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Region: Westfalen, … Status: In Planung

Autobahn: A 43, … Ersatzneubau der Emschertalbrücke zwischen Recklinghausen und Herne

Im Rahmen des A43-Ausbaus auf sechs Spuren müssen auch die drei Brücken über die Bahnstrecke, die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal neu gebaut werden. Besonders die letztere Brücke steht dabei im Fokus: Dort sind Schäden festgestellt worden, die zur Einschränkung des Verkehrs führen.

Daten & Fakten

Drei Bauwerke

über Bahnstrecke, Emscher, Rhein-Herne-Kanal

Länge der Kanalbrücke

80 Meter



Projektübersicht

Mit dem Ausbau der A43 auf sechs Spuren wird auch der Neubau des Emschertalbrückenzuges nötig. Dieser setzt sich aus drei Bauwerken zusammen: Der nördlichen Brücke über die Gleise der Deutschen Bahn, der zentralen Brücke über die Emscher und der südlichen Brücke über den Rhein-Herne-Kanal. Der Ausbau ist für die Jahre 2023 bis 2027 geplant. Bei einer detaillierten Nachrechnung im April 2021 wurde allerdings festgestellt, dass die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in einem schlechteren Zustand ist, als zuvor angenommen. Das hat Auswirkungen auf die Planungen.

Bisher sehen diese Planungen vor, eine neue Brückenhälfte neben der bestehenden Brücke über den Kanal zu errichten. Nach deren Fertigstellung wird der Verkehr entsprechend darauf umgelegt, so dass die bestehende alte Brücke abgerissen werden und halbseitig neu gebaut werden kann. Zum Abschluss werden die beiden Brückenhälften zusammengeschoben. Derzeit prüft die Autobahn, inwiefern diese Planung weiterhin Bestand haben kann.

Die A43 ist an dieser Stelle mit täglich knapp 100.000 Fahrzeugen belastet. Gut 11.000 Fahrzeuge davon sind LKW. Nach Bekanntwerden der Probleme hat die Autobahn Westfalen die Strecke zwischen den Kreuzen Recklinghausen und Herne für Kraftfahrzeuge ab 3,5 Tonnen gesperrt. Die Verbindungen von den Kreuzen in Richtung des Brückenzugs sind für den gesamten Verkehr gesperrt. Eine Schrankenanlage soll sicherstellen, dass der Schwerlastverkehr die Brücke bis zum Neubau nicht überquert.



Zeitplan

Mitte Mai wurde unter Vollsperrung der Autobahn eine Belastungsprobe durchgeführt. Deren Ergebnis wurde Ende Juni verkündet: Die A43 bleibt bis zum halbseitigen Neubau der Brücke für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen gesperrt. Dieser Neubau wird voraussichtlich Mitte 2025 abgeschlossen sein. Um sicherzustellen, dass der Schwerlastverkehr andere Routen nutzt, wird voraussichtlich im November 2021 eine Schrankenanlage installiert.

Diese Schrankenanlage ist vergleichbar mit den Anlagen an den Rheinbrücken Leverkusen und Duisburg-Neuenkamp. Eine solche Anlage lässt sich allerdings nur auf der A43 einrichten. Die Beschränkungen für den Verkehr, der von Osten und Westen auf der A2 und A42 auf den gesperrten Bereich zuläuft, bleiben bestehen. Auf der A43 wird die Anlage planmäßig in Fahrtrichtung Münster zwischen der Anschlussstelle Herne-Eickel und dem Kreuz Herne installiert, in Fahrtrichtung Wuppertal zwischen dem Kreuz Recklinghausen und der Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark. Die Kosten für die Anlage belaufen sich auf insgesamt 10 Millionen Euro.

Die Schrankenanlage ist mit Sensoren und Wiegeeinrichtungen ausgestattet. Fährt ein zu schweres Fahrzeug auf der falschen Spur, senkt sich eine Schranke. Die Daten des Fahrzeugs werden automatisch für einen späteren Bußgeldbescheid erfasst. Danach wird das Fahrzeug entweder über das Kreuz Herne oder die Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark abgeleitet und zu den offiziellen Umleitungsstrecken geführt.

 


Historie

Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal wurde 1965 errichtet. Sie ist sehr filigran gebaut, ohne kompakte Stahlhohlkästen. Stattdessen wurde materialsparend mit Versteifungen und Lamellen gebaut. Im Jahr 1986 kam es zu einem Schaden an der Brücke, der aber laut einem damals erstellten Gutachten keine Einschränkung für die Nutzung hatte. Die letzte Hauptprüfung der Brücke hat im Jahr 2015 stattgefunden. Im Jahr 2017 hat eine zusätzliche Überprüfung der Schweißnähte stattgefunden.



Verkehrsmeldungen

Häufige Fragen und Antworten

Die Einschränkungen rund um die Brücke werden mit dem halbseitigen Neubau der Rhein-Herne-Kanalbrücke aufgehoben. Das wird voraussichtlich Mitte 2025 geschehen. Dazu gehören:

  • Das Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf der A43 zwischen Kreuz Herne und Kreuz Recklinghausen
  • Die Sperrungen im Kreuz Herne von der A42 auf die A43 in Richtung Münster
  • Die Sperrungen im Kreuz Recklinghausen von der A2 auf die A43 in Fahrtrichtung Wuppertal
  • Die Sperrungen der Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark in Fahrtrichtung Wuppertal

Die Schrankenanlage wird voraussichtlich 10 Millionen Euro kosten. Dabei entfallen 4 Millionen auf die Installation der Technik und 6 Millionen auf den Betrieb (Personalkosten).

Nein. Grund für die Beschädigung der Brücke ist der Schwerlastverkehr. Dieser hat in den letzten Jahrzehnten sowohl in Frequenz als auch in der Masse der einzelnen Fahrzeuge stetig zugenommen (und wird laut Prognosen auch weiter stark zunehmen, trotz Corona-Pandemie). Der Schaden aus dem Jahr 1986 war für die damaligen Verkehrsverhältnisse laut einem Gutachten unproblematisch.

Die filigrane Bauweise der Brücke und der Schaden von 1986 haben das Problem natürlich verstärkt, sie sind aber nicht die Ursache.

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