Status: In Umsetzung Region: Rheinland, …

Autobahn: A 1, …Sanierung einer Gewölbebrücke in Wermelskirchen

Die Autobahn GmbH Rheinland saniert eine Gewölbebrücke in Wermelskirchen.

Daten & Fakten

Baubeginn (Vorarbeiten)

Frühjahr 2021

Baubeginn (Hauptarbeiten)

Sommer 2022

Projektbeschreibung

Anfang Mai 2021 startete die Autobahn GmbH Rheinland mit den umfangreichen Vorarbeiten für die Sanierung der Gewölbebrücke „Hünger“ an der A1 in Wermelskirchen. Mit Ausnahme des charakteristischen Bogens aus Natursteinen wird die 83 Jahre alte Brücke nahezu vollständig erneuert: Entwässerung, Dehnungsfugen sowie eine neue Betonplatte inklusive neuer Asphaltdecke. Zwischen den Natursteinen erneuert die Autobahn GmbH die Fugen und tauscht beschädigte Steine aus. Eine besondere Herausforderung stellen die Sicherung und Verlegung der zahlreichen Versorgungsleitungen (u.a. Strom, Glasfaser) dar.

Zeitplan

Baustellenupdate zur Sanierung der Gewölbebrücke „Hünger“

Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten an der Gewölbebrücke „Hünger“ (L157/A1) zum Ende dieses Jahres so weit sein, dass alle Fahrbeziehungen wieder zur Verfügung stehen. Dieses Ziel wird nicht erreicht. Aus diesem Grund heben die Autobahn GmbH Rheinland und die zuständige Baufirma einvernehmlich den bestehenden Vertrag auf. In den kommenden Wochen werden dazu die laufenden Arbeiten abgeschlossen und die Baustelle anschließend bis zum Frühjahr in einen Ruhezustand versetzt.

In dieser Zwischenphase, voraussichtlich ab Mitte November bis zur Neuaufnahme der Arbeiten im Frühjahr 2024, steht auf der Brücke wieder je ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung. Darüber, wie und wann es 2024 mit der Sanierung des Bauwerks weitergeht, informiert die Autobahn GmbH Rheinland umgehend, sobald hier gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Warum wurden die Arbeiten erst später begonnen als vorgesehen?

Ursprünglich war ein Beginn der Arbeiten für den Sommer 2021 vorgesehen. Im Zuge der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 wurden jedoch auch Teile der geplanten Umleitungsstrecke zerstört. Deshalb musste mit dem Beginn der Arbeiten an der Gewölbebrücke gewartet werden, bis die Umleitungsstrecke wieder uneingeschränkt zur Verfügung stand. Die Arbeiten konnten daher erst im Frühjahr 2022 aufgenommen werden. Somit bestand im Sommer 2021 noch gar keine Baustellenverkehrsführung. Bis zum tatsächlichen Baubeginn im Frühjahr 2022 wurden lediglich Vorarbeiten ausgeführt, die keine relevanten Beeinträchtigungen des Verkehrs verursacht haben. Mit dem Beginn im Frühjahr 2022 war ursprünglich eine Fertigstellung im Spätsommer 2023 vorgesehen.

Warum mussten die Arbeiten im Herbst 2022 unterbrochen werden?

Während der Arbeiten an der über 80 Jahre alten Gewölbebrücke hat sich herausgestellt, dass zwischen den vorliegenden Bestandsunterlagen und dem Bauwerk vor Ort Abweichungen bestehen. Für den weiteren Umgang mit diesen Abweichungen musste die Autobahn GmbH Rheinland daher eine technische Lösung finden, die auf das historische Bauwerk abgestimmt ist. Zudem mussten aufgrund einer Frostperiode im Winter 2022/2023 temperatursensible Arbeiten verschoben werden. Auch die Zeitschiene musste hierdurch angepasst werden, sodass eine Fertigstellung nach jetzigem Kenntnisstand nunmehr im Winter 2023/2024 zu erwarten ist.

Die Bestandsunterlagen zur historischen Gewölbebrücke in Wermelskirchen existieren seit mehr als 80 Jahren. Das gemauerte Gewölbe der Brücke liegt unter der Fahrbahn der L157 und ist durch eine Betonschicht geschützt. Darüber liegt der Straßenaufbau. Im Zuge der Öffnung des Bauwerks hat sich gezeigt, dass die Oberkante dieses Gewölbes höher liegt als in den Bestandsunterlagen angegeben. Für diese Abweichung hat die Autobahn GmbH Rheinland deshalb kurzfristig eine technische Lösung finden müssen.

Bestandsunterlagen werden nach dem Bau eines Bauwerks erstellt und ergänzen die für den Bau maßgebliche Ausführungsplanung. Bei der Ausführung kommt es immer wieder zu Anpassungen, die den örtlichen Gegebenheiten geschuldet sind und die dann in den Bestandsunterlagen dokumentiert werden. Sobald ein Bauwerk saniert wird, werden diese Bestandsunterlagen aktuell betrachtet. Viele Angaben können dabei bereits im Vorfeld mit dem Bauwerk verglichen werden. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl an Angaben, die nicht vor der Sanierung anhand der Örtlichkeit überprüft werden können. Solche Angaben müssen dann - vorerst ungeprüft - aus den Bestandsunterlagen übernommen werden. Ein Abgleich ist dann erst möglich, wenn die Arbeiten bereits ausgeführt werden und das Bauwerk entsprechend zugänglich ist. So war es auch im Fall der Gewölbebrücke „Hünger“.

Verkehrsführung

Warum ist die Einrichtung einer Verkehrsführung so schwierig?

Im Bereich der Anschlussstelle Wermelskirchen bestehen eine Vielzahl an Verkehrsbeziehungen. Hierzu gehören vier Auf- und Abfahrten der A1 sowie die L157, die über die Gewölbebrücke über die A1 geführt wird. Zudem befahren bis zu 100.000 Fahrzeuge täglich die A1 in diesem Abschnitt, 520 Verkehrsteilnehmende pro Spitzenstunde fahren von der A1 in Fahrtrichtung Köln an der Anschlussstelle Wermelskirchen ab. Verkehrsführungen müssen grundsätzlich strikte Anforderungen erfüllen, um rechtlich anordnungsfähig zu sein. Dem liegen unter anderem die vorhandenen Fahrbahnbreiten und der Schutz der auf der Baustelle tätigen Arbeitenden zu Grunde. Zudem muss der Verkehr so weiter fließen können, dass sich keine unfallträchtigen Rückstaulagen bilden.

Warum muss auf der L157 (Hünger) eine Einbahnstraße eingerichtet werden?

Im Vorfeld hat die Autobahn GmbH Rheinland gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Wermelskirchen ein Verkehrsführungskonzept aufgestellt und eine Vielzahl an möglichen Verkehrsführungen auf ihre Machbarkeit hin untersucht. Bereits in der gemeinsamen Verkehrsbesprechung am 9. August 2021 war das einzige realistische Ergebnis die vorliegende Verkehrsführung als Einbahnstraße. Zwischenzeitlich hat die Autobahn GmbH Rheinland erneut untersucht, ob eine Anpassung der Verkehrsführung im Rahmen der rechtlichen Aspekte möglich wäre. Die bestehende Einbahnstraßenverkehrsführung ist als Ergebnis jedoch alternativlos.

Durch die Abstimmung konnte erreicht werden, dass im Bereich der Baustelle die Verkehrsbeziehungen sowohl überregional als auch regional und lokal weitestgehend aufrechterhalten werden. Lediglich für die L157 von Solingen kommend in Fahrtrichtung Wermelskirchen musste somit eine Umleitung über nächstgelegene, entsprechend leistungsfähige Straßen ausgewiesen werden. Diese führt den Verkehr in das Wermelskirchener Stadtzentrum. Die Fahrzeit entlang der Umleitungsstrecke beträgt etwa sieben bis zehn Minuten.

Wieso kann auf der L157 (Hünger) keine Ampel den Verkehr in beide Richtungen regeln?

Eine Verkehrsführung auf der L157 in beide Fahrtrichtungen über die Gewölbebrücke mittels einer Ampelanlage ist nicht anordnungsfähig. Hierbei würden sich - insbesondere zu Spitzenzeiten - enorme Rückstaulagen bis auf die Autobahn bilden. Besonders im Bereich von Autobahnanschlussstellen sind solche Rückstaulagen jedoch in Bezug auf das hierdurch entstehende Unfallrisiko unbedingt zu vermeiden.

Sich ergebende Umlaufzeiten an der Ampelanlage wären laut Richtlinie für Lichtsignalanlagen (RiLSA) nicht regelkonform und können somit nicht angeordnet werden. Normale Umlaufzeiten liegen in der Regel zwischen 90 und 120 Sekunden, um leistungsgerecht und mit zumutbaren Wartezeiten den Verkehr zu regeln. Bei Baustellenampeln an Engstellen dürfen diese Umlaufzeiten sogar bei bis zu 300 Sekunden liegen. Jedoch geben die örtlichen Gegebenheiten unter Beachtung der Räumzeiten und Geschwindigkeiten im Baustellenbereich hier Umlaufzeiten von über 400 Sekunden vor. Aufgund der Grün-Anforderung durch Fußgänger erfolgt zusätzlich ein Eingriff in das Schaltprogramm der Ampel, was wiederum eine Verlängerung der Wartezeiten bedeutet. Damit es zu keinem erheblichen Rückstau und damit Stauende-Unfällen auf der Ausfahrtsrampe und der Autobahn kommt, muss das Schaltprogramm dynamisch reagieren. Damit lägen die Umlaufzeiten bei über acht Minuten. Die Fahrzeit über die nächst gelegene Kreisstraße beträgt wiederum 7 - 10 Min.

Wieso kann als Alternative nicht die Anschlussstelle Wermelskirchen gesperrt werden?

Die einzige, theoretisch mögliche Alternative neben der Einbahnstraßenregelung ist eine Sperrung der Anschlussstelle Wermelskirchen. Diese verkehrliche Einschränkung hätte jedoch noch größere Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmenden sowie die Anlieger im Bereich der Ausweichstrecken. Insbesondere würde hierdurch an der Anschlussstelle Burscheid eine solche Mehrbelastung entstehen, dass der Verkehr hier zum Erliegen käme. In der Folge würden sich auch hier Rückstaulagen weit auf den Hauptfahrstreifen der A1 ergeben - mit dem erheblichen Risiko von Stauende-Unfällen.

Die Lichtsignalsteuerung an der Anschlussstelle Burscheid ist bereits bei Regelverkehr an der Leistungsgrenze. Eine Sperrung der Anschlussstelle Wermelskirchen mit einer Umleitung über die Anschlussstelle Burscheid wurde daher bereits sehr früh unter Beteiligung des Landesbetriebs Straßenbau NRW sowie der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Wermelskirchen ausgeschlossen.

Wäre eine alternative Abfahrt am Rastplatz in Remscheid möglich?

Betriebswege an Rastplätzen sind nicht für eine hohe Verkehrsbelastung wie an Anschlussstellen ausgelegt. Bevor eine solche Lösung in Betracht kommen könnte, müssten die Betriebswege an der Rastanlage sehr umfangreich ausgebaut werden. Hier sind insbesondere die Fahrbahnen im Bereich der Tankstelle nicht ausreichend breit, um die Verkehrswege zwischen Durchfahrenden und dort Rastenden bzw. Tankenden sicher zu trennen. Hinzu kommt, dass Rastplätze einen besonders schutzwürdigen Raum darstellen, weil Verkehrsteilnehmende hier auch fußläufig unterwegs sind. Somit wäre eine sehr umfangreiche und aufwändige bauliche Trennung auf dem Rastplatz erforderlich. Darüber hinaus wäre im Falle der Einbeziehung der Tank- und Rastanlage Remscheid nur ein eingeschränkter Betrieb möglich. Je nach Bedingungen könnte der Betrieb ggf. gar nicht mehr unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften aufrechterhalten werden.

Oberhalb der Tank- und Rastanlage befindet sich die Eschbachtalsperre mit einem Hotel und angegliederten Parkplätzen. Dabei handelt es sich um ein Naherholungsgebiet. In diesen Bereichen sind ebenfalls viele Verkehrsteilnehmer fußläufig unterwegs, um hier spazieren zu gehen. Um an der Tank- und Rastanlage Remscheid abzufahren und zur Kreisstraße zu gelangen, müssten die Verkehrsteilnehmenden über die durchgängig stark besuchte Raststätte fahren, vorbei an den dortigen Tanksäulen und auf einem der beiden Parkplätze wenden. Die Wendemöglichkeiten sind in diesem Bereich aufgrund der Platzverhältnisse insbesondere für den Schwerlastverkehr stark eingeschränkt, die Sichtverhältnisse sind ebenfalls begrenzt. Selbst das Rangieren eines PKWs ist an dieser Stelle mit einem hohen Risiko behaftet. Zudem ist die Brücke über den Eschbach nicht für den Schwerverkehr ausgelegt.

A1/L157: Planungen für Sanierung der Gewölbebrücke "Hünger" in Wermelskirchen werden angepasst

Die Autobahn GmbH Rheinland passt die Planungen für die Sanierung der Gewölbebrücke "Hünger" in Wermelskirchen an. Während der Arbeiten an der über 80 Jahre alten Gewölbebrücke hat sich herausgestellt, dass zwischen den vorliegenden Bestandsunterlagen und dem Bauwerk vor Ort Abweichungen bestehen. Für den weiteren Umgang mit dieser Abweichung hat die Autobahn GmbH Rheinland nun eine technische Lösung gefunden.

Verkehrsmeldungen

Kontakt - Ihr Draht zu uns

Sie erreichen die Autobahn GmbH Rheinland bei Fragen rund um dieses Projekt unter der Rufnummer 0221/29927622.

Kontaktformular

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Pressekontakt

Sebastian Bauer

Kommunikation Außenstelle Köln

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Rheinland
Außenstelle Köln
Deutz-Kalker-Str. 18-26 50679 Köln

Lauren Dohnalek

Kommunikation Außenstelle Köln

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Rheinland
Außenstelle Köln
Deutz-Kalker-Str. 18-26 50679 Köln

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