Wie entstehen Staus auf Autobahnen?

Ferienzeit ist Reisezeit – und nicht selten auch Stauzeit auf den Autobahnen. Doch wie kommt es überhaupt zu Staus? Und was kann getan werden, um diese zu verhindern? Die wichtigsten Faktoren im Überblick.

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Foto: Pixabay

513.500 Staus zählte der ADAC im vergangenen Jahr auf Deutschlands Autobahnen. Und viele Fahrzeugfahrerinnen- und fahrer erleben gerade in der sommerlichen Reisezeit immer wieder, dass sich scheinbar aus dem Nichts Staus auftun. Doch auch Pendlerinnen und Pendler werden auf stark frequentierten Strecken regelmäßig mit Stau und stockendem Verkehr konfrontiert. Häufig wird die Geduld der Reisenden dabei auf eine echte Probe gestellt. Dabei stellt sich die berechtigte Frage, wie es überhaupt zu Staus kommt.

Stau hat verschiedene Ursachen

Die Entstehungsgründe sind vielfältig. Einer der Ursprünge von Stau liegt in der begrenzten Kapazität, die eine Fahrbahn bietet. Dadurch ist eine klare Grenze gesetzt, wie viele Fahrzeuge zu einer bestimmten Zeit überhaupt Platz auf der Fahrbahn finden. Kommt es nun wie in der Reisezeit oder zu anderen Stoßzeiten zu einem höheren Verkehrsaufkommen als die Autobahn unter normaler Auslastung verträgt, kann dieses nicht mehr aufgenommen werden und die Staugefahr steigt.

Unabhängig davon sind es auch die Nutzerinnen und Nutzer der Autobahnen selbst, die durch das eigene Fahrverhalten unmittelbaren Einfluss auf die Bildung von Staus haben. So können Unachtsamkeiten, drängeln und schleichen sowie häufige, unnötige Spurwechsel den Verkehrsfluss beeinträchtigen. Bremst beispielsweise eine Fahrerin oder ein Fahrer andere Verkehrsteilnehmende durch ihre oder seine Fahrweise aus, müssen auch nachfolgende Fahrzeuge abbremsen. Schnell endet dieser Effekt in einem stockenden Verkehr oder gar Stau.

Natürlich spielen aber auch Pannen, Unfälle, Wetterereignisse oder notwendige Baustellen eine Rolle, wenn es um die Entstehung von Staus geht. Daher wird prinzipiell darauf geachtet, dass Baustellen mit kleinstmöglichem Eingriff in den Verkehrsfluss betrieben werden.

Was gegen Stau getan werden kann

Nicht alle staubildenden Faktoren lassen sich beeinflussen. Doch dort, wo es möglich ist, sorgt die Autobahn GmbH für eine stressfreie Fahrt auf den Autobahnen. Unter anderem wurde mit dem Runden Tisch Baumanagement eine Koalition aus Bauwirtschaft, Verwaltung und Politik ins Leben gerufen, die Maßnahmen für schnelleres Bauen auf den Autobahnen erarbeitet. Staus können in diesem Zusammenhang überwiegend dadurch reduziert werden, indem die Verkehrsführung an Baustellen so gewählt wird, dass der Verkehrsfluss möglichst wenig beeinträchtigt wird – beispielsweise durch die Beibehaltung aller Fahrstreifen.

Außerdem wird an der „intelligenten“ Autobahn gearbeitet: „Wir wollen die Mobilität der Zukunft gestalten und dazu gehört auch der intelligente Betrieb der Autobahnen und die Optimierung der Verkehrsabläufe. Mit unserer Masterzentrale, der Verkehrszentrale Deutschland in Frankfurt am Main, arbeiten wir an einem digitalisierten und automatisierten Verkehrssystem. Dieses soll frühzeitig erkennen, wo Staus entstehen könnten, und den Verkehr dementsprechend leiten“, sagt Prof. Gerd Riegelhuth, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsmanagement, Betrieb und Verkehr bei der Autobahn GmbH. „Damit verhindern wir Staus, bevor Sie entstehen.“

Seit kurzem bietet die Autobahngesellschaft mit der neuen Autobahn App zudem einen kostenlosen Service für alle, die viel auf den Autobahnen unterwegs sind. Hier lässt sich bereits vorab überprüfen, ob mit Staus, Baustellen oder anderen Verkehrsmeldungen auf der persönlichen Route zu rechnen ist. Das schafft Planungssicherheit und entspannt die Reise für alle Beteiligten.

 

Autor: Tim Schöllmann / Unternehmenskommunikation