Wenn es friert und taut: Stresstest für die Autobahn

Wenn die Temperaturen über Wochen zwischen Frost und Tau schwanken, müssen nicht nur Autofahrer aufmerksam sein. Auch unsere Autobahnen sind bei dieser Wetterlage besonders beansprucht.

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Dieser Winter macht es uns vor: die Temperaturen schwanken um den Gefrierpunkt, abwechselnd taut und friert es. Eine dauerhafte Frostperiode bleibt aus. „Grundsätzlich haben unsere Autobahnen damit kein Problem. Jede Autobahn hat einen frostsicheren Oberbau, der zwischen 60 und 80 Zentimeter dick ist und aus Asphalt bzw. Beton in den oberen sowie meist Schotter in den unteren Oberbauschichten besteht. Diese Oberbaudicke soll helfen, Schäden im Untergrund oder im Unterbau durch eindringenden Frost zu vermeiden“, sagt Rudolf Maier, der die Abteilung Erhaltungsmanagement und Straßenbau in der Niederlassung Ost leitet.

Unter dem Oberbau liegt der Unterbau, der immer aus bautechnisch hergestellten Körpern oder Ebenen, wie z.B. Straßendämmen besteht. Darunter liegen die Böden, die je nach Lage und Region lehmig oder tonig sind oder aus Sand oder Fels bestehen. Besonders die lehmigen und tonigen Böden sind frostempfindlich, denn sie binden und halten Wasser.

Hitze, Wasser und Frost

Gerade beim aktuellen Frost-Tau-Wechsel können Schäden auftreten, entweder in den oberen Schichten der Fahrbahndecke oder im Untergrund. „Wenn Wasser über die oberen Schichten eindringt, geschieht dies meist durch bereits vorhandene Risse oder undichte Fugen. Das ist häufig der Fall, wenn die Fahrbahn unter heißen Sommern gelitten hat“, erklärt Rudolf Maier. Bei Frost dehnt sich das Wasser hier stark aus und verursacht dadurch Schäden in der Struktur. Taut es wieder, dringt das Wasser in die geschädigten Bereiche vor. Ein häufiger Temperaturwechsel um den Gefrierpunkt führt also zu mehr Schäden. Ähnlich ist es auch im Untergrund. Auch hier kann Wasser infolge des Frost-Tauwechsels starke Verformungen hervorrufen, die spürbare und dauerhafte Unebenheiten hinterlassen.

Rudolf Maier veranschaulicht: „Eine ständig wechselnde Beanspruchung zeigt seine Wirkung. Stellen Sie sich ein Gummiband vor, dass einer starken Sonneneinstrahlung und Frost ausgesetzt ist. Dieses lässt sich, genau wie unsere Autobahn, auch nicht beliebig oft dehnen und strecken.“

Drainagen für die Autobahn

Bleibt Wasser unter der Autobahn stehen, dann ist das immer ungünstig. Also muss man dem Wasser helfen, sich von der Autobahn fern zu halten. In aktuellen Straßenquerschnitten wird daher besonderes Augenmerk auf die Drainage der Fahrbahnkonstruktion gelegt. Durch die Drainage fließt das Wasser gezielt aus dem frostempfindlichen Bereich ab, die Frostwirkung wird minimiert. Dies ist beispielsweise in Einschnittsbereichen (Einschnitt = Lage der Fahrbahn unterhalb des Geländes) von Autobahntrassen oder im Brückenbereich besonders wichtig.

Betriebsdienst repariert sofort

Sind die Schäden da und die Risse werden unter der Belastung des Verkehrs zu Löchern, hat der Betriebsdienst alle Hände voll zu tun. Paul Lichan, Abteilungsleiter Betriebsdienst in der Außenstelle Dresden, erklärt: „Der Zustand der Fahrbahn wird täglich von den Kolleginnen und Kollegen in den Autobahnmeistereien beobachtet und kontrolliert. Bei Gefahr in Verzug müssen wir unmittelbar reagieren. Schlaglöcher reparieren wir als Sofortmaßnahme in Eigenregie mittels Kaltmischgut. Bei großflächigen Fahrbahnschäden haben wir Rahmenvertragspartner die uns bei der Instandsetzung der Fahrbahn unterstützen. Prinzipiell werden unsere Fahrbahnen für den Winter im Vorfeld vorbereitet, da wir große Probleme haben bei winterlichen Bedingungen Instandsetzungsmaßnahmen einzuleiten.“


Wie eine Reparatur von Frost-Tau-Schäden neben dem laufenden Verkehr abläuft, können Sie in unserem Beitrag zur Winterschäden-Reparatur der Autobahnmeisterei Plötzkau auf der A14 lesen.

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