A2: Montage der Fertigteilbrücken Hammer Straße und Münsterstraße geht in die finale Phase

Schneller, haltbarer und mit weniger Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer: Die Autobahn Westfalen testet im Rahmen zweier Pilotprojekte neue Brückenbauverfahren, die Zeit sparen und sich positiv auf den Verkehrsfluss auswirken sollen. Deshalb werden derzeit zwischen dem Kamener Kreuz und der Anschlussstelle Kamen/Bergkamen die Brücken Hammer Straße über die A2 und die A2-Brücke über die Münsterstraße mit Fertigbauteilen neugebaut.

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Kamen. Schneller, haltbarer und mit weniger Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer: Die Autobahn Westfalen testet im Rahmen zweier Pilotprojekte neue Brückenbauverfahren, die Zeit sparen und sich positiv auf den Verkehrsfluss auswirken sollen. Deshalb werden derzeit zwischen dem Kamener Kreuz und der Anschlussstelle Kamen/Bergkamen die Brücken Hammer Straße über die A2 und die A2-Brücke über die Münsterstraße mit Fertigbauteilen neugebaut. Bei der Bauweise mit Fertigteilen werden einzelne Bauteile für den Brückenüberbau im Werk vorgefertigt und anschließend neben der Autobahn auf einem Montageplatz zusammengesetzt. „Dadurch reduzieren wir die Kernbauzeit bei Brücken im Verlauf der Autobahn um mehr als die Hälfte und bei Brücken über die Autobahn um rund ein Viertel. Zudem wird der Autobahn-Verkehr durch die Bauweise neben der Autobahn deutlich weniger beeinträchtigt als bei einer konventionellen Bauweise“, erklärt Franz-Josef Fischer, zuständiger Projektleiter bei der Autobahn Westfalen, die Vorteile. Bei beiden Pilotprojekten wird auf den Montageplätzen neben der Autobahn schon mit Hochdruck gearbeitet.

Die Brücke Hammer Straße
Die Brücke Hammer Straße ist eine Stahlbetonbrücke, die auf einer Länge von 55 Metern die A2 überspannt. Der Unterbau stammt aus dem Jahr 1934, der Stahlüberbau mit der Betonfahrbahnplatte aus dem Jahr 1950. Da die Brücke nicht für die heutigen Verkehrsmengen ausgelegt ist, muss sie ersetzt werden. Für die geplante Stabbogenbrücke wurden seit Anfang des Jahres 2022 Stahlelemente in einem Werk vorgefertigt, die nach und nach auf dem Montageplatz neben der Autobahn angeliefert werden.

In diesen Tagen werden die ersten Stahlteile vor Ort aufgebaut, ausgerichtet und anschließend miteinander verschweißt. Nach dem Abschluss des Stahlbaus werden die Betonfahrbahnplatte sowie die sogenannten „Brückenkappen“, die seitlichen Randbauteile der Brücke, vor Ort miteinander verbunden. „Aktuell sind wir voll im Zeitplan“, sagt Fischer. Voraussichtlich Mitte September soll dann die aktuelle Brücke abgerissen, die neuen Widerlager erstellt und anschließend der fertige Überbau unter Vollsperrung der Autobahn mit Schwerlastfahrzeugen eingehoben werden. Zum Vergleich: Die Kernbauzeit mit einer Verkehrsführung auf der Autobahn beträgt aufgrund der Fertigteilbauweise nur rund drei statt vier Monate.

Die Brücke Münsterstraße
Im Gegensatz zur Hammer Straße führt die Münsterstraße unter der Autobahn hindurch. Auch diese rund 17 Meter lange Stahlbetonbrücke aus dem Jahr 1946/47 muss für rund 11,4 Millionen Euro erneuert werden. Dies geschieht nicht nur in Fertigteilbauweise, wodurch die Kernbauzeit von 15 auf sieben Monate und die Zeit der Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer auf der A2 von 20 auf elf Monate reduziert wird, sondern auch unter Einsatz von hochfestem Beton. „Hochfester Beton verhindert effektiver das Eindringen von Schadstoffen in den Beton, erhöht den Widerstand bei mechanischen Einflüssen wie starkem Verkehr und sorgt für einen besseren Korrosionsschutz des eingelegten Bewehrungsstahls“, zählt Projektleiter Fischer die Vorteile auf. Zudem wird durch die Verwendung von hochfestem Beton insgesamt weniger Baustoff benötigt.

Der neben der Autobahn gefertigte neue erste Teil des Brückenüberbaus für die Münsterstraße ist schon weiter als jener für die Hammerstraße. Deshalb wurde der gesamte Verkehr auf der A2 in dieser Woche bereits auf das vorher verbreiterte Teilbauwerk in Richtung Hannover gelegt. In den kommenden Tagen beginnt der Abbruch des Teilbauwerks in Richtung Oberhausen. Ist dieser erfolgt werden zunächst die Unterbauten neu hergestellt, bevor der neue Überbau in Richtung Oberhausen eingehoben wird. Anschließend werden die Übergänge von der Brücke zur Fahrbahn eingebaut und Abdichtungsarbeiten ausgeführt sowie eine Lärmschutzwand errichtet. Dann wird der gesamte Verkehr auf das neue Teilbauwerk gelegt und das zweite Teilbauwerk in Richtung Hannover abgerissen und erneuert. Komplett fertig ist die Brücke voraussichtlich Ende 2022.

Kontakt: Mirko Heuping, (02381) 277 7107, mirko.heuping@autobahn.de