A45: Neue Teilbauwerke Rinsdorf und Rälsbach nehmen Verkehr auf

Auf der A45 bei Wilnsdorf läuft der Verkehr bald über zwei neue Brückenhälften. Die Bauarbeiten an den Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach gehen in einen Zwischenspurt.

Die Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach aus der Vogelperspektive.

Wilnsdorf. Mit der ersten Hauptprüfung erhalten die ersten Teilbauwerke der Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach in diesen Tagen quasi ihre Betriebserlaubnis. Brückenprüfer nehmen im Auftrag der Autobahn Westfalen die Neubauten noch bis Anfang Dezember vom Geländer bis zum Pfeilerfuß unter die Lupe. Im Anschluss wird der Verkehr auf die neuen Bauwerke umgelegt. Gleichzeitig laufen unter der Talbrücke Rinsdorf bereits ab Ende November die Vorbereitungen für die Sprengung des alten Bauwerks.

Die Talbrücke Rinsdorf ist eine von noch vier einteiligen Großbrücken entlang der Sauerlandlinie, die von der Autobahn-Niederlassung Westfalen betreut werden. Das bedeutet, dass die Fahrbahnen beider Richtungen über einen Überbau führen. Eine besondere Herausforderung für den Brückenneubau – schließlich muss der Verkehr weiter rollen. Bereits neu gebaut ist die Lennetalbrücke in Hagen. Hier wurde der fast 1000 Meter lange Überbau einer Brückenhälfte Anfang des Jahres quer in die endgültige Lage verschoben.

Die neue Talbrücke Rinsdorf wird aus zwei Teilbauwerken bestehen – die erste Hälfte ist fertig und geht Anfang Dezember unter Verkehr. Allerdings stehen die über 70 Meter hohen Pfeiler noch nicht an ihrem endgültigen Platz. Erst wenn die alte Brücke gesprengt worden ist und die zweite Brückenhälfte gebaut wurde, rücken beide Brückenteile zusammen. „Dabei verschieben wir erstmals in Deutschland eine so hohe Talbrücke samt ihrer Pfeiler“, beschreibt Karl-Josef Fischer, Geschäftsbereichsleiter Bau der Außenstelle Netphen, eine der – voraussichtlich im Jahr 2024 – anstehenden Herausforderungen. Die zweite Mammutaufgabe für die Autobahn Westfalen ist die Sprengung der Bestandsbrücke. Fischer: „Eine Brücke mit diesen Dimensionen zu sprengen, ist ziemlich einmalig.“

 

Sperrung der Eiserfelder Straße

Bevor es im Februar soweit ist, muss für die Brücke ein Fallbett hergestellt werden. Schließlich sollen die Trümmer weder die Eiserfelder Straße (L907) noch den Heckebach in Mitleidenschaft ziehen. Außerdem muss das Bauwerk vor der Sprengung noch geleichtert werden. Das bedeutet, dass der Fahrbahnbelag und sämtliche Aufbauten sowie die so genannten Kragarme und Teile der Fahrbahnplatte entfernt werden. So reduziert sich vor der Sprengung das Gewicht der Brücke – und die Erschütterungen beim Aufprall werden geringer. Für diese Arbeiten muss die L907 ab Montag (29.11.) bis Ende Februar zwischen Rinsdorf und Wilnsdorf gesperrt werden. Eine Umleitung führt über die L909 und B54 über Obersdorf. Das Industriegebiet Wilnsdorf bleibt aus Wilnsdorf erreichbar.

Die Sprengung der Talbrücke Rälsbach ist nur wenige Wochen nach der Rinsdorfer Brücke geplant. Hier sind allerdings nur Wirtschaftswege betroffen und das Teilbauwerk ist kleiner als die Brücke Rinsdorf. Der Verkehr auf der A45 wird ab Anfang Dezember Schritt für Schritt auf die beiden Neubauten umgelegt.

Erste Hauptprüfung

Während das Ende der alten Brücken geplant und vorbereitet wird, machen sich Brückenprüfer daran, die beiden Neubauten ausführlich in Augenschein zu nehmen. Bevor ein Neubau für den Verkehr freigegeben werden kann, steht eine erste Hauptprüfung an. Bei dieser „H1“ werden alle Bauteile wie bei der regulär alle sechs Jahre stattfindenden Hauptprüfung „handnah“ in den Blick genommen. Dabei geht es auch darum, oberflächliche Fehler zu finden und noch vor der Freigabe zu beseitigen. Das können zum Beispiel sogenannte Kiesnester sein, bei denen der Beton an der Schalung nicht ausreichend verdichtet wurde und sich so eine unebene Oberfläche gebildet hat. „Was die inneren Qualitäten der Brückenbauteile angeht, finden die wichtigsten Prüfungen während der Bauphase statt“, erklärt Gunter Nöh, Bauüberwacher der Autobahn Westfalen an den Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach. Für die Talbrücke Rinsdorf geht die derzeitige Prüfung allerdings noch als Sonderprüfung ins Bauwerksbuch ein. Denn die erste Brückenhälfte steht ja noch nicht an ihrem endgültigen Platz. Die H1 folgt dort also erst nach dem Verschub. Bis dahin hat das Bauwerk aber schon ein paar Jahre Verkehr bewältigt.

 

Hintergrund

  • Die Talbrücke Rinsdorf hat eine Gesamtlänge von 485,5 Meter. An der höchsten Stelle misst sie 71,9 Meter. Die Talbrücke Rälsbach ist 161 Meter lang und 25 Meter hoch. Beim Ersatzneubau wird der Ausbau der A45 auf sechs Spuren berücksichtigt.
  • Seit Dezember 2011 ist die Brücke Rinsdorf für Fahrzeuge über 44 Tonnen gesperrt. Für LKW wurde ein Mindestabstand von 50 Metern auf der Brücke vorgeschrieben sowie ein Überholverbot eingerichtet.
  • Wegen der großen Nähe werden die Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach parallel gebaut. So können Bauzeiten und vor allem die Verkehrseinschränkungen verkürzt werden.
  • Vor der Verkehrsumlegung wurde die Brücke Rinsdorf in den vergangenen Wochen abgedichtet. Um diese Arbeite auch bei schlechterer Witterung durchzuführen, wurde ein Zelt aufgebaut.
  • Nach dem Asphaltieren folgen Markierungs- und Schutzplankenarbeiten.

Foto: Das erste Teilbauwerk der Talbrücke Rinsdorf kann bald den Verkehr aufnehmen. Foto: Autobahn Westfalen/Felix Lübbert

Weitere Bilder der Arbeiten im Zelt sowie weitere Luftbilder finden Sie hier zum Herunterladen: https://autobahn.qbank.se/mb/?h=242fe80bacfea518855d5d8307c37fcc

 

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga[at]autobahn[dot]de