A45: Beweissicherung im Vorfeld der Rahmede-Sprengung beginnt

Die A45-Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid soll im Dezember gesprengt werden. Im Vorfeld der Sprengung beginnen nun im direkten Umfeld der Brücke die Beweissicherungsarbeiten.

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Lüdenscheid. Die Autobahn Westfalen beginnt im Vorfeld der Sprengung der Talbrücke Rahmede mit der Beweissicherung an Gebäuden, Straßen und Kanälen. Für diese Arbeiten wurden zwei Sachverständigen-Büros beauftragt. Die Mitarbeiter der Büros werden in den kommenden Wochen knapp 40 Wohn- und Nebengebäude sowie Firmen aufsuchen, um den Gebäudezustand von außen und innen zu erfassen. Alle betroffenen Anlieger sind von der Autobahn Westfalen bereits am Freitag (3.6.) im Vorfeld per Postwurfsendung informiert worden.

Betrachtet werden bei der Beweissicherung sowohl die Wände als auch die Dächer der Gebäude. Der Zustand der Dachflächen wird mit Hilfe von Drohnenaufnahmen dokumentiert. Auch Zäune und Stützmauern nehmen die Gutachter in den Blick. „Wir machen uns ein umfassendes Bild“, sagt der Projektleiter für Abriss und Neubau der Brücke, Michael Neumann. „Wir gehen nicht davon aus, dass durch die Sprengung weitreichende Schäden entstehen. Schließlich fällt die Brücke in ein so genanntes Fallbett, das Erschütterungen weitgehend auffängt.“

In einem Radius von 300 Metern um die Talbrücke werden die Gebäude begutachtet. Knapp außerhalb dieser Grenze liegt die evangelische Kirche Oberrahmede. Die neugotische Kirche steht unter Denkmalschutz und ist samt Pfarrhaus mit in die Liste der zu begutachtenden Gebäude aufgenommen worden. Grund: Die Kirche weist aus Sicht der Fachleute nicht nur eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Erschütterungen auf, sondern gilt ob ihrer historischen Bedeutung auch als „besonders erhaltenswert“.

Egal ob Kirche oder Wohngebäude – die Gutachter schauen zwei Mal hin. „Wir erfassen den Zustand vor und nach der Sprengung“, so Neumann. Nur so könne im Schadensfall ein Zusammenhang zwischen Schaden und Sprengung hergestellt werden. Liegt die Brücke im Tal, melden sich die Gutachter unverzüglich zu einem zweiten Besuch an. In einem Schlussgutachten wird so für die Eigentümer wie auch für die Autobahn Westfalen ein möglicher Schadensfall sicher dokumentiert. Und was passiert, wenn sich tatsächlich ein Riss im Mauerwerk zeigt? „Wenn ein Schaden durch die Sprengung der Brücke entstanden ist, wird die Sanierung von der Autobahn Westfalen übernommen“, so Neumann.

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga@autobahn.de