Mehr Sicherheit: Sanierung Tunnel Königshainer Berge

Der Tunnel Königshainer Berge erhält eine umfangreiche Erneuerung der Sicherheitseinrichtungen. Im Vorfeld fand bereits die Vollübung mit Polizei und Rettungskräften im Tunnel statt.

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Der Tunnel Königshainer Berge wurde 1999 in Betrieb genommen und ist mit einer Länge von 3281m der viertlängste Autobahntunnel Deutschlands, neben dem Rennsteigtunnel in Thüringen, dem Elbtunnel in Hamburg und dem Tunnel Hirschhagen in Hessen. Es handelt sich um einen Richtungsverkehrstunnel mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Als Teil der A4 bei Görlitz zwischen den Anschlussstellen Nieder Seifersdorf und Kodersdorf unterquert er das Landschaftsschutzgebiet Königshainer Berge.

Täglich passieren durchschnittlich 30.000 Fahrzeuge den Tunnel, davon 40 Prozent Schwerverkehr. Der Tunnel wird mehrmals jährlich gewartet. In den vergangenen Jahren gab es zudem immer wieder Sanierungen, die zum Beispiel die Lüfter oder die Brandmeldeanlage betrafen. In diesem Jahr beginnt eine umfassende Nachrüstung der betriebstechnischen Ausstattung. Gründe dafür sind zum einen das Alter bzw. der Zustand der Anlagen sowie gestiegene Sicherheitsanforderungen durch entsprechende Richtlinien. Die Kosten für das Gesamtprojekt sind mit rund 50 Millionen Euro kalkuliert. Ziel ist es, ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten und die Technik dem aktuellen Stand der Technik anzupassen.

Vorbereitende Maßnahmen

Die vorbereitenden Arbeiten wurden bereits im vergangenen Jahr durchgeführt. Diese umfassten u.a. den Verschluss der Querschläge mit befahrbaren Fluchttoren und -türen, die Installation einer zusätzlichen Beleuchtung im zukünftigen Einfahrtsbereich (Westportal, Seite Anschlussstelle Kodersdorf), den Einbau einer zusätzlichen Sensorik zur Raucherkennung sowie Aufbau von Verkehrstechnik / -zeichen an den angrenzenden Anschlussstellen.

Aufgrund einer Großübung wurde der Tunnel am ersten April-Wochenende komplett gesperrt. Ziel der Übung war es, die Einsatzbereitschaft im Bereich des Tunnels sicherzustellen und das reibungslose Zusammenspiel aller Beteiligten zu trainieren. Kolleginnen und Kollegen der Ausstenstellen Dresden führten die Übung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen des Landkreises Görlitz sowie den örtlichen Feuerwehren, Rettungsdiensten und weiteren beteiligten Organisationen durch.

Zeitplan

Die eigentliche Sanierung erfolgt dann abwechselnd: Zuerst die Nordröhre in Richtung Dresden in diesem Jahr, dann die Südröhre in Fahrtrichtung Görlitz im Jahr darauf. Die Bauarbeiten finden außerhalb der Winterdienstsaison statt, also jeweils von April bis November. Während der Bauarbeiten wird der gesamte Verkehr im Gegenverkehr durch die jeweils „freie“ Röhre geführt.

Unabhängig von der Sanierung wird es auch danach Wartungsintervalle geben, in denen die Anlagen auf Herz und Nieren geprüft und gegebenenfalls instandgesetzt werden müssen. Eine zuverlässige Verfügbarkeit der Anlagen kann nur gewährleistet werden, wenn die Wartungsleistungen nach Herstellervorgaben realisiert werden. Diese werden in der Regel vierteljährlich/halbjährlich und jährlich durchgeführt. Zusätzlich werden in allen Autobahntunneln immer nach Ende der Winterdienstperiode Reinigungsarbeiten durchgeführt, um die Rückstände des Streugutes zu entfernen. Im Frühjahr werden diese Arbeiten in der Regel kombiniert.