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Verkehrsleitzentrale und FIT

Südwest

Die Verkehrsleitzentrale - das digitale Gehirn der Autobahn

Die Verkehrsleitzentrale in Stuttgart ist das digitale Gehirn der Autobahn.
Sensoren, Kameras und weitere Messanlagen liefern in Echtzeit Daten von allen Autobahnen im Südwesten. Wie viele Autos sind unterwegs? Sind es Lastwagen oder PKW? Wie schnell sind diese unterwegs? Und natürlich Daten zu der wichtigsten Frage überhaupt: Wo droht Stau auf der Autobahn? Überwacht wird nicht nur der Verkehr selbst, sondern beispielsweise auch das Wetter und der Straßenzustand. In der Verkehrsleitzentrale (VLZ) laufen alle Daten zusammen.

Sogenannte Operatorinnen und Operatoren beobachten 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche auf großen Bildschirmen das ganze Geschehen und reagieren auf alles, was passiert. Oberstes Ziel ist es, die Straßentunnel zu überwachen und den Verkehr auf den Autobahnen sicher im Fluss zu halten.

Ein wichtiger Bestandteil dieser „Kommandobrücke“ der Autobahn sind die modernen Anlagen auf und neben der Autobahn. Diese sind die Augen und Ohren für das Team Autobahn in der Verkehrsleitzentrale. Diese intelligenten Anlagen sind aber auch in der Lage, die eigenen Daten zu analysieren und Vorschläge abzuleiten, auf deren Basis die Operatorinnen und Operatoren entsprechend die digitalen Schilder und Leitsysteme für die Autofahrer steuern.

Bei diesen Anlagen unterscheidet man zwischen verschiedenen Aufgaben und Systemen:

Netzbeeinflussungsanlagen sorgen dafür, dass der Verkehr sich möglichst gleichmäßig über die vorhandenen Netzmaschen verteilt. Sie geben den Autofahrerinnen und Autofahrern Umleitungsempfehlungen, wenn es eng wird oder es zu einem Unfall gekommen ist.

Netzbeeinflussungsanlagen werden idealerweise dort eingesetzt, wo den Verkehrsteilnehmenden zwei oder mehr Routen zur Verfügung stehen. So besteht z.B. in Richtung Mannheim am Autobahndreieck Leonberg die Wahl, der ausgeschilderten Route über Heilbronn (A 81 und A 6) zu folgen oder die Alternativroute über Karlsruhe (A 8 und A 5) zu wählen. Das System vergleicht die Reisezeiten für die jeweiligen Routen und zeigt bei relevanten Unterschieden die beste Route an.

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Diese Anlagen machen die Autobahnen sicherer. Sie warnen vor Staus, Baustellen oder Gefahren durch ungünstige Wetterbedingungen, wie Nässe, Glätte oder Nebel.  Melden die Messsysteme beispielsweise aufkommenden Nebel beim Albaufstieg der A 8, schalten sich automatisch die digitalen Warnschilder an und die Höchstgeschwindigkeit wird auf 80 km pro Stunde gesenkt. Die Folgen sind deutlich weniger Unfälle und Staus.

Außerdem sorgen die Anlagen bei hohem Verkehrsaufkommen dafür, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert wird. Dadurch können mehr Fahrzeuge pro Stunde über die Strecke fahren. Die Leistungsfähigkeit der Straße wird dadurch optimal ausgenutzt.

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An Autobahnabschnitten mit besonders viel Verkehr gibt es die Möglichkeit, den Seitenstreifen als zusätzliche Fahrspur freizugeben. Droht zum Beispiel am Kreuz Stuttgart ein Stau, wird das vom System automatisch erkannt und dem Operator in der VLZ gemeldet. Zuerst prüft dieser dann mit den Videosystemen an der Strecke, ob alle Nothaltebuchten frei sind und sich keine Personen oder Hindernisse auf dem Seitenstreifen befinden. Wenn alle Sicherheitskriterien erfüllt sind, kann der Seitenstreifen anschließend manuell vorübergehend freigegeben werden. Besonders beim täglichen Berufsverkehr sorgt das für eine deutliche Entlastung.

Diese Technik ist in Baden-Württemberg auf der A 8 und der A 81 im Einsatz. Weitere Standorte sind in Planung.

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114 Kameras an 59 Standorten haben den Verkehr im Blick. Aktuelle Bilder können zur Information der VerkehrsteilnehmerInnen in der Autobahn Service App oder bei Verkehrsinfo BW abgerufen werden.

Weitere Aufgaben der Verkehrsleitzentrale:

Jeder Autobahntunnel mit mehr als 400m Länge im Gebiet der Niederlassung Südwest wird rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr überwacht. Das beschränkt sich nicht nur auf den Verkehr, sondern auch auf die gesamte Tunneltechnik wie Beleuchtung, Belüftung und natürlich die Warnanlagen.
Eine Steuerung kann über die Verkehrsleitzentrale, die zuständige Autobahnmeisterei oder direkt im Überwachungszentrum im Tunnel erfolgen. Die Sicherheit ist jederzeit garantiert und dreifach abgesichert.

Natürlich gibt es auf der Autobahn immer wieder Baustellen. Diese sind nötig, um die Straßen sicher und funktionsfähig zu erhalten, oder auch, um Strecken gezielt auszubauen. Für die Autofahrerinnen und Autofahrer sollen diese Baustellen möglichst wenig Folgen haben.

In einem zentralen System werden alle Bauvorhaben gespeichert und zwischen den Beteiligten koordiniert. Das heißt, bei jedem Bauvorhaben wird geprüft, welche Auswirkung das auf den laufenden Verkehr haben wird, und ob andere Baustellen betroffen sind.

Ziel der Autobahn GmbH ist es, diese Baumaßnahmen so zu koordinieren, dass der Verkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Baustellen werden dafür räumlich und zeitlich aufeinander abgestimmt. Umleitungsstrecken werden freigehalten.

Mit Hilfe von Dauerzählstellen und Messwerten aus den verkehrsbeeinflussenden Anlagen liegt jederzeit eine Aussage zu den aktuellen Verkehrsmengen auf den Autobahnen vor. Diese Angaben werden alle 5 Jahre durch bundesweite Zählungen ergänzt.

Diese Daten helfen der Autobahn GmbH, wenn es zum Beispiel um die Planung von Bauprojekten, den Lärmschutz oder die Sanierung von Straßen geht. Auch andere Institutionen nutzen diese Daten z.B. für die Ermittlung von Unfallraten oder Jahresfahrleistungen.

Die Autobahn GmbH weiß also genau Bescheid, wie sich der Verkehr auf den Autobahnen entwickelt. So konnten unsere Expertinnen und Experten beispielsweise feststellen, dass im Juni 2020, nur 3 Monate nach den ersten Lockdowns der Corona-Pandemie, der Straßenverkehr bereits wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht hatte.

Die Mobilität wird sich in den nächsten Jahren entschieden verändern. Die Autobahn gestaltet die Zukunft des Fahrens aktiv mit.

Für mehr Sicherheit auf Deutschlands Autobahnen soll beispielsweise künftig ein neues System sorgen. C-ITS steht für „Kooperative intelligente Verkehrssysteme“ und setzt auf die Vernetzung aller Fahrzeuge, aber auch auf eine digitale Verbindung zwischen der Straßeninfrastruktur (z.B. einer Baustelle) und den Fahrzeugen. Dabei können wichtige Informationen ausgetauscht werden, z.B. die Warnung vor einem Unfall oder einem Stauende.

 


Das FIT - Verantwortlich für die Datenautobahn neben der Autobahn

Das Fachcenter für Informationstechnik und -sicherheit (FIT) in Ludwigsburg ist verantwortlich für die gesamte Netzwerktechnik rund um die Autobahn. Also für die Datenautobahn neben der Autobahn. Das FIT sorgt für den störungsfreien Informationsfluss in die Verkehrsleitzentrale und in die Autobahnmeistereien.

Die Kolleginnen und Kollegen kümmern sich um Kabel und Übertragungsnetze für Telefon, Glatteismeldeanlagen und noch vieles mehr. Zum Aufgabengebiet gehören auch die 1.700 Notrufsäulen entlang der Autobahnen und die 165 Notrufeinrichtungen in den Autobahntunneln.

15 Betriebsfunkvermittlungsanlagen und 78 Relaisstationen entlang der Autobahn stellen dem Betriebsdienst eine zuverlässige Kommunikationsmöglichkeit zur Verfügung

Dazu kommen 160 automatisierte Anlagen für den Betriebsdienst und über 2000 km Kupfer- und Glasfaserkabel im Bereich der Niederlassung Südwest.

 

Das FIT misst die Luft- und Fahrbahntemperatur, die Luftfeuchtigkeit, den Fahrbahnzustand, die Niederschlagsart, die Windgeschwindigkeit und sogar die Windrichtung.

Diese Daten gehen dann in die Verkehrsleitzentrale in Stuttgart und in die Autobahnmeistereien, die darauf dann entsprechend reagieren. Auch der Deutsche Wetterdienst greift auf diese Daten zurück

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