A42: Mit Rütteln und Schütteln wird der Boden unter der neuen Autobahn fest

Neben der A42 wird in Essen derzeit ordentlich gerüttelt: Dort entstehen mit schwerem Gerät unterirdische Säulen, die einen wichtigen Zweck für die zukünftige Autobahn erfüllen.


Essen. Langsam senkt sich der große Bohrkopf in die Erde, dann beginnt die Schüttelei: Kies und Schotter werden nach links und rechts im Erdreich verteilt, während sich der Bohrer langsam wieder hebt. Zurück bleibt eine steinige, unterirdische Säule von mehr als sieben Metern Länge. Die große Maschine fährt einige Meter weiter, Kies und Schotter werden neu eingefüllt. Dann geht es wieder von Neuem los, hier auf der großen Fläche neben der A42 in Essen, direkt am Rhein-Herne-Kanal.

Rüttelstopfverdichtung nennt sich dieses Verfahren in der Ingenieursprache. „Damit verbessert man die Qualität des Bodens“, erklärt Projektleiter Simon Syring, Experte für Straßenbau. „Wir verbreitern hier die A42 in Richtung Norden. Damit die neue Autobahnstrecke nicht absackt, muss der Boden fester werden. Mit den Rüttelstopfsäulen sorgen wir für diese Festigkeit.“ Insgesamt 2200 dieser Bohrungen sind alleine auf dem Stück vom Kreuz Essen-Nord bis zum Kanal notwendig.

Die Arbeiten sind Teil des Ausbaus der A42 auf sechs Fahrstreifen zwischen Essen und Bottrop. Auf den verfestigten Boden wird später der neue Autobahndamm aufgeschüttet, bis zum Kanal. Dort wird die Fahrbahn dann an die neue Brücke über den Kanal anschließen, welche das derzeitige Bauwerk mit seinen markanten Bögen ersetzen soll. Das ist dringend notwendig, denn die alte Brücke ist in die Jahre gekommen, kann Verkehr über 3,5 Tonnen nicht mehr aufnehmen.

Nicht die übliche Bauweise

„Wir haben hier eine Besonderheit“, sagt Syrings Kollege Lars Batzer, Brückenbauingenieur und Projektleiter für den Neubau der Kanalbrücke. „Was der Autofahrer normalerweise als eine Brücke wahrnimmt, sind meistens zwei Bauwerke – eines pro Fahrtrichtung. Hier ist das anders, die Brücke besteht nur aus einem Teil.“ Damit wird die übliche Bauweise unmöglich, bei der zunächst die erste Hälfte der Brücke errichtet wird, während der Verkehr auf der anderen Seite fließt, bevor Arbeiten und Verkehr die Plätze tauschen.

„Wir müssen die erste neue Brückenhälfte neben der alten Brücke errichten“, so Batzer. Damit dieser Neubau nicht im Leeren schwebt, muss entsprechend die Autobahn verlegt werden. Daran arbeiten Straßenbauingenieur Syring und sein Team derzeit auf Hochtouren. Dass viele Menschen auf die neue Brücke warten – und darauf, dass die Schrankenanlage auf der A42 verschwindet – ist ihnen bewusst. Dennoch: Eine zeitliche Prognose möchten die beiden noch nicht abgeben. Zu viele Unwägbarkeiten können bei einem solchen Großprojekt dazwischenfunken. „Vor der Hacke ist es duster“, die alte Bergbauweisheit, sie gilt auch beim Bau von Autobahnen.

Im Hintergrund erreicht das Rüttelstopfgerät die nächste Position. Der Bohrkopf senkt sich. Es geht voran beim Ausbau der A42 zwischen Essen und Bottrop, eine Säule nach der anderen.

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