Das geht nur mit Teamarbeit: Autobahn Westfalen bearbeitet 2021 über 100.000 Schwertransport-Anträge

Wer einen Schwertransport durchführen will, braucht eine Genehmigung - und die Niederlassung Westfalen der Autobahn spielt dabei eine wichtige Rolle!

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Hamm. Vom Schwimmbecken bis zur Straßenbahn: Schwertransporte liefern Waren mit Übergröße oder Übergewicht zu Orten in ganz Deutschland. Dafür müssen entsprechende Anträge gestellt werden. Insgesamt 105.817 dieser Anträge hat die Autobahn Westfalen im Jahr 2021 bearbeitet.

„Die Anträge gehen zuerst bei der zuständigen Erlaubnis- und Genehmigungsbehörde ein“, erklärt Jochen Genausch, Teamleiter Großraum- und Schwertransporte bei der Autobahn Westfalen. Seine Mitarbeiter werden dann zu diesem Antrag „angehört“, müssen also eine sogenannte Stellungnahme abgeben. „Einige dieser Stellungnahmen gehen schnell, mit anderen kann man schon mal mehrere Stunden beschäftigt sein“, so Genausch.

In Abstimmung mit Brücken- und Baustellenexperten

Denn so ein Schwertransport ist alles andere als einfach zu bugsieren. Bis zu 90 Meter können die Fahrzeuge lang sein, die Fertighausteile, Krane oder Rotorblätter von Windkraftanlagen von A nach B schaffen. „Erst letzten Freitag hatten wir solch einen enorm langen Schwertransport, mit 85 Metern Länge und auch einen Transport mit 280 Tonnen Gewicht hatten wir schon“, erinnert sich Genausch.

Die Mitarbeiter des Teams Großraum- und Schwertransporte müssen genau prüfen, welche möglichen Schwierigkeiten auf der Strecke bestehen, die der Schwertransport nimmt. Dafür erhalten sie Unterstützung von anderen Abteilungen. Die Brückenexperten liefern Bauwerksdaten, die Baustellenkoordination eine Übersicht darüber, wo gerade gearbeitet wird. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Stellungnahme.

Steht dem Transport nichts im Weg, kann dem Antrag bedingungslos zugestimmt werden. Alternativ kann die Zustimmung auch Auflagen enthalten, wenn der Transport etwa nur nachts geschehen darf oder ein Begleitfahrzeug mitfahren muss, das die notwendigen Abstände zu anderen Verkehrsteilnehmern sicherstellt. Passt der Schwertransport nicht unter einer Brücke auf der Strecke hindurch oder ist eine Baustelle im Weg, wird der Antrag abgelehnt.

Hintergrund: Ab wann spricht man von einem Schwertransport?

Generell gilt: Als Schwertransporte werden Fahrzeuge bezeichnet, die in Sachen Gewicht und Achslast von den Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung abweichen. Üblicherweise bringt solch ein Schwertransport mehr als 40 Tonnen auf die Waage. Bei Überschreitungen von Länge, Breite und Höhe handelt es sich um einen Großraumtransport. Werden die Dimensionen und auch Gewicht und Achslast überschritten, spricht man von einem Großraum-/Schwertransport.

Doch nicht jeder lange Transporter ist gleich ein Schwertransport. Sogenannte Lang-LKW mit einer Länge bis zu 25,25 Metern dürfen in Deutschland ebenfalls nur eingeschränkt fahren. Sie müssen ein dafür genehmigtes Streckennetz nutzen, zu dem auch alle Autobahnen in Nordrhein-Westfalen gehören. „Einen eigenen Antrag stellen müssen diese Lang-LKW dann aber nicht mehr“, erklärt Genausch. Ein Glück, denn sonst wären zu den über 100.000 Anträgen im Jahr 2021 wohl noch eine ganze Menge dazu gekommen.

Kontakt Autobahn: Anton Kurenbach, (0234) 41479-662, anton.kurenbach@autobahn.de