Vor-Corona-Niveau beim Verkehr fast erreicht. Mehr Verkehr, weniger Stau

Auf den Autobahnen der Niederlassung Westfalen sind wieder mehr Fahrzeuge unterwegs. Vor allem Lkw. Trotz des gestiegenen Verkehrsaufkommens bleibt die Zahl der Staus aber niedrig.

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Hamm. Mehr Verkehr – weniger Stau. So lassen sich die Pandemie-Auswirkungen auf den Autobahnen zusammenfassen. Der erste Lockdown im Frühjahr 2020 hatte einen Rückgang des Verkehrs um mehr als 50 Prozent zur Folge. Und auch der zweite Lockdown sorgte für vergleichsweise leere Autobahnen, auch wenn der Rückgang 2021 im Vergleich zu 2020 geringer ausfiel. Inzwischen hat sich die Verkehrsbelastung auf einem Wert von 90 Prozent im Vergleich zu 2019 eingependelt – eine Verkehrsmenge, die die Stauwahrscheinlichkeit weiter auf einem niedrigen Niveau hält. „Baustellen sorgen mit dieser Verkehrsmenge für weniger Störungen, Staus werde vor allem durch Unfälle verursacht“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes.

Auf und Ab beim Stau

Mit dem ersten Lockdown im März 2020 kam es in diesem Monat im Vergleich zum März 2019 zu einer Reduzierung der Staulänge um mehr als 57 Prozent. In den Folgemonaten April und Mai 2020 lag der Rückgang sogar bei bis zu 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  Nach einem leichten Anstieg der Stauzahlen im Herbst 2020 hatten die Verkehrsteilnehmenden im Winter wieder vergleichsweise freie Fahrt: Die Staulängen nahmen im November und Dezember 2020 um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab, im Winter waren es sogar 85 Prozent. Seit April 2021 nehmen die aufgezeichneten Staulängen wieder zu – im Vergleich zum Vor-Corona-Zeitraum sind sie aber im Mittel immer noch um 60 Prozent reduziert.

Vor allem der Pkw-Verkehr hat sich – wohl auch durch vermehrtes Homeoffice – in der Corona-Pandemie stark reduziert. Werktags kam es zu Rückgängen in den Spitzenstunden von bis zu 1.500 Kfz/h. Besonders hoch waren die Verkehrsrückgänge im Kfz-Verkehr an den Wochenenden des ersten Lockdowns, hier waren Reduzierungen der Spitzenstundenbelastungen von über 2000 Kfz/h zu verzeichnen.

Lkw rollen trotz Pandemie

Im Gegensatz zum Pkw-Verkehr ist erkennbar, dass es im Lkw-Verkehr während des ersten Lockdowns werktags kaum zu Veränderungen kam. Während des zweiten Lockdowns kam es sogar zu einem Anstieg der Lkw-Verkehre im Vergleich zu den Verkehrsmengen aus 2019. Diese Entwicklung passt zur Prognose, dass bis zum Jahr 2030 das  Güterverkehrsaufkommen auf der Straße um 17 Prozent steigen wird. „Für unsere Autobahnen und vor allem für die Brücken bedeutet das eine enorme Belastung“, sagt Sauerwein-Braksiek. Gerade die Bauwerke würden nun fit gemacht, um den Prognosen gerecht zu werden. „Dazu bauen wir Engstellen im Netz aus“, so die Niederlassungsdirektorin. „Unendlich steigern lässt sich die Kapazität aber nicht. Da müssen auch andere Verkehrsträger mit ins Boot.“

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga@autobahn.de