A43: Autobahn GmbH gibt das Enddatum für die Schrankenanlage bekannt

Die Schrankenanlage auf der A43 bei Recklinghausen und Herne verhindert, dass zu schwere Fahrzeuge über eine in die Jahre gekommene Brücke fahren. Jetzt hat die Autobahn bekannt gegeben, wann sie abgebaut wird.


Herne/Recklinghausen. Carola Ziebs blickt auf den grauen Fluss aus Beton, der sich auf die neue Brücke über den Rhein-Herne-Kanal ergießt und dort glattgezogen wird, hier, zwischen Recklinghausen und Herne. Daneben fließt der Verkehr der A43, allerdings ohne Lkw oder andere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gewicht. Wann dürfen diese wieder die Strecke benutzen? „Wir werden die Schrankenanlage im April 2027 abbauen“, sagt Ziebs.

Die 60-Jährige von der Autobahn GmbH, Niederlassung Westfalen, ist verantwortlich für ein Mega-Projekt im östlichen Ruhrgebiet: den sechsstreifigen Ausbau der A43 zwischen Marl und Witten. Sie weiß, was die Menschen an ‚ihrer‘ Baustelle bewegt. Für Unmut sorgt vor allem die Schrankenanlage an den Kreuzen Herne und Recklinghausen.

Lkw belasten Brücken schwer

Die Anlage hat eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt im Jahr 2021, als eine Überprüfung ergibt, dass die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in schlechtem Zustand ist. Ursache dafür ist der Schwerverkehr, der vielen alten Brücken im Ruhrgebiet zu schaffen macht. Beim Bau in den 1960er Jahren waren die Bauwerke auf Lasten von maximal 20 Tonnen pro Fahrzeug ausgelegt. „Heute stehen die doppelt so schweren Lkw im Stau dicht an dicht auf den Brücken“, erklärt Ziebs.

Das Ergebnis: Die Brücke musste für den Verkehr über 3,5 Tonnen gesperrt werden, bis zum Neubau. Der gestaltet sich komplex: Die Brücke liegt direkt vor der Brücke über die Emscher, Nachbarfluss des Kanals, und die Emscherbrücke wiederum direkt vor der Brücke über die Bahnstrecke im südlichen Recklinghausen. Die Brücken einzeln neu bauen? „Das war nicht möglich. Wir können den Verkehr zwischen den einzelnen Brücken nicht verlegen, da ist zu wenig Platz“, so Ziebs. Also mussten alle drei Brücken, gemeinsam als ‚Emschertalbrückenzug‘ bezeichnet, parallel neu gebaut werden. Die Arbeiten begannen 2023 an der Osthälfte der Bauwerke und es ist diese Hälfte, die im April 2027 fertiggestellt wird.

Verbindungssperrungen werden teilweise aufgehoben

„Die Westhälfte wird später folgen, aber die Osthälfte ist tragfähig genug, um den gesamten Verkehr inklusive Lkw aufzunehmen“, sagt die Ingenieurin. Die Schranke kann also weg – und damit auch die Verbindungssperrungen im Kreuz Recklinghausen, von der A2 auf die A43 Richtung Süden. Auch die derzeit gesperrt Auffahrt Recklinghausen-Hochlarmark soll dann wieder geöffnet werden, wobei dort weitere temporäre Sperrungen beim Bau der Westseite notwendig werden können.

Die derzeit gesperrten Verbindungen im Kreuz Herne, von der A42 auf die A43 Richtung Norden, müssen dagegen wohl weiter gesperrt bleiben. „Das hätten die Verkehrsteilnehmer gerne anders gehabt“, weiß Ziebs. „Wir auch. Aber unsere Bauarbeiten im Kreuz Herne sind dort im Weg.“ Ein Datum für die Wiederöffnung ist noch nicht absehbar.

Noch viele Arbeiten notwendig

Wie sicher ist das Datum April 2027? „Das steht hundertprozentig fest“, betont die Projektverantwortliche. Der Grund dafür ist eine ganz andere Brücke, das Bauwerk Martener Straße bei Dortmund-Hafen an der A45, der Parallelstrecke zur A43. Auch diese Brücke ist in die Jahre gekommen und muss neu gebaut werden, mit einer jüngst angekündigten, achtmonatigen Vollsperrung, die Ende April 2027 beginnen soll. Dann muss die A43 als Ausweichroute für Lkw zur Verfügung stehen. Entsprechend hat die Autobahn GmbH mit den Baufirmen eine Optimierung der Bauabläufe am Emschertalbrückenzug vereinbart, um das Zieldatum exakt zu erreichen.

Bis dahin sind noch viele Arbeiten notwendig. Der jetzt gegossene Beton ist ein wichtiger Schritt, dann folgt die eigentliche Fahrbahn, später der Lärmschutz, die Beschilderung, die Schutzplanken. Die neue Osthälfte wird ein Meilenstein, doch für Carola Ziebs warten nach der Fertigstellung und dem Ende der Schrankenanlage jede Menge weitere Aufgaben: Die Westseite des Brückenzugs, natürlich, aber auch die laufenden Ausbauarbeiten an der A43 im Kreuz Herne und südlich davon. Eine Sache sei dabei vor allem wichtig: „Wir müssen die Menschen mitnehmen, unsere Maßnahmen erklären und immer wieder klar machen: ‚Wir bauen nicht gegen euch, sondern für euch‘.“

Ansprechpartner

Anton Kurenbach

Kommunikation Außenstelle Bochum

Telefon
+4915204906849

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Westfalen
Philippstraße 3
44803 Bochum