Die Niederlassung Nordost ist bereit für die kommende Winterdienst-Saison

Die Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH des Bundes ist gut auf die bevorstehende Winterdienstsaison 2021/2022 vorbereitet. Mit insgesamt 512 Winterdienstkräften, davon 25 befristet eingestellten Mitarbeitern in 20 Autobahnmeistereien in den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird im Bedarfsfall alles dafür getan, dass die Befahrbarkeit der ca. 1.435 km Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich auch bei Schnee und Eisglätte gewährleistet bleibt.

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Daten und Fakten

  • Die Niederlassung Nordost betreut im Land Berlin 151* km Autobahn und 14,6 km Bundesstraßen. Der Winterdienst auf diesen Verkehrswegen wird vollumfänglich von der Berliner Stadtreinigung (BSR) erbracht.

  • Im Land Brandenburg wird der Winterdienst auf insgesamt 850* km Autobahnen unter Einsatz von 81 Winterdienstfahrzeugen und mithilfe von 261 Winterdienstkräften durchgeführt.

  • In Mecklenburg-Vorpommern sind bei Bedarf 251 Winterdienstkräfte und 93 Fahrzeuge auf 804* km Bundesautobahnen im Einsatz.

  • Autobahnen werden rund um die Uhr geräumt und gestreut, wenn es die Wetterlage erfordert. An Steigungsstrecken stehen ca. 40 Boxen mit Streugut bereit, auf die insbesondere Lkw-Fahrer zurückgreifen können, wenn es bei Glätte nicht mehr vorwärts geht.

  • Entlang der Autobahnen im Zuständigkeitsbereich werden ca. 27 km Schneezäune errichtet, um an besonders gefährdeten Abschnitten Schneeverwehungen zu reduzieren.

  • In der Niederlassung Nordost sind zurzeit etwa 39.700 Tonnen Salz an insgesamt 30 Standorten eingelagert. Der Salzverbrauch ist je nach Witterung unterschiedlich und hängt davon ab, wie ausgeprägt die winterliche Witterung verläuft und wie oft es Wechsel von Tau- und Frostperioden gibt.

*die Kilometerangaben umfassen auch die sog. Äste, d. h. Fahrwege, die beim Befahren von Knotenpunkten (Anschlussstellen, Autobahnkreuze und -dreiecke) sowie Rastanlagen entstehen

Wetterbeobachtung
Zur Winterdienst-Technologie gehört auch die kontinuierliche Erhebung von Wetterdaten. Die Autobahn-Messstellen im Bereich der Niederlassung Nordost liefern – ebenso wie die Messstellen aus allen anderen Niederlassungen der Autobahn GmbH – Wetterdaten für das bundesweit bestehende Straßenzustands- und Wetterinformationssystem (SWIS). Messdaten wie Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, relative Luftfeuchtigkeit, Niederschlag sowie Bodentemperatur an der Fahrbahnoberfläche und in 30 Zentimetern Tiefe werden im 15-Minuten-Abstand aktualisiert und bilden die Grundlage für Einsatzentscheidungen im Winterdienst. Alle Werte werden ständig mit den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) abgeglichen. Im Gegenzug liefert der DWD mehrmals täglich die Wetterprognosen für die unterschiedlichen Regionen, die für alle Autobahnmeistereien online abrufbar sind.

Streuguteinsatz
Das Ziel der Winterdienstaktivitäten besteht in der Sicherung der Befahrbarkeit der Straßen, was in erster Linie den „Kampf gegen Glätte“ bedeutet. Das entscheidende Element dabei ist der Streuguteinsatz. In Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen können zwei unterschiedliche Verfahren angewendet werden.
Überwiegend ist die bewährte Feuchtsalztechnologie „FS 30“ im Einsatz. Dabei wird Streusalz - Natriumchlorid (NaCl) – verwendet. Dieses wird an Bord der Winterdienstfahr-zeuge im Verhältnis 70:30 mit einer Salz-Wasser-Sole vermischt und vom Streuteller fein verteilt auf die Fahrbahn ausgebracht. Dank der modernen Feuchtsalztechnologie „FS 30“ haftet das Material besser an der Fahrbahn, als das trockene Salz allein. Ein Verwehen wird vermindert und das Salz kann da wirken, wo es gebraucht wird. Mithilfe des Einsatzes der „FS 30“-Technologie beträgt der Streusalzverbrauch etwa 5 bis 15 Gramm pro Quadratmeter. Diese Effizienz im Sinne von Natur und Umwelt ist möglich, weil die Streumenge je nach erforderlicher Tauleistung und Fahrbahntemperatur mithilfe von Sensoren im Win-terdienstfahrzeug genau dosiert werden kann.
Das Aufbringen reiner Tausalzlösungen „FS 100“ auf den Straßen ist inzwischen im gesamten Bundesgebiet etabliert. Alle Autobahnmeistereien im Zuständigkeitsbereich der Niederlassung Nordost sind mit mindestens einem entsprechenden Fahrzeug für diese Technologie ausgestattet. Ein großer Vorteil der Tausalzlösungen bei der vorbeugenden Streuung ist die deutlich längere Liegedauer auf der Fahrbahn. Bei geeigneten Bedingungen ist der Einsatz von Tausalzlösungen eine geeignete Alternative zum Feuchtsalz, mit der sich der spezifische Tausalzverbrauch deutlich verringern lässt. Untersuchungen ergaben, dass bei der präventiven Streuung mithilfe des Einsatzes der FS-100-Technologie etwa 60 % Streusalz gegenüber „FS 30“ eingespart werden können. Umweltbelastungen infolge des Winterdienstes können damit weiter reduziert werden. Jedoch kann FS 100 die Feuchtsalztechnologie nicht komplett ersetzen, da sie bei schnee- und eisbedeckter Fahrbahn und/oder bei sehr niedrigen Temperaturen nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

Verantwortung der Verkehrsteilnehmer
Alle Fahrzeugführenden sind aufgerufen, sich auf die veränderten Verkehrsverhältnisse im Winter einzustellen, um ihrer Verantwortung im Straßenverkehr gerecht zu werden. Bitte verwenden Sie eine geeignete Bereifung, sorgen Sie für den ordnungsgemäßen Zustand der Fahrzeugbeleuchtung und planen Sie genügend Zeit ein.
Auch im Winter gilt der Grundsatz nach §3 Absatz 1 StVO: „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. […]“

Pressekontakt:
Dr. Cornelia Mitschka
Kommunikation
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung Nordost
T: 03302 2096-640
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