Umleitungen für Fledermäuse an der A 6

Entlang der A 6 entstehen Ersatzleitstrukturen, die Fledermäusen bei der Orientierung helfen und sie so zu den nächstgelegenen Unterführungen umleiten.

Aufbau der Ersatzleitstruktur

Die nachtaktiven und sehr mobilen Tiere orientieren sich durch Ortungsrufe im Ultraschallbereich, durch welche sie sich ein räumliches Bild ihrer Umgebung schaffen und auch ihre Beute lokalisieren. Im Bereich von Autobahnen orientieren sie sich normalerweise an den autobahnbegleitenden Gehölzen, wie beispielsweise Waldrändern. Da, gerade während Umbaumaßnahmen, diese natürlichen Orientierungspunkte wegfallen können, werden die Fledermäuse durch künstliche Ersatzleitstrukturen umgeleitet, bis sich das neu gepflanzte Gehölz wieder entwickelt hat. Dies dauert in der Regel einige Jahre.

Aufgrund fehlender Strukturen auf großen Freiflächen und der begrenzten Reichweite des Ultraschalles überfliegen Fledermäuse die Autobahnen nicht, sondern unterqueren sie beispielsweise an Straßen- oder Feldwegunterführungen. Entsprechend der Flughöhe von Fledermäusen werden hierfür vier Meter hohe, engmaschige Zäune aufgestellt, an denen sich die Fledermäuse orientieren können und entlang ihrer gewohnten Route sicher bis zur nächsten Unterführung geleitet werden.

Von insgesamt 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten konnten im Rahmen faunistischer Erhebungen im Untersuchungsgebiet 16 nachgewiesen werden und entlang des sechsstreifigen Ausbaus der A6 konnte die Bedeutung der Strukturen für die vorkommenden Fledermausarten nachgewiesen werden. Auch am Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost hat sich der Einsatz dieser künstlichen Leitstrukturen bereits bewährt Vergleichbare Projekte gibt es mittlerweile öfter im In- und Ausland, vor allem im Bereich großer Freiflächen. In bewaldeten Gebieten ist eine künstliche Leitstruktur normalerweise nicht notwendig, da sich die Tiere am Waldrand orientieren können.

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