Brücken schneller bauen und sanieren mit BIM

Die Autobahn GmbH geht die Brückenmodernisierung über Bundesländergrenzen hinweg mit einem langfristig angelegten Modernisierungsprogramm konzentriert und gebündelt an. BIM verändert die Art und Weise, wie Bauprojekte geplant, ausgeführt und verwaltet werden.

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Die Modernisierung der Autobahnbrücken hat für die Autobahn GmbH höchste Priorität. Das deutsche Autobahnnetz umfasst ca. 18.000 Brücken (ca. 28.000 Teilbauwerke). Diese Brücken sind elementarer Bestandteil von Streckenabschnitten mit internationaler Bedeutung und tragen damit wesentlich zur Verfügbarkeit des Netzes bei. Etwa 4.000 Brücken müssen modernisiert bzw. durch einen Neubau ersetzt werden. Die Autobahn GmbH geht die Brückenmodernisierung über Bundesländergrenzen hinweg mit einem langfristig angelegten Modernisierungsprogramm konzentriert und gebündelt an.

Allein im vergangenen Jahr hat die Autobahn GmbH an mehr als 1.000 Bauwerken des Brückenmodernisierungsprogramms gearbeitet und fast 200 Brücken fertiggestellt. Fast die Hälfte der Investitionen des Bundes in die Erhaltung der Bundesautobahnen ist für die Erhaltung von Ingenieurbauwerken vorgesehen. Für 2023 konnten die Investitionen in die Brückensanierung weiter gesteigert werden. Um die positive Dynamik bei der Brückensanierung weiter zu verstärken, wird das Brückenkompetenzzentrum in der Unternehmenszentrale in Kürze seine Arbeit aufnehmen und das bundesweite Brückenmodernisierungsprogramm für Autobahnen steuern.

Weitere Beschleunigungseffekte können mit digitalen Methoden erreicht werden. Die Autobahn GmbH arbeitet deshalb intensiv an der zügigen autobahnweiten Implementierung von Building Information Modeling (BIM). Die erforderliche IT-Infrastruktur steht bereit und das autobahnweite Wissensmanagement sorgt für einen gezielten Aufbau von BIM-Kompetenz.

BIM verändert die Art und Weise, wie Bauprojekte geplant, ausgeführt und verwaltet werden. Auf Grundlage digitaler Modelle werden alle relevanten Informationen und Daten zusammenhängend erfasst, verwaltet und zwischen den am Projekt Beteiligten ausgetauscht. Grundlage ist ein dem Planungs- bzw. Baufortschritt angepasstes digitales 3D-Modell. Alle Bauwerksdaten werden dabei bauteilbezogen im Modell hinterlegt. Dadurch werden Fehler, die bislang erst im Zuge der Baudurchführung erkannt werden konnten, bereits im Planungsprozess vermieden. Das führt zu einer wesentlich störungsfreieren Baudurchführung und erhöht die Effizienz. BIM bedeutet damit mehr Planungssicherheit und eine vereinfachte Bauablaufplanung von Bauprojekten. Brücken können mit BIM effizienter geplant und schneller gebaut werden. Außerdem lassen sich die Kosten transparenter darstellen und Zeitpläne sowie Risiken einfacher ermitteln und kontrollieren, komplexe Projekte werden beherrschbarer.

Mit BIM stehen bereits frühzeitig realitätsnahe Abbildungen und Simulationen der Projekte zur Verfügung, die auch kritische Punkte wie Lärm- und Umweltschutz transparent und nachvollziehbar darstellen. Die Daten aus Planung und Bau können zudem in Betrieb und Unterhaltung des fertiggestellten Bauwerks hinzugezogen werden, um zum Beispiel Maßnahmen zur Unterhaltung oder Erhaltung zielgerichteter durchführen zu können.

Der kürzlich veröffentlichte BIM-Leistungskatalog trägt dazu bei, BIM in der Praxis weiter zu etablieren. Nach wie vor gibt es Unsicherheiten bei der Leistungsbeschreibung und der Vergütung von BIM-Leistungen. Mit dem neuen BIM-Leistungskatalog ändert sich dies grundlegend: Der Leistungskatalog beschreibt alle BIM-Leistungen sowohl für die Planungs- als auch für die Bauphase eindeutig und macht sie damit für alle am Fernstraßenbau beteiligten Partner plan- und kalkulierbar. Erarbeitet wurde der BIM-Leistungskatalog von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) in Abstimmung mit dem Verband Beratender Ingenieure (VBI) und der Bundesingenieurkammer. Die Autobahn GmbH des Bundes und die DEGES haben gemeinsam mit drei Verbänden der Bauwirtschaft eine Erklärung zur Nutzung des BIM-Leistungskataloges unterzeichnet und damit ein starkes Signal für die verstärkte Nutzung der BIM-Methode gesetzt.

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