A45: Überbau des neuen Teilbauwerks der Talbrücke Eisern nähert sich der Ziellinie

Die Autobahn Westfalen erreicht beim Ersatzneubau der A45-Talbrücke Eisern den nächsten Meilenstein. Im Schneckentempo machte sich heute (8.6.) das riesige Vorschubgerüst zum insgesamt sechsten Mal auf den Weg zum nächsten Pfeiler. Damit nähert sich die Fertigstellung des nördlichen Teilbauwerks (Fahrtrichtung Dortmund) Schritt für Schritt der Ziellinie. Ende diesen Jahres soll der Verkehr über das neue Teilbauwerk fließen.

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Siegen-Eisern. Das Besondere beim Neubau der 340 Meter langen und rund 50 Meter hohen Spannbetonbrücke: Die Hohlkästen werden abschnittsweise mit Hilfe eines Vorschubgerüstes hergestellt. Dieses Stahlgerüst rückt von Pfeiler zu Pfeiler und dient als Schalung, um die Brückenabschnitte zu betonieren. „Das Vorschubgerüst wird zwischen die bereits fertiggestellten Pfeiler gehängt. Es trägt sich so selbst und hat somit den Vorteil, dass wir keine aufwändigen Hilfskonstruktionen herstellen mussten“, erläutert Projektleiterin Jennifer Johannsen von der Außenstelle Netphen bei der Autobahn Westfalen.

Der Überbau wird als Hohlkasten geformt und feldweise von einem Widerlager (Fundamente links und rechts der Brücke) zum anderen in insgesamt sieben Überbau-Abschnitten gebaut. Bisher wurden fünf Felder – ein Feld geht von Pfeiler zu Pfeiler – betoniert. Pro Feld benötigt der Auftragnehmer rund fünf Wochen. „Feld für Feld haben sich die Abläufe immer besser eingespielt“, erzählt Johannsen. Erst in der vergangenen Woche floss der Beton in die Stahlkonstruktion zwischen Pfeiler vier und fünf. Nachdem der Beton ausgehärtet ist, wird nun das Vorschubgerüst hydraulisch abgelassen, horizontal vorgeschoben und in exakter Position wieder am nächsten Pfeiler eingeklappt, um mit dem Bau des folgenden Abschnitts zu beginnen.

Ende 2022 soll der Verkehr über das neue Teilbauwerk fließen

Noch zweimal muss sich nun also das Vorschubgerüst nach vorne bewegen, ehe das letzte Feld am Widerlager anschließt. Johannsen: „Wir rechnen damit, dass der Überbau in rund drei Monaten fertig sein wird. Bevor der Verkehr auf das derzeit entstehende Teilbauwerk umgelegt wird, stehen allerdings noch einige Arbeiten auf der To-Do-Liste: Die Montage von Kappen und Geländer sowie die Fertigstellung der Entwässerung. Abschließend werden der Asphalt und die Markierungen aufgetragen. Ende 2022 soll der Verkehr über das neue Teilbauwerk fließen. Im Frühjahr 2023 ist dann die Sprengung des Teilbauwerks in Fahrtrichtung Frankfurt geplant.

Hintergrund:

  • Im Zuge des 6-streifigen Ausbaus der A45 starteten die Arbeiten an der Talbrücke Eisern im September 2020. Die im Jahr 1967 erbaute Brücke ist für das aktuelle Verkehrsaufkommen unterdimensioniert.
  • Im Oktober folgte die Sprengung des ersten Teilbauwerks, dann die Errichtung der sechs neuen Pfeiler. Ende 2021 fiel der Startschuss für die Errichtung des Brückenüberbaus.
  • Die Talbrücke Eisern ist die dritte und letzte Talbrücke zwischen den Anschlussstellen Siegen-Süd und Wilnsdorf, die neu gebaut wird. Die bereits im Bau befindlichen Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach sollen ebenso wie die Talbrücke Eisern etwa zeitgleich im Jahr 2024 fertiggestellt werden.
  • Danach schließt der sechsstreifige Ausbau der A45 die Baumaßnahmen zwischen den Anschlussstellen Siegen-Süd und Wilnsdorf ab. Die Talbrücke Eisern hat eine Länge von 327 Metern und ist 50,6 Meter hoch. Während aller vier Bauphasen bleiben immer zwei Fahrspuren je Richtung nutzbar. 2024 soll der Autobahnverkehr über die sechsspurige Brücke fließen.

Kontakt: Anke Bruch, 0173/5742716, anke.bruch@autobahn.de