Ein Stadtteil voller Ideen

Endlich war es soweit: nach monatelanger Vorbereitung wurde am Wochenende die 2. Phase des Gestaltungsdialogs eingeläutet. Im Lüneburger Stadtteil Moorfeld konnten Anwohnerinnen und Anwohner ihre Ideen zum Lüneburger Lärmschutzdeckel einbringen, gemeinsam diskutieren und ergebnisoffen entwickeln.

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Am Samstagmittag kamen etwa 50 junge und ältere Anwohnende in das Vereinshaus des Kleingärtnervereins Gartenfreunde Moorfeld e.V., um Ihre Ideen für die Deckelgestaltung zusammenzutragen und zu erarbeiten. Mit von der Partie waren auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Niederlassungsdirektor Klaus Franke, Lüneburgs Außenstellenleiterin Gesa Schütte, Projektleiter Dirk Meyer sowie Abschnittsleiter für den ersten Planungsabschnitt (also für den Deckel) Jörg Alheid, der die technischen Randbedingungen vorstellte. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Christian Merl, der am Ende auch die Ergebnispräsentationen betreute. Besuch bekam die Veranstaltung von Monika Sprengel aus Nordwest, die den A 39-Ausbau vorher beim Land mitbetreut hat und sich dieses Format der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung anschauen wollte. 

Bevor die Gäste durchmischt in die Gruppenarbeit gingen, wurden einige Rahmenbedingungen geklärt - was geht, was geht nicht? Was bedeutet Lärmschutz und was sind die geplanten Rahmenbedingungen? Hier ging es insbesondere um die Grenzen der statischen Konstruktion: Höhe der Aufschüttung, Größe der Bepflanzung – allesamt wichtige Informationen für die anstehende Gruppenarbeit. 

Ebenso gab es (neben einiger grundsätzlicher Kritik an Autobahnen) großes Lob für die frühzeitige und transparente Öffentlichkeitsbeteiligung der Autobahn GmbH. Denn die Autobahn GmbH hätte die Bürger:innen zu diesem frühen Zeitpunkt noch gar nicht einbeziehen müssen. Das wissen auch die Anwohnenden zu schätzen und äußerten: “Danke, dass Sie heute zu uns gekommen sind, um das gemeinsam zu planen.” 

Was kam heraus?

Die Gruppenarbeit war kontrovers diskutiert: einige befürchteten Lärm durch die Deckelbebauung, andere wünschten sich einen Ort, an dem ihre Kinder spielen können. Als die Ergebnisse zusammengetragen worden sind, kam ein buntes Potpourri an Ideen heraus: Wasserspiel als zentralen Anlaufpunkt, eine Fotovoltaikanlage, mit der die Nachbarschaft versorgt werden kann, einem Aussichtsbalkon, eine Gedenktafel zu zukünftigen Mobilitätskonzepten, Spielplätze, Boules-Bahnen, ein Café-Wagen und vielem mehr! Hierbei kam insbesondere das Thema “Platz für Jugendliche” auf. Diese treffen sich momentan auf dem Edeka-Parkplatz und müssen mehr in den Blick genommen werden. Bei den weiteren Planungen sollen die Jugendlichen gezielt angesprochen und mitgenommen werden. 

Jetzt werden aus allen Ideen zwei bis drei professionelle Entwürfe von einem Landschaftsarchitekturbüro entwickelt, die dann wiederum der Öffentlichkeit vorgestellt werden.  

Gesa Schütte zeigte sich am Ende der Veranstaltung positiv überrascht: “Ich bin von wesentlich mehr Kritik von den direkten Anwohnenden, aufgrund der Lärmschutzproblematik, die sich durch die Gestaltungsmöglichkeiten auf den Deckel ergeben, ausgegangen. Doch in den Workshops hat sich deutlich gezeigt, dass die Teilnehmenden trotz anfänglicher Schwierigkeiten sich doch alle zusammengefunden haben und jetzt sehr kreative und vielfältige Ideen ausarbeiten.”

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