Rheinspange: Dialogforum diskutiert zu ÖPNV und Klimaschutz

Planung berücksichtigt CO2-Ausstoß für Bau und Betrieb jeder Variante

Planung berücksichtigt CO2-Ausstoß für Bau und Betrieb jeder Variante 

Das Dialogforum zum Projekt „Rheinspange 553“ kam am Dienstag (07.12.) per Videokonferenz zu seiner achten Sitzung zusammen. Die Teilnehmenden betrachteten das Projekt dabei schwerpunktmäßig unter dem Aspekt des Klimaschutzes sowie im Zusammenhang mit verschiedenen Formen des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in der Region. 

Projektleiter Rüdiger Däumer von der Autobahn GmbH informierte die 34 Teilnehmenden einleitend über den aktuellen Planungsstand. Im Zuge der derzeit laufenden Vorplanung werden zwölf Varianten vertieft untersucht. Dabei werden unter anderem Verkehrszahlen, die Umweltverträglichkeit inklusive der Wasserversorgung, sowie Lärm- und Luftschadstoffemissionen einer eingehenden Betrachtung unterzogen. 

Der erste Schwerpunkt der Sitzung lag anschließend auf der Einordnung des Projekts Rheinspange 553 in den Gesamtzusammenhang der zukünftigen Mobilität in der Region Köln-Bonn. Däumer stellte dar, dass in der Verkehrsprognose für das Jahr 2030 zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen des ÖPNV sowie des Radverkehrsnetzes berücksichtigt worden sind. „Auch unter Berücksichtigung dieser Maßnahmen gibt es einen hohen Bedarf für die Rheinspange, was sich in der Verkehrsuntersuchung widerspiegelt“, so Däumer. Aus dieser lasse sich jedoch, über die allgemeine Verkehrszunahme hinaus, keine Erhöhung des motorisierten Verkehrsaufkommens nach Realisierung einer neuen Rheinspange ableiten. Es ergebe sich vielmehr eine andere Verteilung im Straßennetz. Im Zusammenhang mit einer zukünftigen multimodalen Mobilität könne das Projekt weitere Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, zum Beispiel für den Fernbusverkehr in Ost-West-Richtung. 

Daran anknüpfend stellte Dr. Christoph Groneck vom Rhein-Sieg-Kreis dem Dialogforum verschiedene ÖPNV-Projekte des Kreises detaillierter vor. Besonders eingehend wurden dabei die Schienenprojekte betrachtet. Seit 2010 investiert der Rhein-Sieg-Kreis zunehmend in die Ausweitung des ÖPNV. Der Rhein-Sieg-Kreis verfolgt unter anderem das Ziel, die Attraktivität der Stadtbahn durch verschiedene Maßnahmen zu steigern. Ziel ist eine starke Kapazitätserhöhung, wobei es insbesondere darum geht, bereits bestehenden motorisierten Individualverkehr zu verlagern. Neben Maßnahmen im Bestand, wie etwa Taktverdichtungen, werden auch Maßnahmen zur Netzerweiterung durchgeführt. Ein Beispiel ist die Stadtbahn Niederkassel, die eine dritte Nord-Süd-Verbindung zwischen Köln und Bonn schaffen soll und großes Potenzial für den Pendlerverkehr besitzt. 

Daniela Wagner von der Autobahn GmbH legte den Teilnehmenden anschließend dar, welche Rolle der Klimaschutz bei den Planungen zur Rheinspange 553 spielt. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) stellt das Klima eines der Schutzgüter dar. Bei der UVS werden die Flächen im Untersuchungsraum zunächst erfasst und nach ihrer Bedeutung für das Lokalklima bewertet. So handelt es sich beispielsweise bei Freiflächen um thermische Ausgleichsräume mit hoher Bedeutung. Anschließend werden die verschiedenen Varianten der Rheinspange hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das lokale und regionale Klima verglichen. Zudem soll der CO2-Ausstoß für Bau und Betrieb jeder Variante berechnet werden, damit auch die Auswirkungen des Vorhabens auf die Treibhausgasbilanz in die Bewertung einfließen können.  

Die Mitglieder des Dialogforums interessierten sich in der Diskussion insbesondere dafür, in welchem Detailgrad die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln und den unterschiedlichen Verkehrsträgern in der Verkehrsuntersuchung berücksichtigt und aufgeschlüsselt wurden. Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt war die Frage, inwiefern die Treibhausgase der Infrastruktur, welche zum Beispiel bei der Herstellung der Baumaterialien anfallen, und der Abgasbelastungen durch den Verkehr auf der zukünftigen Rheinspange im Detail berücksichtigt und bewertet werden können. 

Die nächste Sitzung des Dialogforums findet im Frühjahr 2022 statt. Thema der Sitzung wird der Variantenvergleich aus Umweltsicht werden, der zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen sein wird. Nach aktuellem Stand wird eine Entscheidung über die Vorzugsvariante im Herbst 2022 erwartet. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite www.rheinspange.nrw.de

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