Geschichte an der Autobahn: Die ehemalige Grenzübergangsstelle Marienborn

Viele unsere Autobahnen sind geschichtsträchtige Orte oder führen an wichtigen Schauplätzen der deutschen und europäischen Geschichte vorbei. In der Niederlassung Ost spielt die Geschichte der Grenzübergangsstelle Marienborn an der A 2 auch eine besonders emotionale Rolle. Was man nur wenige Meter nach der Pause an der Raststätte erleben kann.

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Der Kontrollpunkt Marienborn-Helmstedt

Errichtet im Sommer 1945 von den vier Siegermächten wurde der Kontrollpunkt Marienborn-Helmstedt ab 1949 zur festen Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Marienborn diente vor allem als Grenzübergang für die Ein- und Ausreise von Transitreisenden und des Güterverkehrs. Gleichzeitig war die Autobahn Hannover-Berlin die einzige Straßenverbindung für die alliierten Militärs in die Berliner Sektoren. Damit war Marienborn die wichtigste Kontrollstelle zwischen Ost-West. Ab Mitte der 1970er-Jahre bis zum Sommer 1990 waren insgesamt 1.000 Mitarbeitende der Passkontrolleinheit, des Ministeriums für Staatssicherheit, des Zolls und der Grenztruppen der DDR mit den Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen befasst. Ab Mitte der 1980er-Jahre passierten jährlich fast 12 Millionen Reisende die Grenzübergangsstelle Marienborn – hauptsächlich Bundesbürger und Reisende aus Westeuropa. Mit der friedlichen Revolution 1989 konnten auch die Bürger der DDR Marienborn in Richtung Helmstedt passieren. Ab dem 01. Juli 1990 fielen jegliche Kontrollen an der Grenze und somit auch am Kontrollpunkt Marienborn-Helmstedt gänzlich weg.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Mit der Beendigung der Grenzkontrollen wurde die ehemalige Grenzübergangsstelle unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 1994 entschied das Land Sachsen-Anhalt, dort eine Gedenkstätte zu errichten. Für eine neue Tank- und Rastanlage wurden der Ausreise-Bereich und Servicegebäude abgerissen, die wesentlichen Bestandteile des Einreise-Areals wurden erhalten und denkmalgerecht saniert. Mit der Eröffnung am 13. August 1996 wurde die Gedenkstätte für Besucher öffentlich zugänglich.

Pause mit Geschichte

Auf der A 2 in Fahrtrichtung Berlin rauscht man am alten Kommandantenturm vorbei, mehr nimmt man während der Fahrt kaum wahr. Wer ein bisschen mehr Zeit hat, erreicht die Gedenkstätte direkt über die Tank- und Rastanlage Marienborn in Fahrtrichtung Berlin, so lässt sich eine Kaffeepause mit Geschichte verbinden. Läuft man auf das Areal, umhüllt einen sofort das Gefühl einer anderen Zeit. Die Verbindung zur Autobahn ist dabei ständig spürbar und auch heute noch aktuell wie nie. Matthias Ohms, stellvertretender Gedenkstättenleiter, erklärt warum: „Ein Teil der erhaltenen historischen Standorte der Gedenkstätte Marienborn gehören tatsächlich dem Bund. Für die Pflege und Instandhaltung ist dementsprechend die zuständige Autobahnmeisterei zuständig.“

Neben einiger Rasenflächen und einem sowjetischen Abfertigungsbereich gehört auch eine alte Beschaubrücke heute dem Bund. Von dieser Beschaubrücke aus suchten Grenzsoldaten bei der Ausreise aus der DDR nach versteckten Personen auf LKW. Sie ist das einzig erhaltene historische Gebäude aus dem Bereich Ausreise der Grenzübergangsstelle Marienborn.

Ein Sprung zurück in die Zeitgeschichte, Informationen zum Grenzverkehr zwischen 1945 und 1990 oder die Überquerung der Autobahnauffahrt über einen Zebrastreifen – in Marienborn gibt es viel zu entdecken. Eine längere Autopause direkt neben der A2 ist nicht nur lohnenswert, wenn man sich für Autobahngeschichte interessiert. Eine gelungene Ausstellung im ehemaligen Dienstgebäude erklärt mit vielen Ausstellungsstücken und Videoinstallationen die vielfältige Geschichte der Grenzübergangsstelle und die mit ihr verbundenen Schicksale.

Weitere Infos zur Ausstellung und zur Geschichte der Gedenkstätte Teilung Marienborn finden Sie hier.

Quelle: Webseite der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

 

Erste Eindrücke - Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn an der A 2

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