A 7: Erneuerung der Betonfahrbahn zwischen Hildesheim-Drispenstedt und Dreieck Hannover-Süd

Am Montag, den 13. September beginnt mit dem Einrichten der Verkehrssicherung die grundhaften Erneuerung der Betonfahrbahn der A 7. Von der Anschlussstelle Hildesheim-Drispenstedt bis nördlich der PWC-Anlage „An der Alpe“ wird auf gut 7,2 Kilometern in beide Fahrtrichtungen die Betonfahrbahn ausgebaut, aufbereitet und wieder eingebaut.

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Am Montag, den 13. September beginnt mit dem Einrichten der Verkehrssicherung die grundhaften Erneuerung der Betonfahrbahn der A 7. Von der Anschlussstelle Hildesheim-Drispenstedt bis nördlich der PWC-Anlage „An der Alpe“ wird auf gut 7,2 Kilometern in beide Fahrtrichtungen die Betonfahrbahn ausgebaut, aufbereitet und wieder eingebaut.

Die Sanierung der gesamten Betonfahrbahn gliedert sich in drei Abschnitte und erstreckt sich von der Hildesheimer Börde bis zum Dreieck Hannover Süd. Insgesamt werden bis Herbst 2025 rund 21 Kilometer Fahrbahndecken (in beiden Richtungen) erneuert. Die Gesamtmaßnahme beginnt mit dem Bauabschnitt 2 (nähere Infos siehe unten).

Nach dem Aufbau der Verkehrssicherung beginnen am Donnerstag, den 14. Oktober die Bauarbeiten zur grundhaften Erneuerung der Fahrbahndecke. Eingeplant sind 15 Monate Bauzeit. Zuerst erfolgt die Erneuerung der Fahrbahndecke in Richtung Kassel, danach in Richtung Hannover. Witterungsbedingt kann es bei den Arbeiten zu Verschiebungen kommen.

Der Parkplatz mit WC-Anlage „An der Alpe Ost“ ist ab Freitag, den 24. September gesperrt.

„Die Betonfahrbahn auf diesem Streckenabschnitt der A 7 ist zwischen 1990 und 1992 errichtet worden“, so Sebastian Post, Leiter der zuständigen Außenstelle Bad Gandersheim. „Hier besteht jedoch nicht nur aufgrund des Alters der Fahrbahndecke und des Fahrbahnzustandes, sondern auch aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens der letzten Jahre erheblicher Erneuerungsbedarf.“ Mit der jetzt startenden Baumaßnahme zwischen Hildesheim-Drispenstedt bis nördlich der PWC-Anlage „An der Alpe“, werden 230.000 m² Betonfahrbahn erneuert und rund 515.000 Tonnen Baumaterial ausgebaut. Der ausgebaute Beton der Fahrbahndecke wird an Ort und Stelle mittels einer Brech- und Mischanlage aufbereitet und größtenteils wiederverwertet. Auch zwei Brückenbauwerke, die sich im Zuge dieses Streckenabschnitts der A 7 befinden, werden instandgesetzt.

Um die Belastung für die Verkehrsteilnehmenden so gering wie möglich zu halten, wird eine dynamische 5+0-Verkehrsführung aufgebaut. Das heißt, dass in beide Fahrtrichtungen grundsätzlich zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Je nachdem, welche Richtungsfahrbahn stärker belastet ist, wird eine zusätzliche Fahrspur, die über den Mittelstreifen führt, geöffnet. Ein solcher tageszeitliche Wechselbetrieb kommt vor allem dem Pendlerverkehr zwischen Hildesheim und Hannover zugute.

„Die so genannte Wechselverkehrsführung ist bundesweit etabliert, kam allerdings in Niedersachsen erst einmal auf der A 39 zum Einsatz. Dabei bietet sie bei einer so langfristigen wie umfangreichen und notwendigen Baustelle für die Verkehrsteilnehmenden echte Vorteile, weil sie den Verkehrsfluss deutlich erhöht“, so Alexandra Kruse vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. „Damit sinkt das Stau- und Unfallrisiko, was wiederum die aufwändigere Baustelleneinrichtung rechtfertigt. Ein langgezogener Verschwenkungsbereich und großzügige Fahrspurbreiten wie es jetzt auf der A 7 umgesetzt wird, sind Voraussetzung für die Verkehrssicherheit in der Baustelle.“

Der Verkehr in Richtung Hannover wird vormittags und an den Wochenenden dreispurig sein. Nachmittags und in der Nacht wird dann der Verkehr in Richtung Kassel dreispurig geführt. Der Umbau erfolgt mittags und in der Nacht. Der Verkehr ist in dieser Umbauphase zweispurig. Genaue Informationen zu den Uhrzeiten werden frühzeitig bekannt gegeben.

Die Einrichtung der Verkehrssicherung am kommenden Montag beginnt mit dem Aufstellen von LED-Tafeln im Bereich des Stand- und Mittelstreifens. Danach erfolgt der Aufbau von transportablen Schutzeinrichtungen und Markierungsarbeiten für die dynamische 5+0-Verkehrsfürhung. Abhängig von den Bauarbeiten wird der Verkehr in den Aufbauzeiten zweispurig sein.

Die Gesamtkosten der für die Grunderneuerung betragen ca. 26 Mio. Euro.

Die Bauphasen im Überblick:

  • Die Bauarbeiten beginnen am Montag, den 13. September mit dem Abschnitt 2 von der Anschlussstelle Hildesheim-Drispenstedt bis nördlich der PWC-Anlage „An der Alpe“.
  • Danach folgt der Abschnitt 1 von voraussichtlich Januar 2023 bis März 2024. In dieser Zeit wird die Fahrbahndecke zwischen der Anschlussstelle Hildesheim/Hildesheimer Börde bis Drispenstedt grunderneuert.
  • Als letztes ist der Abschnitt 3 dran. Geplant wird hier mit der Zeit von Juni 2024 bis Herbst 2025. Der Abschnitt erstreckt sich vom Dreieck Hannover Süd bis nördlich PWC-Anlage „An der Alpe“.

Die Außenstelle Bad Gandersheim der Autobahn GmbH des Bundes bittet alle Verkehrsteilnehmenden um Verständnis für die Einschränkung und erhöhte Aufmerksamkeit im Baustellenbereich.


Wissenswertes

Betonrecycling

Derzeit besteht die Fahrbahn aus einer Betondecke (Fahrbahnaufbau ca. 30 cm), darunter folgt eine hydraulische gebundene Schicht, die sogenannte HGT. Beide Schichten werden im Zuge der Baumaßnahme erneuert. In Zukunft wird der Aufbau an die aktualisierten Richtlinien und die erhöhte Verkehrsbelastung angepasst und wieder in Betonbauweise ausgeführt. Der aktuelle Zustand der Straße stammt aus den Jahren 1990 bis 1992.

Das beim Ausbau der Fahrbahn anfallende Material an Beton und Verfestigung muss der Verwertung bzw. Entsorgung zugeführt werden. Gewonnenes Material aus der bestehenden Fahrbahn kann als Recyclingbaustoff aus Beton in der hydraulisch gebundenen Tragschicht und in der Betondecke verwendet werden. Hierzu werden Brech- und Mischanlagen separat und unmittelbar zum Baufeld aufgestellt um das aus der „alten“ Fahrbahn gewonnene Material aufzubereiten. Diese Anlage zerkleinert die eingefüllten Fahrbahnteile nach und nach. Metall und andere Fremdstoffe werden dabei aussortiert. Die recycelten Baustoffe werden vor dem Einbau auf die Eignung überprüft.

Somit ist die Entsorgung von Materialien auf ein Minimum reduziert und ein Mehrwert für die Umwelt geschaffen. Je näher der Bauschutt am Abrissort aufbereitet und wieder verbaut wird, desto mehr Verkehr wird durch die Reduzierung von Transportwegen eingespart. Hinzu kommt die Einsparung von natürlichen Ressourcen durch die Verwendung von recyceltem Material. Diese Verfahren ist ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Straßenbau.

Verkehrsführung

Bei dieser Baumaßnahme wird die Verkehrsführung 5+0 dynamisch umgesetzt. Dabei handelt es sich um eine variable Verkehrsführung, die je nach Verkehrsmenge für den mittleren Fahrstreifen eine wechselnde Verkehrsführung erlaubt. Diese wird durch den Einsatz von LED-Technik in Form von programmierbaren Wechselverkehrszeichen und die Fahrstreifensperrung am Beginn, der jeweils zu sperrenden Richtungsfahrbahn, erreicht. Die bauliche Trennung der Richtungsverkehre wird durch den Einsatz transportabler Schutzeinrichtungen sichergestellt. Dabei wird der Wechselfahrstreifen (= mittlerer Fahrstreifen) mittels transportabler Schutzeinrichtungen rechts und links von den angrenzenden Fahrstreifen getrennt. Somit ist der mittlere Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen wechselseitig befahrbar. Die Sperrung der Einfahrt in den mittleren Fahrstreifen entgegen der freigegebenen Fahrtrichtung erfolgt durch eine fahrbare Absperrtafel und das Aufstellen von Warnbaken.

Bei dem tageszeitlichen Richtungswechselbetrieb wird die durch den Verkehr stärker belastete Fahrtrichtung bevorzugt und dreistreifig geführt. Der schwächere Strom bleibt solange zweistreifig. Beide Verkehre werden dabei auf einer Richtungsfahrbahn geführt, sodass die Erneuerung einer Richtungsfahrbahn über die gesamte Fahrbahnbreite erfolgen kann. Der Verkehrsfluss kann dadurch individuell der Verkehrsstärke und Belastung auf der A7 angepasst werden. Insbesondere dem Pendlerverkehr zwischen Hildesheim und Hannover wird hier Rechnung getragen. Auf individuelle Ereignisse und Schwankungen kann durch die Veränderung der Verkehrssicherung reagiert werden.

Derzeit ist es geplant, den Verkehr vormittags und am Wochenende grundsätzlich nach Hannover dreispurig zu führen. Nachmittags und in der Nacht wird der Verkehr in Fahrtrichtung Kassel dann dreispurig geführt. Mittags und in der Nacht erfolgt der Umbau der wechselseitigen Verkehrsführung. In dieser Zeit wird der Verkehr jeweils ausschließlich über zwei Fahrspuren geleitet.

Weitere Infos

Detailierte Informationen zum Grundhaften Erneuerung der A 7 in diesem Abschnitt sind auf der Projektseite zu finden.