Land SH erlässt Planfeststellungsbeschluss für Ersatzneubau der Rader Hochbrücke

RENDSBURG/KIEL. Die Planungen für den Neubau der Rader Hochbrücke bei Rendsburg haben die wichtigste Hürde genommen: Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz erklärte in Kiel, dass für das 380-Millionen-Projekt nach 33 Monaten akribischer Vorbereitung durch die Planungsgesellschaft DEGES nun der so genannte Planfeststellungsbeschluss vorliegt. In diesem Jahr startet die europaweite Ausschreibung des Projekt, im kommenden Jahr beginnt der Bau. Der Pkw- und Lkw-Verkehr auf der Brücke wird nach einer aktuellen Verkehrsprognose von derzeit täglich rund 54.000 Fahrzeugen auf knapp 61.000 Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 steigen.

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Die jetzt vom schleswig-holsteinischen Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) erlassene Baugenehmigung regelt alle mit dem Abriss der alten und dem Bau der neuen Brücke zusammenhängenden Belange. Dabei wurden rechtliche Fragen rund um den Natur- und Wasserschutz ebenso sorgfältig beleuchtet und abgewogen wie Fragen des Lärmschutzes während der Bauphase und des anschließenden Betriebs der dann sechsspurigen A-7-Autobahnbrücke. Der Planfeststellungsbeschluss schafft alle nötigen Voraussetzungen, dass der Nord-Abschnitt der A 7 auch über 2026 hinaus eine leistungsfähige Verkehrsachse bleibt.   

Nach den Worten von DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe und Carsten Butenschön von der Autobahn GmbH des Bundes (AdB) sind der 264 Seiten starke Planfeststellungs­beschluss und die insgesamt zwölf Ordner umfassenden weiteren Planunterlagen kurzfristig im Internet einsehbar und werden vom 14. bis zum 28. Februar auch in mehreren Ämtern zur Einsicht ausgelegt. Ab Frühjahr 2023 bis Herbst 2026 soll zunächst rund 16 Meter östlich von der jetzigen Brücke ein erstes Teilbauwerk für die beiden neuen Richtungsfahrbahnen über den Nord-Ostsee-Kanal gebaut werden. Anschließend wird die alte Brücke gesprengt und abgerissen. Bis an deren Position die zweite Hälfte der Zwillingsbrücke gebaut ist, rollt der Verkehr knapp vier Jahre lang in beiden Richtungen über die fertige erste Fahrbahn. Die neue Brücke hat eine Länge von rund 1.500 Metern, die gesamte A-7-Verbreiterung auf sechs Spuren zwischen Büdelsdorf und Schacht-Audorf umfasst 5,3 Kilometer.  

„Die Niederlassung Nord der Autobahngesellschaft wird weiterhin mit einem engmaschigen Monitoring und laufenden Erhaltungsmaßnahmen für die Sicherheit und Verfügbarkeit der bestehenden Brücke sorgen“, sagte Carsten Butenschön, Leiter Geschäftsbereich B der Autobahn GmbH Nord. Es sei beruhigend, dass der Neubau durch die DEGES im Auftrag der Autobahn GmbH nun endlich starten könne. 

In dem fast drei Jahre andauernden Verwaltungsverfahren hatten laut Buchholzvor allem betroffene Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gemeinden, Naturschutzvereinigungen, Behörden und Verbände die Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern. In der ersten Runde war es zu 225 Einwendungen gekommen, nach einer Planänderung noch zu 34 kritischen Stellungnahmen. „Wir haben – soweit es uns rechtlich möglich war – alles berücksichtigt. Der Bund hatte sich gegenüber besonders betroffenen Gemeinden der Region zudem bereit erklärt, freiwillig einen lärmmindernden Asphaltbelag zu verwenden“, so der Minister. Damit würden Bund und Land einer zentralen Forderung der Anwohner nach verbessertem Schutz vor Verkehrslärm nachkommen. Allein die Kosten für den Lärmschutz bei dem Projekt belaufen sich auf 17 Millionen Euro.

Nach den Worten von Bernd Rothe, DEGES werden parallel zur europaweiten Ausschreibung in diesem Jahr an beiden Brückenköpfen bereits zahlreiche Vorarbeiten sichtbar werden. Dabei gehe es unter anderem um die Errichtung von Zufahrten für die Baufahrzeuge, erste Vorschüttungen sowie das Verlegen von Versorgungsleitungen. „Die Vergabe der neuen Brücke erfolgt im Rahmen eines über sechs Monate angelegten Verhandlungs- verfahrens. Im Vergleich zu den üblichen Verfahren erhoffen wir uns davon eine eingehende Beschäftigung des Bauunternehmens mit der sehr komplexen Bauaufgabe und insgesamt einen Zeitgewinn für die Inbetriebnahme des ersten Teilbauwerkes“, so Rothe.
 

Die Planunterlagen sind vom 14. bis zum 28. Februar während der jeweiligen Öffnungszeiten in den folgenden Auslegungsstellen einsehbar:

  • Amt Eiderkanal, Fraktionszimmer, Schulstraße 36, 24783 Osterrönfeld
  • Amt Hüttener Berge, Verwaltungsstelle Ascheffel, Schulberg 6,
    24358 Ascheffel, Zimmer KG 06
  • Amt Achterwehr, Zimmer 18, Inspektor-Weimar-Weg 17,
    24239 Achterwehr
  • Amt Trave-Land, Zimmer 14, Waldemar-von-Mohl-Straße 10,
    23795 Bad Segeberg
    (hier nur nach vorheriger telefonischer Terminabsprache unter 04551 / 990835)

Link zu BOB-SH mit allen Planunterlagen 
 

Weitere Informationen finden Sie auf DEGES - Rader Hochbrücke