auch das so genannte Straßenbegleitgrün unter Stress“, weiß der Baumexperte der Autobahn Westfalen. „Wir haben in den Teams unserer Meistereien geschultes Personal, das erkennt, ob ein Baum zu Gefahr werden kann“, so Eilermann. Ist das der Fall, wird Totholz herausgeschnitten oder ein Baum sogar gefällt. Denn: Sicherheit geht vor!

Hintergrund

  • Die Gehölzpflege kann nicht mit Holzerntemaßnahmen im Wirtschaftswald verglichen werden. Aufwändige Sicherungsmaßnahmen, Arbeit auf engem Raum und oft in steilen Böschungen - die Kosten der Pflege sind hoch. Der Verkauf des Schnittgutes als Stangenholz oder auch als Häckselgut wird in der Kalkulation der Auftragnehmer berücksichtigt und mindert so die Kosten für die Steuerzahlenden.
  • Ein Teil des gehäckselten Holzes bleibt auch im Hang und dient dort zum Aufbau der Humusschicht.
  • Nicht immer können die Gehölzreste sofort komplett abgefahren werden. Das Abräumen des Schnittgutes kann darum bis ins Frühjahr hinein dauern. Dazu werden entsprechende Tagesbaustellen eingerichtet.
  • Die Gehölzpflegeeinsätze sind so organisiert, dass morgens nach den Pendlerströmen begonnen wird und die Arbeiten nachmittags vor dem Feierabendverkehr wieder beendet werden.

 

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga[at]autobahn[dot]de

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