Rastanlagen nachhaltig gestalten

Um die Rastanlagen sicherer, sauberer, servicefreundlicher, erholsamer und nachhaltiger zu gestalten, wurde bei der Autobahn GmbH das Projekt PWC-Anlage der Zukunft gestartet. Eine Taskforce beschäftigt sich abteilungsübergreifend damit, wie PWC-Anlagen zukünftig gestaltet werden sollen und erprobt dabei einzelne Maßnahmen an 16 Standorten in der Praxis.

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Die Autobahn GmbH arbeitet an der PWC-Anlage der Zukunft

Die unbewirtschafteten Park- und Rastanlagen mit WC-Gebäude (PWC-Anlagen) hinterlassen oft den ersten bleibenden Eindruck bezüglich Service- und Aufenthaltsqualität an deutschen Autobahnen. Im täglichen Betrieb kümmern sich die zuständigen Autobahnmeistereien um die Sauberkeit und Sicherheit von über 850 Anlagen. Je nach Bedarf werden sie zwei- bis zwölfmal täglich gereinigt und Mängel schnellstmöglich behoben.

Dass die unbewirtschafteten Rastanlagen meist besser sind als ihr Ruf, zeigen erste Berichte der Initiative des ehrenamtlichen Autoclubs Europa (ACE) „Deutschland, deine Rastplätze“. Viele Anlagen sind sauber, laden zum Verweilen ein und verfügen über behindertengerechte Stellplätze und Bordsteinabsenkungen. Noch bis Ende September werden die PWC-Anlagen an deutschen Autobahnen begutachtet. Die Autobahn GmbH freut sich auf den Austausch mit dem ACE über das Ergebnis im Herbst dieses Jahres.

Trotz guter Bewertungen gibt es aber viel zu tun: Um die Rastanlagen sicherer, sauberer, servicefreundlicher, erholsamer und nachhaltiger zu gestalten, wurde bei der Autobahn GmbH das Projekt PWC-Anlage der Zukunft gestartet. Eine Taskforce beschäftigt sich abteilungsübergreifend damit, wie PWC-Anlagen zukünftig gestaltet werden sollen und erprobt dabei einzelne Maßnahmen an 16 Standorten in der Praxis.

Mit der Eröffnung der PWC-Anlage Ostseeblick an der A 1 bei Heiligenhafen wurde ein erstes Etappenziel erreicht: Nach dem gesamtheitlichen Umbau sind Schnellladepunkte für E-Autos, eine Solaranlage zur Energieversorgung, eine digitale Infotafel, kostenfreie Trinkwasserversorgung, WLAN, Spielplatz, Fitnessinsel, Hundeauslauffläche, sowie Sitzgruppen mit Wind- und Sonnenschutz entstanden. Aktuell erfolgt die Evaluation. Weitere Infos zum Projekt hier.

Um die Sicherheit und Sauberkeit der PWC-Anlagen zu erhöhen, wurden bereits einzelne Maßnahmen wie neue Fußböden in den WC-Gebäuden, Geruchsneutralisationen sowie der Einsatz von Fernwirktechnik erprobt. Bei der Fernwirktechnik können einzelne WC-Kabinen nach der Reinigung gesperrt und in Zeiten hoher Frequentierung aus der Ferne wieder freigegeben werden. Dann steht eine zusätzliche saubere WC-Kabine zur Verfügung.

Nach der Umsetzung einzelner Projekte bzw. der Pilotanlagen startet die Evaluationsphase, in der die Wirksamkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Zufriedenheit der Nutzenden untersucht werden. Die Erfahrungen und Ergebnisse werden in ein Gesamtkonzept für den Neu- bzw. Umbau von PWC-Anlagen einfließen.

Bereits in den vergangen beiden Jahren wurden 27 PWC-Anlagen sowie neun bewirtschaftete Tank- und Rastanlagen umgebaut und saniert und acht PWC-Anlagen kamen neu hinzu. Bis Ende 2022 sollen 12 weitere neue bzw. umgebaute PWC-Anlagen fertiggestellt und freigegeben werden. Beim Neu- und Umbau werden nach Bedarf neue Lkw-Stellplätze geschaffen. Damit diese möglichst effizient genutzt werden, arbeitet die Autobahn GmbH an der flächendeckenden Umsetzung einer vollautomatischen Lkw-Stellplatzdetektion an den Haupttransportrouten. Die Technik ist erprobt und zeigt den Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern zukünftig auch über die Autobahn App an, wo es freie Stellplätze gibt. Der Parksuchverkehr soll damit weitestgehend entfallen und die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Die 2018 gegründete Autobahn GmbH des Bundes verantwortet seit dem 1. Januar 2021 Planung, Bau, Betrieb, Verkehrsmanagement, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen und Fernstraßen in Deutschland. Mit 13.000 Kilometern Autobahn ist die Gesellschaft eine der größten Infrastrukturbetreiberinnen in Deutschland.