Region: Nordwest, … Status: In Planung

Autobahn: A 7, … Sechsstreifiger Ausbau von der Anschlussstelle Soltau-Ost bis zum Dreieck Walsrode

Die A 7 soll zwischen der Anschlussstelle (AS) Soltau-Ost und dem Autobahndreieck (AD) Walsrode sechsstreifig ausgebaut werden. Die Maßnahme ist in drei Abschnitte unterteilt.

Daten & Fakten

Gesamtlänge

ca. 32 km

Bauabschnitte

3


Projektbeschreibung

Der Abschnitt 1 befindet sich in der Enwurfsplanung.

Für den Abschnitt 2 wurde das Planfeststellungsverfahren am 1. Oktober 2020 eingeleitet.

Für den Abschnitt 3 wurde das Planfeststellungsverfahren am 22. August 2012 eingeleitet; der Planfeststellungsbeschluss erging am 4. August 2015 und gilt seit 22. Oktober 2015 als unanfechtbar. Die Bauvorbereitung begann Anfang 2016, der erste Spatenstich erfolgte am 16. August 2016. Am 2. Oktober 2019 wurde die A 7 in diesem Abschnitt für den Verkehr freigegegen.


Verkehrsverhältnisse und Notwendigkeit des Ausbaus

Die Bundesautobahn 7 verläuft als Nord-Süd-Achse von der dänischen Grenze in Ellund durch Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern bis an die österreichische Grenze bei Füssen. Mit 963,6 Kilometern ist sie die längste nationale Autobahn Europas und Bestandteil des transeuropäischen Netzes (TEN). Von Ellund bis zum Autobahnkreuz Biebelried ist die A 7 Teil der Europastraße 45. Sie stellt sowohl für den Wirtschaftsverkehr als auch für den touristischen Verkehr die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im norddeutschen Raum dar.

Zwischen Hamburg und Hildesheim ist die Autobahn 7 bereits sechsstreifig ausgebaut, mit Ausnahme des vierstreifigen Bereiches zwischen der AS Soltau-Ost und der AS Bad Fallingbostel. Die Leistungsfähigkeit dieses vierstreifigen Bereichs wurde bereits in der Vergangenheit durch den Reiseverkehr an Wochenenden und in Ferienzeiten häufig überschritten. Zur Bewältigung der Spitzenbelastungen im Reiseverkehr wird in diesem vierstreifigen Abschnitt seit dem Jahr 2005 eine Verkehrsbeeinflusssungsanlage betrieben, durch die die Seitenstreifen temporär als zusätzlicher Fahrstreifen für den Verkehr freigegeben werden können. Dazu wurden der vorhandene Querschnitt ummarkiert, die Ein- und Ausfahrstreifen an den Anschlussstellen und an den PWC-Anlagen umgebaut und Nothaltebuchten angebaut.

Zwischen der AS Soltau Ost und dem AD Walsrode wird der Kraftfahrzeugverkehr im Jahr 2015 mit 60.800 Kfz/24 h bis 62.800 Kfz/24h angegeben. Der Schwerverkehr lag 2015 zwischen 9.900 SV/24h und 10.200 SV/24h.



Abschnitt 1: AS Soltau-Ost bis nördlich der AS Dorfmark

Betriebskilometer 63,300 (AS Soltau-Ost) bis 78,000 (AS Dorfmark) - in Planung.

Für den Abschnitt läuft die Entwurfsplanung. Sie stellt die Vorstufe zur späteren Genehmigungsplanung mit dem Planfeststellungsverfahren dar.


Abschnitt 2: nördlich der AS Dorfmark bis zur AS Bad Fallingbostel

Betriebskilometer 78,000 (AS Dorfmark)  bis 87,545 (AS Bad Fallingbostel) - in der Planfeststellung (Genehmigungsplanung)

Bis zur Übernahme durch die Autobahn GmbH des Bundes, Außenstelle Verden, hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in ihrem Geschäftsbereich Verden die Planungen für den sechsstreifige Ausbau der Bundesautobahn 7 im Abschnitt nördlich der Anschlussstelle (AS) Dorfmark bis nördlich der AS Bad Fallingbostel, betrieben. Der Abschnitt stellt den mittleren Teil der insgesamt 32,2 km langen Maßnahme "Sechsstreifiger Ausbau der A 7 von der AS Soltau-Ost bis zum Autobahndreieck (AD) Walsrode dar. Mit dem 01.01.2021 ist die Planungszuständigkeit sowohl für die neuen als auch für die laufenden Autobahnplanungen auf die Autobahn GmbH des Bundes übergegangen.

Der vorliegende Planungsabschnitt (Abschnitt 2) von nördlich der AS Dorfmark bis zur AS Bad Fallingbostel soll auf rund 9,545 km Länge einschließlich aller erforderlichen verkehrlichen Anlagen sechsstreifig ausgebaut werden. Der Abschnitt erstreckt sich auf das Gebiet der Stadt Bad Fallingbostel (Fahrtrichtung Hannover) und des Gemeindefreien Bezirks Osterheide (Fahrtrichtung Hamburg). Das Vorhaben ist im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen unter Nr. 688 der Anlage zu § 1 Abs. 1 des Fernstraßenausbaugesetzes (FStrAbG) im vordringlichen Bedarf eingestellt.

Im Rahmen des Vorhabens werden die Überführungsbauwerke der Gemeindestraße nach Küddelse, die Vogteistraße, über den Fischdorfer Bach, den Steinbach, den Forellenbach sowie die Durchlassbauwerke der querenden Gräben und das Anschlussgleis im Bereich Dorfmark/Oerbke erneuert. Zudem werden zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Wildtiere die Bauwerke über den Forellenbach, Oerbker Bach sowie Steinbach verbreitert. Durch das Vorhaben kommt es, unter anderem durch Flächeninanspruchnahme, zu einer bau- und anlagebedingten Betroffenheit des Fauna-Flora-Habitat Gebiets „Böhme“ (DE 2924-301), welches sich westlich der Autobahntrasse befindet. Das Plangebiet liegt innerhalb des Einzugsgebietes des Oberflächenwasserkörpers Böhme II mit den Nebengewässern Fischdorfer Bach, Forellenbach, Steinbach, Bullengraben und Oerbker Bach, die zudem von der Autobahn gequert werden. Durch das Vorhaben werden Lärmschutzmaßnahmen ausgelöst. Der durch die Straßenbaumaßnahme entstehende Eingriff in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild wird durch landschaftspflegerische Maßnahmen im Bereich und im Umfeld der Baumaßnahme ausgeglichen.

Das Planfeststellungsverfahren wurde am 1. Oktober 2020 eingeleitet. Antragsteller war der regionale Geschäftsbereich Verden der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die Projektbearbeitung ist am 01.01.2021 auf die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordwest, Außenstelle Verden, übergegangen.

Die Veröffentlichung der Planunterlagen erfolgte, nach vorheriger Bekanntmachung in der Walsroder Zeitung, in elektronischer Form aufgrund des § 3 Abs. 1 Planungssicherstellungsgesetz (PlanSiG). Sie konnten in der Zeit vom 26. Oktober 2020 bis einschließlich 25. November 2020 auf der Internetseite der Anhörungsbehörde (http://planfeststellung.strassenbau.niedersachsen.de/overview) und im UVP-Portal des Landes Niedersachsen eingesehen werden. Als zusätzliches Informationsangebot lagen die Planunterlagen gem. § 3 Abs. 2 S. 1 PlanSiG im o. g. Zeitraum bei der Stadt Bad Fallingbostel, dem gemeindefreien Bezirk Osterheide und der Stadt Walsrode zur allgemeinen Einsichtnahme öffentlich aus.

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte bis einschließlich 28. Dezember 2020 bei den auslegenden Stellen oder bei der NLStBV Einwendungen gegen den Plan erheben. Einwendungen nach Ablauf der vorgenannten Einwendungsfrist sind vom Verfahren ausgeschlossen (§ 73 Abs. 4 VwVfG).

Eingegangen sind 32 Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sowie 7 private Einwendungen. Schwerpunkte der Einwendungen sind u. a. die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen und der dadurch einhergehenden Bewirtschaftungserschwernisse, der Eingriff in die Ausübung des Gewerbebetriebes, die Forderung der Kostenübernahme für Umbau-/Rückbaumaßnahmen sowie Forderungen nach weitergehenden bzw. geänderten Lärmschutzmaßnahmen. Die Stellungnahmen und Einwendungen wurden der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordwest - Außenstelle Verden, zur weiteren Bearbeitung durch die NLStBV übersandt.

Das Verfahren wird fortgesetzt.

Ein Teil der Planunterlagen wird auf der Website der NLStBV im Bereich laufender Planfeststellungsverfahren zum Download vorgehalten.


Abschnitt 3: AS Bad Fallingbostel bis zum AD Walsrode

Betriebskilometer 87,545 (AS Bad Fallingbostel) bis 95,580 (AD Walsrode) - abgeschlossen.

Der sechsstreifige Ausbau der Bundesautobahn 7 im Abschnitt zwischen der Anschlussstelle (AS) Bad Fallingbostel und dem Autobahndreieck (AD) Walsrode stellt mit 8,0 km den südlichen Teil (Abschnitt 3) der insgesamt 32,2 km langen Maßnahme zum sechssstreifigen Ausbau der A 7 von der AS Soltau-Ost bis zum AD Walsrode dar.

Baudurchführung

Nachdem der Planfeststellungsbeschluss für den 3. Planungsabschnitt vom 4. August 2015 am 22. Oktober 2015 bestandskräftig (unanfechtbar) geworden ist, hat Anfang 2016 die bauliche Umsetzung mit bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen. Der feierliche Erste Spatenstich fand am 16. August 2016 statt.
Mit einem symbolischen Abbau eines Bauschildes durch Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Minister Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, am 2. Oktober 2019 wurde die Fertigstellung des sechsstreifigen Ausbaus offiziell gefeiert.

Die Baukosten beliefen sich auf rund 71,6 Millionen Euro.

Pressekontakt

Ziel des geplanten Ausbaus auf acht Fahrstreifen ist es, die Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit zu erhöhen.