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Hoher Besuch auf der Grumbachtalbrücke

Staatssekretär Oliver Luksic und Oberbürgermeister Ulli Meyer besichtigen Baustelle auf der A 6

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Auf Einladung der Niederlassung West - Außenstelle Neunkirchen der Autobahn GmbH besuchte Oliver Luksic am 9. Februar die saarländische Baustelle der Grumbachtalbrücke auf der A 6. Begleitet wurde der parlamentarische Staatsekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr von Prof. Dr. Ulli Meyer, dem Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert. Gemeinsam wollten Sie sich ein Bild vom Fortschritt der Baumaßnahme verschaffen.

Dazu hatten Carsten Chassard, der Leiter der Außenstelle Neunkirchen und sein Team im Baubüro bei St. Ingbert Präsentationen vorbereitet.  Zunächst ging er auf die Historie der rund 60 Jahre alten Grumbachtalbrücke ein, die ständig steigenden Lasten und einem Verkehrsaufkommen von zuletzt über 40.000 Fahrzeugen pro Tag Tribut zollte. Verformungen an den beiden äußeren tragenden Stegen und Mikrorissbildung an verschiedenen Stellen des Stahltragwerks zwangen schließlich zur Neubauplanung eines knapp 80 Mio. Euro teuren Bauwerks.

Der Ersatzneubau muss an gleicher Stelle entstehen, an der das alte Bauwerk stand. Dies erfordert zunächst den Bau einer „provisorischen“ Brücke neben dem Bestandsbauwerk. Ab Ende des Jahres 2022 wird der Verkehr auf diese Brücke geführt, während das Bestandsbauwerk abgerissen wird und die neue Brücke entsteht.

Die gute Nachricht für die Verkehrsteilnehmer/innen: die Fahrbahn bleibt unterdessen in beiden Fahrtrichtungen zweispurig. In den kommenden Jahren entstehen neben dem Provisorium die Pfeiler für die beiden endgültigen Teilbauwerke und der Überbau auf der Richtungsfahrbahn Mannheim, die dann zunächst mit zwei Fahrspuren in beiden Richtungen unter Verkehr genommen wird. Es folgt die wohl spektakulärste Aktion im Rahmen der Maßnahme: der komplette Überbau der provisorischen Brücke wird auf die benachbarten Pfeiler verschoben und damit in die Endlage auf der Richtungsfahrbahn Saarbrücken gebracht. Schließlich geht es dann an den Rückbau der provisorischen Pfeiler und die Wiederherstellung des ursprünglichen Geländezustands im Umfeld und unter der Brücke.

Ausführliche Informationen zum Projekt: https://www.autobahn.de/west/projekte/detail/grumbachtalbruecke-ersatzneubau-nach-ueber-50-jahren#uebersicht

Anschließend erläuterte Chassard den Stand der Planungen für den Ersatzneubau der Fechinger Talbrücke. Auch hier wird Ende des Jahres 2022 ein Meilenstein erreicht. Alle für das Genehmigungsverfahren notwendigen Unterlagen gehen auf die Reise zum Fernstraßenbundesamt, der zuständigen Planfeststellungsbehörde für das Projekt. „Bei planmäßigem Verlauf wollen wir im Jahr 2024 mit den ersten vorbereitenden Baumaßnahmen beginnen“, kündigte Chassard an. Die Besonderheit der Planung liegt hier in der Anwendung des Building Information Modeling (BIM), einer Arbeitsmethode für die vernetzte Planung, den Bau und die Bewirtschaftung von Bauwerken mithilfe einer speziellen Software. Dabei werden alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst.

Das künftige Bauwerk wird als virtuelles Modell auch geometrisch visualisiert und erlaubt so schon vor Baubeginn eine digitale Darstellung der neuen Brücke.

Für die Präsentationen und den virtuellen Blick in die Zukunft erstattete Oliver Luksic seinen „herzlichen Dank“. Er zeigte sich beeindruckt von der Ingenieurskunst, die in Planung und Bau solcher Brücken steckt. Das Team der Niederlassung West und seiner Außenstelle Neunkirchen habe sich in kurzer Zeit sehr gut aufgestellt, schon im ersten Jahr einen bemerkenswert hohen Umsatz geschafft und angekündigt, diesen im laufenden Jahr 2022 weiter zu steigern.

Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt hat Luksic sich einen Überblick über den Zustand der Autobahnen verschafft. „Klar ist, dass die Erhaltung unserer Verkehrsinfrastruktur, insbesondere der 28.000 Brücken im deutschen Autobahnnetz, als Daueraufgabe eine große Herausforderung darstellen. Die Hälfte der Bauwerke ist älter als 50 Jahre alt. Entsprechend groß ist der Erneuerungsbedarf“, erläuterte Luksic die bundesweite Brückenproblematik. Es gelte, Planung und Genehmigungsverfahren zu forcieren. Dies erfordere personelle Verstärkungen nicht nur bei der Autobahn GmbH, sondern auch bei den Kapazitäten der Bauwirtschaft. Die Bundesregierung werde hier intensive Gespräche mit den einschlägigen Verbänden führen.

Den Dank des Staatssekretärs an die Stadt St. Ingbert für die seit Baubeginn intensive Kooperation gab deren Oberbürgermeister Meyer prompt zurück: „Die Zusammenarbeit zwischen Autobahnverwaltung und Stadt war schon in der Bauvorbereitungsphase sehr intensiv. Und es ist nicht selbstverständlich, dass die Autobahn Wünsche der Stadt und der Anlieger so offen begegnet und diese nach Möglichkeit umsetzt.“ So habe man es durch die provisorische Anbindung des Baufeldes an die A 6 geschafft, die Ortslage Sengscheid vom Baustellenverkehr zu verschonen und im Vorfeld der Maßnahme die Umleitungen für Naherholungssuchende und Radfahrer ertüchtigt.

Für den abschließenden Rundgang auf der Baustelle der Grumbachtalbrücke hatte das Team der Außenstelle Neunkirchen Kaiserwetter bestellt. Bauüberwacher Thorsten Oehrig und seine Kollegen standen hier für die Beantwortung aller Detailfragen zur Verfügung und gewährten den Besuchern einen seltenen Blick in den Hohlkasten einer Brücke.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Klaus Kosok (Technischer Bundesfernstraßendirektor)

Stabsstelle Kommunikation
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung West


T: +49 6821 100 888
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