Vollendeter Lärmschutz in Stellingen

In den letzten beiden Wochen wurde der Bauabschnitt Stellingen auf der A7 in Hamburg durch den Einbau von offenporigem Asphalt (OPA) finalisiert. Nachdem das Tunnelbauwerk die Anwohnenden schon über ein Jahr lang vor Lärm schützt, wurde nun auch lärmmindernder Asphalt einbaut. Mit einer aufwendigen Verkehrsführung wurden die Einschränkungen an der viel befahrenen Strecke so gering wie möglich gehalten und gestern früh, mit einer kleinen witterungsbedingten Verschiebung, konnten die Fahrzeuge auf rund 44.000 qm lärmschluckendem Asphalt fahren.

Die Strecke kurz vor der Verkehrsfreigabe in der aufgehenden Sonne.

Bevor der neue lärmmindernde Asphalt eingebracht werden konnte, mussten pro Richtungsfahrbahn die vorhandene Deckschicht grob und fein gefräst werden. Entlang der bereits vorhandenen Entwässerungsanlage auf der Langenfelder Brücke wurden die vorbereitenden Arbeiten händisch vorgenommen, um die Entwässerungsrinnen nicht zu beschädigen. Der Asphalteinbau erfolgte durch die DEGES, im Auftrag der Autobahn GmbH, je Richtungsfahrbahn an einem Wochenende.

Aufgrund der sehr umfangreichen Arbeiten wurde der offenporige Asphalt zwischen dem südlichen Tunnelportal und der Anschlussstelle HH-Volkspark mit einer temporären 4+0 Verkehrsführung eingebracht. So konnte der Verkehr weiterhin an der Baustelle entlanggeführt werden. Die Projektbeteiligten haben sich bewusst für diese Verkehrsführung entschieden, da der OPA-Einbau mit den vorlaufenden Fräsarbeiten und den Anpassungen der Entwässerung weder in einer längeren Wochenendvollsperrung noch in zwei längeren Richtungsfahrbahnsperrungen realisierbar war.

Die beiden Richtungsfahrbahnen erhielten in den letzten beiden Wochen nacheinander den neuen, lärmmindernden Asphalt. Dabei wurden rund 22.000 Quadratmeter offenporiger Asphalt je Richtungsfahrbahn eingebaut. Das entspricht insgesamt einer Fläche von mehr als 6 Fußballfeldern.

Beim Einbau auf der südlichen Richtungsfahrbahn hat das Wetter an dem geplanten Einbautermin leider nicht mitgespielt, sodass die Arbeiten kurzfristig abgesagt und verschoben wurden. „Nur durch den flexiblen, pragmatischen und projektorientierten Umgang mit dieser Situation durch alle beteiligten Gewerke war es möglich, den offenporigen Asphalt nur einen Tag später einzubauen! An dieser Stelle nochmals vielen Dank!“ so Sprecherin Karina Fischer, die das Projekt von Seiten der Autobahn betreut.

Vollsperrung voll ausgenutzt

Die nächtlichen Vollsperrungen für den Um- und Rückbau der Verkehrsführung wurden parallel für die halbjährliche Wartung des Stellingen Tunnels genutzt. Das Kompetenzzentrum Tunnelbetrieb der Niederlassung Nord hat parallel zum Einbau des offenporigen Asphalts Synergien genutzt: Die Softwareerweiterung für die Einrichtung eines Gegenverkehrs für den Stellinger Tunnel, wurde auf die Unterzentrale Verkehr eingespielt und von den verantwortlichen Verkehrsingenieuren erfolgreich geprüft. 

Wenn in einer Tunnelröhre Gegenverkehr laufen soll, kommen dann Mittelstreifenüberleitungssysteme – sogenannte MÜLS – zum Einsatz. Die MÜLS sind ein wichtiges verkehrliches Betriebsmittel, welche nach Bedarf vom Tunnelbetrieb eingerichtet werden können. Durch die neu eingespielte Softwareerweiterung können die Tunnelbetriebswarte nun auf verkehrliche Situationen reagieren und durch die MÜLS lenken, und somit die Verkehrsführung am Stellingen Tunnel steuern. Dazu wurden vor Ort praktische Einweisungen und Übungen durchgeführt.