Pilotprojekt an der A 65: Optimale Bauprozesse für mehr Produktqualität und Nachhaltigkeit

Seit August 2021 wird auf der A 65 die Fahrbahn erneuert. Mit dem Qualitätsstraßenbau Autobahn Asphalt 4.0 (QAA 4.0) kommt dabei eine innovative Methode zur Planung und Steuerung von Bauprozessen zum Einsatz, die auf Digitalisierung, hohe Produktqualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit setzt.

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Autobahn GmbH Niederlassung Südwest: Pilotprojekt an der A 65 

Qualitätsstraßenbau Autobahn Asphalt 4.0 – optimale Bauprozesse für mehr Produktqualität und Nachhaltigkeit

Seit August 2021 wird auf der A 65 zwischen den Anschlussstellen Haßloch und Neustadt-Nord auf einer Länge von rund 4,5 km die Fahrbahn in Richtung Karlsruhe erneuert. Mit dem Qualitätsstraßenbau Autobahn Asphalt 4.0 (QAA 4.0) kommt dabei eine innovative Methode zur Planung und Steuerung von Bauprozessen zum Einsatz, die auf Digitalisierung, hohe Produktqualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit setzt. Ziel ist es, mithilfe neuer digitaler Werkzeuge die Prozessqualität auf der Baustelle entscheidend zu erhöhen – und damit auch die Qualität des eingebauten Asphalts. Das wiederum bedeutet eine längere Nutzungsdauer der Fahrbahn, geringere Erhaltungskosten, weniger Baustellen und nicht zuletzt auch weniger Belastung für Mensch und Umwelt. Mit diesem Pilotprojekt trägt die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest dazu bei, den Straßenbau der Zukunft zu gestalten.

 

Bei QAA 4.0 werden sämtliche Bauprozesse von der Herstellung des Asphalts im Mischwerk über die Logistik bis hin zu Einbau und Verdichtung digitalisiert und vernetzt. So wird zunächst sichergestellt, dass die gemäß Einbauplan benötigte Menge an Asphalt produziert und unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage pünktlich und verarbeitungsbereit (Temperatur) angeliefert wird. Damit kann der Asphalt unterbrechungsfrei eingebaut werden – ohne Nahtstellen, die besonders anfällig für Schäden und das Eindringen von Wasser sind. Auf dem mobilen Endgerät bleibt die Logistik der Baustelle stets im Blick, wobei jeder Lkw mit seiner Position, seiner Beladung und der jeweiligen Verladetemperatur des Asphalts zu sehen ist.

Weil für die Verantwortlichen vor Ort und im Büro alle Daten in Echtzeit einsehbar sind, macht QAA 4.0 ein stetiges Qualitätscontrolling möglich. Dadurch können etwaige Abweichungen rechtzeitig erkannt und behoben werden. So kann z.B. der Fertiger bei Lieferverzögerungen seine Einbaugeschwindigkeit dynamisch anpassen und Unterbrechungen vermeiden. In einer Live-Auswertung können die Menge des bereits produzierten und verladenen Asphalts, evtl. Mehrverbrauch, das Tageseinbausoll und die tatsächliche Einbauleistung im Blick behalten werden. Auf diese Weise wird auch sichergestellt, dass nur die tatsächlich benötigte Menge produziert und transportiert wird, was Bauprozesse nicht nur verlässlicher und wirtschaftlicher, sondern auch nachhaltiger macht.

 

Für Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, steht dieser Aspekt besonders im Vordergrund: „Wir wollen in Zukunft nicht nur schneller und wirtschaftlicher, sondern auch nachhaltiger bauen. Das betrifft die Abläufe auf der Baustelle selbst, aber auch die Frage, wie wir Sanierungsmaßnahmen und so auch Belastungen durch Baustellen minimieren können. Hier wie dort kann der Qualitätsstraßenbau Autobahn Asphalt 4.0 einen wichtigen Beitrag leisten.“

Robert Zimmermann, Leiter der für das Projekt an der A 65 verantwortlichen Heidelberger Außenstelle der Niederlassung Südwest, betont: „QAA 4.0 bedeutet höhere Prozessqualität. Und höhere Prozessqualität führt zu besserer Produkt­qualität. Wir freuen uns, dass wir bei diesem Pilotprojekt zeigen können, dass der digitalen Baustelle die Zukunft gehört.“

Von der Planung bis zur Auswertung

QAA 4.0 umfasst nicht nur die eigentlichen Bauprozesse, sondern auch Planung und Auswertung. Weil konstante, also durch gleichmäßigen Einbau- und Verdichtungsprozess hergestellte Schichten für die Einbauqualität des Asphalts entscheidend sind, kommt schon der Bestandserfassung große Bedeutung zu. Dabei werden der Fahrbahnunterbau untersucht (u.a. durch Georadarerfassung) und die Oberflächengeometrie erfasst. Mithilfe dieser Daten kann anschließend beim Fräsen ein ebener Aufbauhorizont hergestellt werden, auf dem mit konstanter Schichtdicke aufgebaut werden kann. In der Auswertung kommen dann zu den Daten der Logistik weitere qualitätsrelevante Daten hinzu. So wird direkt am Fertiger die Einbautemperatur des Asphalts erfasst, die möglichst konstant sein muss. Zudem wird an jeder Walze per GPS-Tracking die Anzahl der Überfahrten erhoben, womit eine optimale Verdichtung des Asphalts sichergestellt wird.

 

Die Autobahn GmbH des Bundes

Die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest verantwortet Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung von rund 1.050 Autobahnkilometern in Baden-Württemberg, in Teilen von Hessen und von Rheinland-Pfalz. Dabei hat sie die Themen Innovation und Nachhaltigkeit besonders im Blick. Das betrifft z.B. die Optimierung von Bauprozessen, intelligente Verkehrssteuerung und die Verringerung von Belastungen für Mensch und Umwelt.

Der Sitz der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest befindet sich in Stuttgart-Obertürkheim, hinzu kommen fünf Außenstellen in Stuttgart-Vaihingen, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn und Heidelberg, eine Verkehrs- und Tunnelleitzentrale, ein Fachcenter für Informationstechnik und -sicherheit sowie 15 Autobahnmeistereien. Insgesamt gehören rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Team der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest.

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