A 2: Wochenendbaustelle im Juli - lieber 57 Stunden statt 21 Tage

Mit dem guten Wetter startet die Bausaison auf Deutschlands Autobahnen. Auch auf der vielbefahrenen A 2 sind Baumaßnahmen geplant – hier wagt die Autobahn GmbH, Niederlassung Nordwest eine logistische Herausforderung: Vom 16. bis 19. Juli sollen rund 20.000 m² offenporiger Asphalt (OPA) auf der A 2 zwischen Varrelheide und Bothfeld in nur 57 Stunden ausgetauscht werden.

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A 2: Wochenendbaustelle im Juli - lieber 57 Stunden statt 21 Tage

Hannover – Mit dem guten Wetter startet die Bausaison auf Deutschlands Autobahnen. Auch auf der vielbefahrenen A 2 sind Baumaßnahmen geplant – ein notwendiges Übel, denn intakte Straßen sind nur mit regelmäßigen Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen möglich. Darum wagt die Autobahn GmbH, Niederlassung Nordwest eine logistische Herausforderung: Vom 16. bis 19. Juli sollen rund 20.000 m² offenporiger Asphalt (OPA) auf der A 2 zwischen der PWC-Anlage Varrelheide und der Anschlussstelle Bothfeld (Kilometer 220,8 bis 222,0) in nur 57 Stunden ausgetauscht werden. Geplant ist, die Richtungsfahrbahn Dortmund von Freitagabend bis Montagfrüh zu sperren. Durch diesen „Sprint“ wird den Autofahrern eine dreiwöchige Baustelle erspart, die den Berufsverkehr deutlich einschränken würde, und der Eingriff in den laufenden Verkehr so gering wie möglich gehalten.

Das liegt vor allem daran, dass kein umfangreicher Aufbau von Verkehrssicherung notwendig ist, die bei Teilsperrungen vorgeschrieben wäre. Auch die Gegenspur bleibt von der Sperrung unberührt.

Die Herausforderung ist groß, denn bei einer so komprimierten Baumaßnahme muss wirklich alles passen. Viele Arbeitsschritte werden bereits parallel vorbereitet, es kommen mehrere Großfräsen und rund 30 LKWs zum Einsatz. Wenn alles nach Plan läuft, ist die neue Asphaltdecke inklusive Markierungen Sonntagmittag fertig. Anschließend kann der neue „OPA“ in Ruhe auskühlen und ab Montag den gewohnten Komfort bieten – ruhig und ohne die Gefahr von Aquaplaning, da das Wasser vom Asphalt optimal abgeleitet wird.

Um Staus durch die einseitige Sperrung zu vermeiden, wurde bereits eine weiträumige Umleitung ausgetüftelt, durch die der Verkehr optimal verteilt wird.

ADAC: Kurze Bauzeit mindert Unfall- und Staurisiko

Bereits im letzten Jahr wurde in Niedersachsen eine Baumaßnahme an nur einem Wochenende unter Vollsperrung einer Fahrtrichtung abgewickelt. Das Fazit: wochenlange Bauzeit vermieden, Kostenersparnis, bessere Qualität und nur kurzfristige Behinderungen in eine Fahrtrichtung – also eine optimale Abwicklung für die Verkehrsteilnehmer. Aus Sicht des ADAC Niederachsen/Sachsen-Anhalt sollte Baustellenmanagement genauso funktionieren. Eine Verkürzung der Bauzeiten sollte generell das Ziel sein, denn je kürzer die Baustellendauer, desto geringer die Unfallzahl. Vor allem bei der Einfahrt in die Baustellenbereiche kommt es immer wieder zu Staus und dadurch zu (Auffahr-)Unfällen – besonders, wenn Fahrspuren wegfallen. Staus und Behinderungen wird es an diesem Wochenende geben, auch weil dann z. B. in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien bereits begonnen haben, allerdings ist die A 2 als Pendler- und Schwerlast-Strecke in der Woche deutlich stärker befahren als am Wochenende.

Wäre eine Baumaßnahme parallel zum Verkehr nicht sinnvoller als eine Vollsperrung?

Eine Baustelle auf der Autobahn muss gut abgesichert sein, damit der Verkehr und die Bauarbeiten sich nicht gegenseitig gefährden. Diese Vorbereitung kostet bereits rund sechs Tage. Anschließend stehen dem Verkehr zwar genauso viele Fahrstreifen zur Verfügung wie vorher, doch die Breite ist, meist in beiden Fahrtrichtungen, reduziert, um Platz auf dem Baufeld zu schaffen. Dafür ist ein Tempolimit vorgeschrieben und die Gefahr von Unfällen steigt. Wenn ausreichend Umleitungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und die Maßnahmen in kurzer Zeit realisierbar sind, ist eine Kurzbaustelle eine wertvolle Alternative zu einer Dauerbaustelle.