Neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere

An der A 656 zwischen Mannheim und Edingen-Neckarhausen wird ab heute ein neuer Abschnitt des anliegenden Böschungsbereichs bepflanzt. Das Projekt ist Teil von umfangreichen Landschaftsbauarbeiten, die mehrere Baumaßnahmen auf der Strecke begleiten.

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Entlang der Autobahn wird es grün:
Neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere 

An der A 656 zwischen Mannheim und Edingen-Neckarhausen wird ab heute ein neuer Abschnitt des anliegenden Böschungsbereichs bepflanzt. Das Projekt ist Teil von umfangreichen Landschaftsbauarbeiten, die mehrere Baumaßnahmen auf der Strecke begleiten. Das neue Straßenbegleitgrün soll Eingriffe in Natur und Landschaft ausgleichen, die im Rahmen einer 2020 erfolgten Fahrbahndeckenerneuerung zwischen der Anschlussstelle Seckenheim und der Neckarhauser Straße notwendig geworden waren. Dabei musste unter anderem ein Teil der Bepflanzung im Straßenrandbereich gerodet werden. Die Böschungen auf der Südseite der Autobahn konnten bereits Anfang 2020 bepflanzt werden. Entsprechend den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes wird nun auch auf der Nordseite der betroffene Lebensraum für Tiere und Pflanzen wiederhergestellt. Das Projekt soll im Herbst 2021 abgeschlossen werden. 

Straßenbegleitgrün schafft wertvolle ökologische Lebensräume und trägt so zur Sicherung der biologischen Vielfalt bei. Bei Ausgleichsmaßnahmen wie an der A 656 lautet die gesetzliche Vorgabe, die zuvor durch Baumaßnahmen beeinträchtigten Lebensräume mindestens gleichwertig wiederherzustellen. Die Bedeutung der Grünstreifen entlang von Straßen für den Naturschutz hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Denn diese haben sich zum Rückzugs- und Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt, seit immer mehr artenreiche Wildblumenwiesen verschwinden. Gräser, Kräuter und Blumen bieten Nahrung für Insekten, was wiederum Vögel und Fledermäuse anlockt. Wie Grünbrücken oder andere Tierquerungshilfen können die Grünflächen entlang von Straßen zudem helfen, zerschnittene Lebensräume wieder zu vernetzen.  

Die Anlage und Pflege von Straßenbegleitgrün orientiert sich an den Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Neben ökologischen spielen dabei auch andere Aspekte eine Rolle: So kann die Randbepflanzung an Straßen die Einwirkung aus Wind und Schnee reduzieren, stabilisiert Böschungen, dient Verkehrsteilnehmenden als optische Führung sowie Anwohnerinnen und Anwohnern als Sichtschutz. Landschaftspflegerische Pläne legen quadratmetergenau fest, was gepflanzt wird – abhängig von Kriterien wie dem ökologischen Wert der Pflanzen, der Bodenbeschaffenheit oder den Anforderungen der vor Ort anzutreffenden Tiere. Im Fall der A 656 ist dies vor allem die Zauneidechse, die im Vorfeld der Bauarbeiten mithilfe von Artenschutzzäunen auf Ausweichflächen verdrängt wurde und nun zurückkehren soll. 

Die Ausgleichsmaßnahme an der A 656 ist das erste „grüne“ Projekt der Außenstelle Heidelberg der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest und wird von der dortigen Umweltbaubegleitung betreut. Allein für die Nordseite der Teilstrecke sind im Ausführungsplan 3.000 neue Pflanzen vorgesehen. Zur Vermeidung von Florenverfälschung kommen nur gebietseigene Sträucher, Jungpflanzen und Hochstämme zum Einsatz. Damit die Pflanzen gut gedeihen, wird der Boden vorab durch Verbesserungs- und Hilfsstoffe aufgewertet. Dadurch wird auch seine Fähigkeit erhöht, Schadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide dauerhaft zu binden, die gerade in Autobahnnähe anfallen. Das mit den Arbeiten beauftragte Landschaftsbauunternehmen übernimmt für die Dauer von zwei Jahren auch die Entwicklungspflege der neu bepflanzen Bereiche. Zudem werden Nistkästen für Vögel wie den Mauersegler und für Fledermäuse angebracht und gepflegt. 

Die Bepflanzung von Grünstreifen an Straßen und deren Pflege kosten viel Geld. Diese Investitionen sind jedoch wichtig, um ökologisch wertvolle Lebensräume zu erhalten und menschliche Eingriffe auszugleichen. Die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest sieht dies als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und möchte das Zusammenwirken von Straßen- und Landschaftsplanung künftig stärker in den Fokus rücken. 

Zusatzinformationen 

Seit dem 1. Januar 2021 ist die Autobahn GmbH des Bundes verantwortlich für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen in Deutschland. Mit 13.000 Kilometern Autobahn und zukünftig bis zu 13.000 Beschäftigten an über 280 Standorten ist die Autobahn GmbH des Bundes eine der größten Infrastrukturbetreiberinnen in Deutschland. 

Die Zentrale der Autobahn GmbH des Bundes hat ihren Sitz in Berlin. Eine von insgesamt zehn regionalen Niederlassungen der Autobahn GmbH – die Niederlassung Südwest – befindet sich in Stuttgart-Obertürkheim. Zu ihr gehören Außenstellen in Stuttgart-Vaihingen, Freiburg, Karlsruhe, Heidelberg und Heilbronn sowie 15 Autobahnmeistereien, eine Verkehrsrechnerzentrale mit Tunnelleitzentrale sowie ein Fachcenter für Informationstechnik und -sicherheit (FIT).  

Die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest mit rund 1000 Beschäftigten ist verantwortlich für ca. 1050 Kilometer Autobahnen in Baden-Württemberg sowie in Teilen von Hessen und Rheinland-Pfalz. Die Außenstelle Heidelberg ist verantwortlich für 200 km Autobahnstrecke und über 800 Ingenieurbauwerke in der Metropolregion Rhein-Neckar, davon mehr als 450 Brücken. 

Pressekontakt:

Petra Hentschel, Mail: presse.suedwest[at]autobahn[dot]de 

 

Die Autobahn GmbH des Bundes

Pressesprecherin Niederlassung Südwest

Augsburger Str. 748

70329 Stuttgart

 

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