Neues Betriebsgebäude der Autobahnmeisterei Fulda ist fertiggestellt - Start in die Winterdienstsaison

Rechtzeitig zum Start der Winterdienstsaison ist das neue Betriebs- und Bürogebäude der Autobahnmeisterei Fulda der Niederlassung Nordwest fertiggestellt

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Rechtzeitig zum Start der Winterdienstsaison ist das neue Betriebs- und Bürogebäude der Autobahnmeisterei Fulda fertiggestellt. Der alte eingeschossige Bau aus den 70er-Jahren wurde durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) modernisiert und um eine Etage aufgestockt. Rund 30 Mitarbeitende finden jetzt in modernen, hellen Büro- und Aufenthaltsräumen ausreichend Platz. Auch der Sanitärbereich und die Umkleideräume sind jetzt großzügiger gestaltet. „Die Kolleginnen und Kollegen hier auf der Meisterei sind für rund 115 Kilometer Streckennetz zuständig. Die Räumlichkeiten wurden den Ansprüchen nicht mehr gerecht. Ich freue mich das wir jetzt mehr Platz für mehr Personal haben, um gerade jetzt im Winter gute Arbeit auf der Autobahn leisten zu können.“, sagt Alexander Link, Geschäftsbereichsleiter Betrieb und Verkehr der Außenstelle Fulda der Autobahn GmbH.

Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 2.000.000 Euro. Baubeginn war im Juli 2018. Geplante Fertigstellung war Mai 2021. Coronabedingt und aufgrund von Schadstofffunden kam es aber zu Verzögerungen im Bauablauf. Jetzt stehen nur noch kleinere Restarbeiten im Gebäude und an der Außenanlage an.

Start der Winterdienstsaison 2021/22 in der Niederlassung Nordwest

Seit dem 1. Januar 2021 hat die neu gegründete Autobahn GmbH die Zuständigkeit für Autobahnen und Fernstraßen in Deutschland übernommen. Das Bundesgebiet ist in zehn Niederlassungen aufgeteilt. Die Niederlassung Nordwest erstreckt sich über ein langes Gebiet von der Nordsee bis zur Landesgrenze Bayern. Dabei sind einige Regionen wie der Harz und die Rhön frühzeitiger von Wintereinbrüchen betroffen als andere Gebiete. Grundsätzlich ist bei der Niederlassung Nordwest aber klar: Wir sind ab sofort bereit für den Winterdienst!

In 17 Autobahnmeistereien und zwei bemannten Standorten können rund 33.000 Tonnen Streusalz eingelagert werden. Aktuell sind rund 28.000 Tonnen gebunkert, mit der die 1.550 Autobahnkilometer im Niederlassungsgebiet jederzeit gestreut werden können. Nachschub kann jederzeit bei Lieferanten nachbestellt und nachgeliefert werden. Zusätzlich ist im Hildesheimer Hafen ein eigenes dauerhaftes Notlager mit 20.000 Tonnen Salz eingerichtet.

Insgesamt stehen den rund 440 Kolleginnen und Kollegen rund 130 Fahrzeuge zur Verfügung, die bereits für den Winterdienst ausgerüstet sind. Die bestmögliche Befahrbarkeit der Autobahnen wird somit rund um die Uhr gewährleistet. Zusätzlich kommen dafür auch Fremdfahrzeuge zum Einsatz.

Wintersaison 2020/21 – Feuerprobe für die Autobahn

Die letzte Wintersaison war für die neu gegründete Autobahn GmbH eine Feuerprobe, die durch den starken Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands eine besondere Herausforderung darstellte. „In der letzten Wintersaison haben wir rund 37.000 Tonnen Streusalz auf die Autobahn gebracht und damit einen großen Beitrag zur Sicherheit im Verkehr geleistet. Wir sind sehr stolz auf die Kolleginnen und Kollegen in den Meistereien, die wirklich großartige Arbeit geleistet haben.“ berichtet Joachim Ernst, Geschäftsbereichsleiter Betrieb und Verkehr der Autobahn GmbH, Niederlassung Nordwest.

Die Fachcenter für Informationstechnik und Sicherheit (FIT) der Niederlassung betreuen zahlreiche Glättemeldeanlagen an den Autobahnen. Die Sensoren sammeln Daten wie Untergrund- und Lufttemperatur sowie Luft- und Fahrbahnfeuchte. Die Verkehrszentralen stellen die Informationen dem Deutschen Wetterdienst und den Meistereien zur Verfügung und koordinieren zudem die Winterdiensteinsätze. Auch können die Verkehrszentralen bei Bedarf Tempolimits und Fahrstreifensperrungen auf den vorhandenen Streckenbeeinflussungsanlagen schalten.

Alexandra Kruse vom ADAC Niedersachsen/Sachen-Anhalt e.V. hat zusätzliche Tipps für die Verkehrsteilnehmenden: "Auch wenn die Straßen noch so gut geräumt sind, sollte jede und jeder selbst dazu beitragen, sicher durch den Winter zu kommen. Zum einen muss das Auto winterfit gemacht werden, wozu gute Winterreifen mit ausreichend Profil genauso gehören wie saubere Scheiben und Frostschutz für Kühler und Scheibenwaschanlage sowie gute Beleuchtung und eine funktionierende Batterie. Eine große Rolle spielt aber auch eine vorausschauende Fahrweise ohne ruckartige Lenkbewegungen. Außerdem muss das Fahrzeug rundum von Schnee und Eis befreit sein, damit man nicht nur gut gesehen wird, sondern auch selbst eine gute Sicht hat."

Wissenswertes zum Winterdienst

Bei Glätte wird mit einer flüssigen Solemischung oder Feuchtsalz gearbeitet – einer Mischung aus Salz und Salzlösung, die gut auf der Straße haftet und schon bei kleiner Menge große Tauwirkung erzielt. Pro Quadratmeter sind so nur etwa 15 Gramm Salz (3 Teelöffel) notwendig, was die Umwelt schont.

Da auf Autobahnen oft mehrere Fahrbahnen gleichzeitig bedient werden, sind häufig mehrere Räum- und Streufahrzeuge unterwegs, die über die gesamte Fahrbahnbreite verteilt sind und in Fahrtrichtung versetzt als sogenannter Verband fahren. Dabei wird der Schnee vom äußersten linken über die mittlere, die Hauptfahrspur bis auf den Standstreifen weitergegeben. Wir empfehlen, den Räumverband nicht zu überholen.


Winterdienst 2021/22 Niederlassung Nordwest – allgemeine Fakten

Die Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH des Bundes

  • Zentrale in Hannover
  • 7 Außenstellen: Oldenburg, Verden, Hannover, Wolfenbüttel, Bad Gandersheim, Kassel und Fulda
  • 17 Autobahnmeistereien: AM Fulda, AM Hönebach, AM Alsfeld, AM Baunatal, AM Leer, AM Oldenburg, AM Varel, AM Wildeshausen, AM Hemelingen, AM Debstedt, AM Bad Fallingbostel, AM Hannover, AM Braunschweig-Rünigen, AM Braunschweig-Hafen, AM Göttingen, AM Lauenau, AM Hildesheim
  • bemannte Außenstandorte in Oyten (AM Hemelingen) und Kirchheim (AM Hönebach)
  • 1.550 km Autobahn
  • 440 Winterdienstkräfte rund um die Uhr im Einsatz
  • 130 Winterdienstfahrzeuge (und bis zu 35 zusätzliche Fremdfahrzeuge samt Personal)
  • bei Bedarf rund um die Uhr im Einsatz
  • Gesamtkapazität von 33.000 Tonnen Streusalz in den Autobahnmeistereien
  • aktuell 28.000 Tonnen eingelagert
  • Notlager mit 20.000 Tonnen Salz im Hafen Hildesheim

Woher weiß die Autobahn GmbH, wann es glatt wird oder schneit?

Den Meistereien der Autobahn GmbH stehen für die Wetterinformationen professionelle Wettermeldungen des Deutschen Wetterdienstes zur Verfügung. Das Straßenzustands- und -Wetter-Informationssystem SWIS sendet regionale Prognosen der Wetterentwicklung und Wetterwarnmeldungen. An einigen Stellen im Autobahnnetz gibt es noch sogenannte Glättemeldeanlagen. Diese messen Untergrund- und Lufttemperatur sowie Luft- und Fahrbahnfeuchte. Auch stehen die Einsatzleitzentralen der Polizei mit den Autobahnmeistereien in Verbindung.

Wann beginnt der Winterdienst mit der Arbeit?

Ab 1.November befindet sich die Autobahnmeistereien rund um die Uhr in der Winterdienstbereitschaft.

Was dürfen die Verkehrsteilnehmenden erwarten?

Im Bedarfsfall sind die Kolleginnen und Kollegen im Schichtbetrieb rund um die Uhr auf den Autobahnen im Einsatz um je nach Witterungslage eine bestmögliche Befahrbarkeit zu gewährleisten.

Was heißt Befahrbarkeit?

Die Befahrbarkeit einer Autobahn bedeutet, dass Behinderungen durch Schneereste oder je nach Wetterlage und Einsatzdauer des Winterdienstes stellenweise auch mit geschlossener Schneedecke gerechnet werden muss. Auch kann stellenweise Reif- und Eisglätte nicht ausgeschlossen werden.

Welche Salze werden gestreut?

1. Feuchtsalz 30 (FS 30)
Feuchtsalz ist ein mit Natriumchlorid-Lösung angefeuchtetes Streusalz (sogenanntes FS 30, also 70 % Salz und 30 % Salzlösung), das sich gleichmäßig verteilt, sehr gut haftet und schon bei kleiner Menge große Tauwirkung erzielt. Pro Quadratmeter sind damit nur noch 15 g Salz notwendig. Ein Vorteil für die Umwelt.

2. Flüssigkeitsstreuung (FS 100)
FS 100, also Natriumchlorid-Sole, wird bei gemäßigten, feuchten und trockenen Wetterverhältnissen bis -5°C eingesetzt. Bei Schneefronten, Eisregen und langanhaltenden Kälteperioden unter -5°C wirkt Sole jedoch nicht mehr ausreichend, so dass hier Feuchtsalz 30 zum Einsatz kommt.

Was können die Verkehrsteilnehmenden tun?

Von allen Verkehrsteilnehmenden wird laut Straßenverkehrsordnung erwartet, dass mit einer den Witterungsverhältnissen angepassten Geschwindigkeit und der passenden Winterbereifung gefahren wird.

Wie verhalte ich mich, wenn ein Winterdienstfahrzeug im Einsatz vor mir fährt?

Da auf Autobahnen mehrere Fahrbahnen gleichzeitig bedient werden müssen, sind häufig mehrere Räum- und Streufahrzeuge unterwegs, die über die gesamte Fahrbahnbreite verteilt sind und in Fahrtrichtung versetzt als sogenannter Verband fahren. Dabei wird der Schnee vom äußersten linken über die mittlere, die Hauptfahrspur bis auf den Standstreifen weitergegeben. Der Räumverband sollte nicht überholt werden.