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A45: Untersuchungen an der Talbrücke Rahmede laufen

Seit Donnerstag (2.12.) ist die A45 zwischen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Der Grund sind Schäden an der Talbrücke Rahmede. Der Verkehr wird jetzt über die so genannte Bedarfsumleitung U16 geführt und mit Hilfe des Verkehrsleitsystems der Autobahn großräumig umgeleitet.

Die Talbrücke Rahmede wird auf Schäden untersucht

Lüdenscheid. Im Zuge der laufenden Neubauplanung fand am Donnerstag (2.12.) eine Bauwerkskontrolle statt, bei der Verformungen im Stahlüberbau festgestellt wurden. Gemeinsam mit den vor Ort agierenden Fachingenieuren wurde entschieden, die Brücke vorsorglich für den gesamten Verkehr zu sperren. „Wir prüfen das Bauwerk nun in der gesamten Länge, um einen Gesamtüberblick über das Schadensbild zu bekommen“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH.

Mit einem Laserscan wurden Verformungen festgestellt

Die Konstruktion der Brücke ist sehr filigran. So haben die beiden großen, fünf Meter hohen Stahl-Träger rechts und links gerade einmal eine Wandstärke von einem Zentimeter. Zwischen den Trägern liegt eine Fachwerkkonstruktion, auf der die Fahrbahnplatte aufliegt. „In der Stahlwand haben wir mit einem Laserscan Verformungen festgestellt, die die Tragfähigkeit der Brücke beeinflussen können“, erklärt Michael Neumann, Projektleiter bei der Autobahn Westfalen. Noch am Donnerstag wurden weitere Vermessungen durchgeführt. Statik-Experten der Firma Ruhrberg-Ingenieure haben aktuell mit zusätzlichen Untersuchungen begonnen, die auch über das Wochenende weiterlaufen: „Wir schauen uns jedes Bauteil im Detail an“, sagt Winfried Neumann, Geschäftsführer der Ruhrberg-Ingenieure.

Mehr Winterdienst auf Umleitungsstrecken

Für Elfriede Sauerwein-Braksiek ist es wichtig, weitere Gutachter mit ins Boot zu holen: „Sicherheit ist das oberste Gebot, darum müssen wir uns jetzt Zeit nehmen, die Brücke genauer zu untersuchen“, sagt die Direktorin der Autobahn Westfalen. „Wir wissen, dass die Vollsperrung eine hohe Belastung für die Menschen in der Region bedeutet und haben auch die Funktion der A45 als wichtige Achse des Güterverkehrs im Blick. Wir sind darum auch mit Straßen.NRW und der Stadt Lüdenscheid in engem Kontakt, um auf den Umleitungsstrecken den Verkehr so gut fließen zu lassen wie möglich.“ Für den Winterdienst wurde für die Umleitungsstrecke in Zusammenarbeit mit Straßen.NRW der Autobahnstandard organisiert, das heißt, dass auch in der Nacht Streufahrzeuge in höherer Frequenz auf den Straßen unterwegs sind.

Untersuchungsprogramm wird stetig fortgeschrieben

Wann und wieviel Verkehr in Zukunft über die Talbrücke Rahmede fließen kann, entscheidet sich nach Abschluss der Untersuchungen und der Bewertung der Ergebnisse. „Dabei schreiben wir das Untersuchungsprogramm stetig fort, abhängig von den gewonnenen Erkenntnissen“, so Michael Neumann. Parallel laufen Überlegungen, ob und welche Verstärkungsmaßnahmen für das Bauwerk möglich sind. Erste Untersuchungsergebnisse sind nicht vor Mitte nächster Woche zu erwarten.

Hintergrund

  • Die Talbrücke Rahmede liegt zwischen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid und führt die A45 über den Bach Rahmede sowie die Altenaer Straße (L530), die Lüdenscheid mit Altena verbindet.
  • Die Talbrücke wurde zwischen 1965 und 1968 erbaut.
  • Die Brücke besteht aus einem einteiligen Überbau für die Fahrbahnen in Richtung Frankfurt und in Richtung Dortmund. Der Überbau ist 31,25 Meter breit.
  • Das Bauwerk ist 453 Meter lang und wird von fünf mal zwei Stützen getragen. Die Stützweiten liegen zwischen 54 und 104 Metern (in der Mitte).
  • Auf den filigranen Pfeilern, die bis zu 70 Meter hoch sind, liegt eine Stahlkonstruktion, die Fahrbahnplatte trägt.
  • Die Brücke wurde mit einer Verkehrsprognose geplant, die von 25.000 Fahrzeuge im Jahr 1980 ausging. Inzwischen ist die Belastung auf 64.000 Fahrzeuge angestiegen, davon 13.000 Lkw.
  • Hinzu kommt, dass das zulässige Gesamtgewicht der Lkw wie auch die zugelassenen Achslasten seit dem Bau der Brücke gestiegen ist. Ende der 1950er Jahre lag das zulässige Gesamtgewicht bei 24 Tonnen (acht Tonnen Achslast). Ab 1960 steigerte sich das zulässige Gesamtgewicht auf 32 Tonnen (10 t Achslast) bzw. 38 Tonnen Gesamtgewicht (1968).
  • Das zulässige Gesamtgewicht für LKW beträgt heute im gesamten Bundesgebiet 40 Tonnen oder 11,5 Tonnen Achslast. Sind die LKW schwerer, bedarf es grundsätzlich einer Sondergenehmigung. Wiegeanlagen wie an der Rheinbrücke Neuenkamp zeigen, dass sowohl das Gesamtgewicht als auch die Achslasten regelmäßig überschritten werden. Auch dieser Umstand trägt zu einer höheren Belastung der Bauwerke bei.
  • Die Talbrücke Rahmede ist wie einige andere Brücken der A45 für den genehmigungspflichtigen Schwerverkehr (bis 60 Tonnen) gesperrt.

Fotos von den Untersuchungen gibt es unter folgendem Link:

autobahn.qbank.se/mb/

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, susanne.schlenga@autobahn.de