Region: Südwest, …Status: In Umsetzung

Autobahn: A 81, …Anschlussstelle Rottenburg, Vollausbau und Ausbau B 28: mit Instandsetzung der Brücken

Die A 81 Anschlussstelle Rottenburg ist im Raum Tübingen und der weiteren Region ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Eine bundesweite Straßenverkehrszählung ergab bereits 2015, dass rund 56.000 Autos in 24 Stunden und ein Schwerlastanteil von 11 Prozent die Kapazität der bisherigen Anschlussstelle Rottenburg sprengen. Um den Verkehrsknotenpunkt den aktuellen Verkehrsstärken anzupassen und damit auch die Verkehrssicherheit zu erhöhen, führt die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest bis zum Frühjahr 2023 einen Vollausbau der Anschlussstelle Rottenburg durch. In diesem Rahmen findet auch eine Erweiterung der B 28 statt und die Instandsetzung der mittelfristig sanierungsbedürftigen Brücke, die an der Anschlussstelle die A 81 überführt. Baustart der Maßnahme war am 19. November 2021.

Daten und Fakten

Maßnahme:

  • Vollausbau der Anschlussstelle mit Sanierung der bestehenden Auf- und Abfahrten
  • Erweiterung der B 28 im Anschlussstellenbereich von 3 auf 4 Fahrstreifen
  • Grundhafte Sanierung der Brücke über die A 81
  • Verbreiterung und Sanierung der Brücke über einen Wirtschaftsweg
  • Neue Straßenentwässerung

Bauzeit

  • ca. 1,5 Jahre

Genehmigte Kosten

  • 17,2 Mio. €

Projektbeschreibung

Die A 81 Anschlussstelle Rottenburg erlebt den Tag über mehrere Stoßzeiten. Berufspendler, VerkehrsteilnehmerInnen für das Gewerbegebiet Bondorf-Süd sowie umfangreicher Güterverkehr nutzen den Knotenpunkt, der bisher mit zwei Auf- und Abfahrtsschleifen Autobahn und B 28 verbindet. Die Leistungsfähigkeit der gesamten Anschlussstelle ist seit längerem nicht mehr ausreichend und die notwendige Regelung des Verkehrs mittels Ampelanlagen bringt zusätzlich Staugefahr mit sich. Daher erhält die Anschlussstelle Rottenburg zwei weitere Auf- und Abfahrtsschleifen und wird damit zum sogenannten „Kleeblatt“ mit vier „Ohren“ ausgebaut. Die Autobahn kann dann aus beiden Fahrtrichtungen der B 28 ohne Ampel angefahren werden, für die von der A 81 abfahrenden VerkehrsteilnehmerInnen stehen Einfädelstreifen zur Verfügung. Um diese Lösung umzusetzen, erhält die Bundesstraße zwischen der Anschlussstelle Rottenburg und dem Gewerbegebiet Bondorf-Süd einen zusätzlichen Fahrstreifen, einen sogenannten Verflechtungsstreifen, der auf eine der neuen Auffahrten führt. Im Rahmen dieser Erweiterung erfolgt auch die Verbreiterung einer Feldwegüberführung.

 

Lageplan

Die ausgebaute Anschlussstelle Rottenburg ist ein sogenanntes „Vollkleeblatt“ mit vier „Ohren“. Die Kapazität des Knotenpunktes wird damit erhöht und ein staufreier Verkehrsfluss, der dann zwischen A 81 und B 28 ohne Ampel erfolgen kann, gefördert.


Kosteneinsparung

durch zwei vorgezogene Brückensanierungen

Im Bereich der Anschlussstelle Rottenburg verlaufen im Zuge der B 28 zwei Brücken. Eine überführt die A 81, die andere einen Wirtschaftsweg. Als Bauwerke aus den 1970er Jahren gehören sie zu den Brücken, die aus verschiedenen Gründen mittelfristig ins Sanierungsprogramm kommen: dazu gehören Ermüdungserscheinungen ehemals verwendeter Materialien sowie Schäden durch den Schwerlastverkehr. Für so schwere und so viele Lkw wurden diese Brücken nicht gebaut. Häufig entstehen Schäden am Beton ebenfalls durch Eintrag von Chloriden aufgrund der im Winterdienst eingesetzten „Tausalze“. Und natürlich nagt auch an den Autobahnbrücken einfach der „Zahn der Zeit“. Innerhalb des normalen Sanierungsprogramms würde für diese Bauwerke absehbar eine Instandsetzung anstehen. Im Rahmen des Vollausbaus der Anschlussstelle Rottenburg über ca. 1,5 Jahre wird die Sanierung beider Brücken nun vorgezogen. So werden Synergieeffekte genutzt, Kosten gespart und ein Sanierungsstau verhindert.

 



Daten und Fakten

Überführung der A 81

  • Sanierung / Pfeilerinstandsetzung 
  • Länge: 68,5 m
  • Breite: 15,5 m
  • Letzte Brückenprüfung 2019

Brücke im Zuge der B 28 über einen Wirtschaftsweg

  • Verbreiterung für den Abbiegestreifen auf die A 81 und Sanierung
  • Länge 7,8 m  
  • Breite: 15,5 m (aktuell) / ca. 19,1 m (nach Verbreitung)
  • Letzte Brückenprüfung: 2021

Sanierungen an beiden Bauwerken

Erneuerung

  • der Abdichtung und der Asphaltbeläge
  • der nichtbefahrenen Randausbildung der Brücke, den sogenannten Kappen
  • der Übergangskonstruktion zwischen Brücken und festen Fahrbahnen. Sie sorgen für den Ausgleich der Verformungen und Bewegungen der Brücke, die durch Temperaturschwankungen entstehen.
  • der Schutzeinrichtungen, d. h. der Geländer und der Schutzplanken

 

Sonstige Betoninstandsetzungen


Verkehrsmeldungen

Bauphase 1 (November 2021 – ca. Juni 2022)

  • Vorbereitende Maßnahmen
  • Erstellung der neuen Auf- und Abfahrtsschleifen („Kleeblatt-Ohren“)
  • Sanierung der südlichen Fahrstreifen und Einrichtung des Auffahrtsstreifens auf der B 28
  • Sanierung der Brücke über die A 81

Bauphase 2 (ab ca. Juni 2022)

  • Sanierung und Anpassung der Führung (Trassierung) der bestehenden, nördlichen Auf- und Abfahrtsschleifen
  • Sanierung der nördlichen Fahrstreifen der B 28
  • Sanierung der Brücke über die A 81


Ökologiekonzept

Die Eingriffs- und Ausgleichsregelungen im Rahmen von landschaftsplanerischen Maßnahmen werden nach §15 Bundesnaturschutzgesetz vorgeschrieben. Im Vordergrund steht dabei zunächst stets die mögliche Vermeidung von Eingriffen in die Natur und dann der naturschutzrechtliche Ausgleich.

Bei der Ausbaumaßnahme der A 81 / AS Rottenburg zum Kleeblatt wurde in den Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses gefordert, dass die Gehölzpflanzungen als Artenschutzmaßnahmen in den Auf- und Abfahrtsschleifen, den sogenannten „Innenohren“, schon vor Baubeginn umzusetzen sind. Dies wurde 2017 realisiert.

Bepflanzte „Innenohren“ dienen zum einen, trotz ihrer Abgeschnittenheit durch die sie umrundenden Straßen und dem Autobahnlärm, als wichtiger Lebensraum für beispielsweise Zauneidechsen, Haselmäuse, aber auch Insekten und Kleinstlebewesen. Zum anderen werden sie gerade wegen ihrer isolierten Lage und dem fehlenden menschlichen Einfluss oder von natürlichen Feinden zu wichtigen Standorten für besonders schützenswerte Pflanzen, wie z.B. Orchideen.

Eine wichtige Rolle spielt auch die sogenannte Ökosystemdienstleistung: die Sauerstoffproduktion und Luftfilterung, die Gehölzpflanzen leisten.


Im Rahmen des Vollausbaus der Anschlussstelle Rottenburg werden weitere landschafspflegerische Maßnahmen durchgeführt:


Boden und Pflanzenwelt

  • Um eine bodenschonende Bauausführung zu gewährleisten, wurde ein Bodenmanagementkonzept erstellt sowie eine bodenkundliche Baubegleitung durchgeführt. In diesem Rahmen wird beispielsweise überschüssiger Oberboden als bodenverbessernde Maßnahme auf Ackerland aufgebracht.
  • Als Ausgleich wird ein nahegelegener Hang von Schafen beweidet, welches zu einer hohen Biodiversität führt, da sich auch Pflanzen durchsetzen können, die ohne Beweidung keine Chance haben
  • Auf den Autobahnböschungen werden besonders artenreiche, regionale Pflanzen angesät

Tierschutz

  • Die hier ansässigen Eidechsen wurden in einen Ersatzlebensraum in unmittelbarer Nähe umgesiedelt (Fachbegriff: Vergrämung) So wird das Überleben der Tiere und der Schutz der Art trotz der Baumaßnahme gewährleistet.
  • Ebenso werden neue Lebensräume, sogenannte Ersatzhabitate, für im Bereich der AS Rottenburg lebende Feldlerchen eingerichtet.

 



Eine bundesweite Straßenverkehrszählung ergab bereits 2015, dass rund 56.000 Autos in 24 Stunden und ein Schwerlastanteil von 11 Prozent die Kapazität der bisherigen Anschlussstelle Rottenburg sprengen. (Aufnahme Oktober 2021)


Um den Verkehrsknotenpunkt den aktuellen Verkehrsstärken anzupassen und damit auch die Verkehrssicherheit zu erhöhen, führt die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest bis zum Frühjahr 2023 einen Vollausbau der Anschlussstelle Rottenburg durch. (Lageplan)


Im Rahmen des Vollausbaus findet auch eine Erweiterung der B 28 statt und die Instandsetzung der mittelfristig sanierungsbedürftigen Brücke, die an der Anschlussstelle die A 81 überführt. (Aufnahme Oktober 2021)


Die Anschlussstelle Rottenburg erhält zwei weitere Auf- und Abfahrtsschleifen und wird damit zum sogenannten „Kleeblatt“ mit vier „Ohren“ ausgebaut. Die Autobahn kann dann aus beiden Fahrtrichtungen der B 28 ohne Ampel angefahren werden, für die von der A 81 abfahrenden VerkehrsteilnehmerInnen stehen Einfädelstreifen zur Verfügung. (Aufnahme Oktober 2021)

Pressekontakt

Petra Hentschel

Pressesprecherin der NL Südwest

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Südwest
Augsburger Straße 748
70329 Stuttgart