Pilotprojekt: Neuartige Lärmschutzaufsätze versprechen deutliche Lärmminderung

Die Autobahn Westfalen testet als bundesweit erste Niederlassung innovative Lärmschutzaufsätze an der A45 bei Dortmund.

20220510_103419.jpg

Pilotprojekt: Neuartige Lärmschutzaufsätze versprechen deutliche Lärmminderung

Dortmund. Die Autobahn Westfalen testet als bundesweit erste Niederlassung innovative Lärmschutzaufsätze an der A45 bei Dortmund. In dem Pilotprojekt werden ab Anfang Mai sogenannte WHIS-Top-Diffraktoren auf einem 100 Meter breiten Abschnitt oben auf die bestehenden Lärmschutzwand an der Siedlung Salingen zwischen der Anschlussstelle Dortmund-Eichlinghofen und dem Dreieck Dortmund/Witten montiert. Nach Herstellerangaben reduzieren diese 20 cm hohen und einen Meter tiefen Aluminium-Aufsätze die Lärmbelastung im angrenzenden Wohngebiet um 4 bis 5 dB(A). Das entspricht ungefähr der Wirkung eines neu eingebauten Flüsterasphalts oder einer zusätzlichen zwei Meter hohen Lärmschutzwand. Eine Reduzierung des Autobahnverkehrs auf der A45 um die Hälfte würde an dieser Stelle lediglich eine Lärmminderung von 3dB(A) bringen. „Wenn das System funktioniert, dann bedeutet das eine spürbare Verbesserung für die Anwohner“, verspricht Dieter Reppenhorst, Geschäftsbereichsleiter Planung bei der Autobahn Westfalen.

Nach der etwa zehntägigen Installation wird die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) noch im Mai mit Lärmmessungen in der Siedlungen Salingen beginnen. Um Vergleichsdaten zu erhalten, wird zunächst nur etwa die Hälfte der Lärmschutzwand mit dem WHIS-Top ausgestattet. Erste Ergebnisse zur Effizienz an verschiedenen Messpunkten im Wohngebiet erwartet die Autobahn Westfalen etwa zwei Monate nach der Messung. Sollten diese Werte positiv ausfallen, könnten im Nachgang auch auf dem Rest der Wand die Aufsätze montiert werden. „Mit Pilotprojekten wie diesem gehen wir als Autobahn Westfalen voran und stellen uns beim Thema Lärmschutz noch breiter auf.  Hält der WHIS-Top, was die Hersteller versprechen, ist er mittel- bis langfristig auch an anderen Stellen unseres Autobahnnetzes beim Thema Lärmschutz eine Option“, sagt Reppenhorst.

Doch wie funktioniert eigentlich der WHIS-Top? Er nutzt das physikalische Prinzip, nach dem Schallwellen abgelenkt werden, wenn sie auf andere Schallwellen treffen. Der WHIS-Top ist mit unterschiedlich tiefen Rillen versehen. Wenn Schallwellen auf diese treffen, erzeugen sie eine Resonanz. Da sich Schall – wie Wasser – immer den Weg des geringsten Widerstandes sucht, werden die Schallwellen nach oben abgelenkt. In Folge entsteht hinter der Lärmschutzwand mit dem aufgesetzten WHIS-Top ein Bereich, in dem es deutlich leiser ist.

Der Aluminimumaufsatz kann außerdem in Sachen Nachhaltigkeit und Kosten punkten. Muss eine Lärmschutzwand abgerissen werden, kann er abmontiert und an anderer Stelle wiederverwendet werden. Die Lebenserwartung beträgt in etwa 50 Jahre. Der Preis für einen Meter WHIS-Top liegt zudem mit 765 Euro etwa ein Drittel unter dem Preis für einen Meter Lärmschutzwand mit zwei Metern Höhe, die etwa 1100 Euro kostet.

Kontakt: Mirko Heuping, (02381) 277 7107, mirko.heuping[at]autobahn[dot]de

Zurück an den Seitenanfang