In Umsetzung

Ersatzneubau der A7-Talbrücke Thalaubach bei Eichenzell

Die Thalaubachtalbrücke überbrückt im Zuge der A7 die Bundesstraße B279 sowie mehrere Feldwege und den Thalaubach. Das Bauwerk wurde im Jahr 1968 errichtet und wird aufgrund von Defiziten durch einen Neubau ersetzt. Das erste neue Teilbauwerk wurde am 25. August 2025 fertiggestellt und das komplette Altbauwerk somit außer Betrieb genommen. Der gesamte Verkehr läuft zweispurig in beide Fahrtrichtungen über das neue Teilbauwerk.

Freigabe des ersten neuen Teilbauwerks am 25. August 2025 mit Außerbetriebnahme des kompletten Altbauwerks

Daten & Fakten

  • Länge: 312 Meter
  • Höhe: 38 Meter
  • Kosten Gesamtprojekt: ca. 115 Mio. Euro
  • Regenwasserbehandlungsanlagen: ca. 8 Mio. Euro
  • 1. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) mit Nagelwand zur Hangsicherung: ca. 37 Mio. Euro
  • Abbruch Bestand und Neubau 2. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg): ca. 40 Mio. Euro
  • 2,6 Kilometer grundhafte Streckenanpassung: ca. 30 Mio. Euro

Projektbeschreibung

Das Bauwerk Thalaubachtalbrücke überbrückt im Zuge der A7 die Bundesstraße B 279 sowie mehrere Feldwege und den Thalaubach. Die Talbrücke überführt die beiden Richtungsfahrbahnen Fahrtrichtung (FR) Kassel (Teilbauwerk 1) und FR Würzburg (Teilbauwerk 2) auf zwei getrennten Überbauten. Es handelt sich um eine 7-feldrige Stahlbrücke. Die Talbrücke wurde im Jahr 1968 gebaut. Aufgrund von Defiziten wird das Bauwerk durch einen Neubau ersetzt. Um bis zum Ersatz des Überbaus die Verkehrssicherheit zu erhalten, wurde das Bauwerk durch Schottbleche verstärkt. Da eine uneingeschränkte Verkehrsführung auf dem Bauwerk nicht möglich ist, wird die Autobahntrasse nach Osten verschwenkt (östliches Teilbauwerk).

Zunächst erfolgt der Neubau eines Teilbauwerkes östlich neben dem Bestand, auf das im Juni 2025 der Verkehr in Fahrtrichtung Kassel gelegt wurde. Dieses seitliche Versetzen des neuen Talbauwerks hat zur Folge, dass der nordseitig der Talbrücke im weiteren Verlauf der A7 anschließende vorhandene, etwa 900 m lange Geländeeinschnitt verbreitert werden muss. Für diese Verbreiterung ist es notwendig, dass die vorhandene nordöstliche Böschung des Geländeeinschnitts als Steilböschung zurückversetzt wird. Hierzu wird eine Hangsicherung erforderlich.

Die neue Thalaubachtalbrücke besitzt eine Länge von 312 Meter und 38 Meter Höhe. Insgesamt besteht die Brücke aus sieben Feldern, d.h. sechs Pfeilerachsen und zwei Widerlagern.

Die Errichtung des eigentlichen Brückenoberbaus erfolgt grundsätzlich im Taktschiebeverfahren. Bei diesem Verfahren erfolgt der Bau des zusammenhängenden Brückenüberbaus (sieben Felder) abschnittsweise hinter einem Widerlager in einer Fertigungsstätte, die auch als „Taktkeller“ bezeichnet wird. Der Taktkeller wird auf der nördlichen Seite platziert. Nach der Fertigstellung eines Brückenabschnittes wird dieser zusammen mit den zuvor hergestellten Abschnitten bzw. Takt über die insgesamt sieben Pfeiler verschoben, um den nächsten Abschnitt (Takt) herstellen zu können. Das Verfahren ist für den vorliegenden Trassenverlauf der Thalaubachtalbrücke besonders geeignet, da insbesondere bei längeren Brücken dies eine wirtschaftliche Lösung darstellt.

Am 25. August 2025 wurde die erste neue Brückenhälfte (östliches Teilbauwerk) fertiggestellt und auch der Verkehr in Fahrtrichtung Würzburg  darauf umgelegt. Es bleiben in jede Fahrtrichtung zwei Fahrstreifen erhalten (sog. 4+0 Verkehrsführung). In der weiteren Folge ist der Abriss der gesamten alten Brücke vorgesehen. 

Bis Ende 2028 erolgt der Neubau der westlichen Brückenhälfte (Richtungsfahrbahn Würzburg) und im Anschluss die Streckenapassung bis 2030.

Zeitplan

  • Zuvor bereits fertiggestellt: Regenwasserbehandlungsanlagen, Fahrbahnverbreiterung Fahrtrichtung Würzburg und Mittelstreifenüberfahrt beidseitig der Brücke
  • Erster Spatenstich für Brückenneubau am 9.12.2022
  • Fertigstellung erstes Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) und Verkehrsfreigabe mit zwei Spuren je Fahrtrichtung (bis zur Fertigstellung des 2. Teilbauwerks): 25. August 2025
  • Rückbau der gesamten Bestandsbrücke: Herbst 2025 bis Ende 2026
  • Fertigstellung zweites Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg): Ende 2028
  • Gesamtfertigstellung nach Streckenanpassung: 2030

Historie

Die Talbrücke Thalaubach ist Baujahr 1968 und der heutigen Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen. Im Jahr 2018 wurde das Bauwerk mittels Schottbleche verstärkt und seitdem durch vierteljährliche Sonderprüfungen engmaschig überwacht. Außerdem erfolgt ein Monitoring mittels Schallemissionsanalyse.

Für die Baumaßnahme wurde Baurecht über ein „Entfall eines Planfeststellungs- und Plangenehmigungsverfahren nach § 17, Abs. 2 FStrG“ am 21.08.2019 erwirkt.

PRESSEMITTEILUNG | 25. August 2025

A 7: Verkehrsfreigabe des ersten Teilbauwerks der Talbrücke Thalaubach

Bund investiert rund 115 Mio. Euro in Gesamtprojekt / Umweltschonende Steilböschung

Die Autobahn GmbH des Bundes hat heute das erste neue Teilbauwerk der Talbrücke Thalaubach vollständig für den Verkehr freigegeben. Das 312 Meter lange und 38 Meter hohe Bauwerk verläuft direkt neben der Bestandsbrücke. Nachdem bereits die Fahrtrichtung Kassel auf das neue östliche Teilbauwerk gelegt worden ist, wurde dort nun eine 4+0-Verkehrsführung eingerichtet – mit je zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung. Das bisherige Bestandsbauwerk ist jetzt außer Betrieb und kann abgerissen werden.

 

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr:

„Mit der heutigen Verkehrsfreigabe zeigen wir, dass wir an der A 7 bei Thalaubach gut vorankommen. Wir investieren hier als Bund 115 Millionen Euro in das Gesamtprojekt und treiben damit das Brückenmodernisierungsprogramm weiter voran. Das ist wichtig, denn die Modernisierung von Brücken gehört zu den vordringlichsten Zukunftsaufgaben im Bereich der Autobahninfrastruktur. Wir werden unsere Anstrengungen weiter verstärken, um das Autobahnnetz Schritt für Schritt zu modernisieren.“

 

Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum:

„Die neue Talbrücke Thalaubach steht für modernes Ingenieurwesen, das Umweltverantwortung mit großer Baukunst verbindet. Wir schaffen sichere, leistungsfähige Infrastruktur und sorgen gleichzeitig dafür, dass der Eingriff in die Natur so gering wie möglich bleibt. Durch die innovative Bauweise nehmen wir Rücksicht auf den umliegenden Wald und beweisen, dass Mobilität, Umweltschutz und technische Exzellenz Hand in Hand gehen können. Dieses Projekt setzt Maßstäbe für nachhaltiges Bauen an Hessens Verkehrswegen.“

 

Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH:

„Die Sanierung der Autobahnbrücken ist eine Mammutaufgabe, die wir mit Entschlossenheit angehen. Bei der Talbrücke Thalaubach ist nun ein wichtiges Ziel erreicht. Denn die neue Brücke steht und ermöglicht eine sichere Verkehrsführung bis zur Fertigstellung des zweiten Bauwerks. Für den Bau der langen 7-feldrigen Stahlbrücke war das technisch anspruchsvolle Taktschiebeverfahren die wirtschaftlichste Lösung. Die Beteiligten können stolz auf Ihre Leistung sein.“

 

Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest:

„Nach dem Abbruch der Bestandsbrücke bauen wir an Ort und Stelle bis voraussichtlich Ende 2028 das zweite Teilbauwerk für die zukünftige Richtungsfahrbahn Würzburg. Danach erfolgt abschließend noch bis 2030 die Streckenanpassung an die veränderte Lage der neuen Brücke.“

 

Hintergrund

Die ursprüngliche Brücke wurde 1968 errichtet und weist mit ihren zwei Überbauten mittlerweile Alterserscheinungen auf: Eine uneingeschränkte Verkehrsführung mit je zwei Fahrspuren pro Richtung war auf dem Bestandsbauwerk nicht mehr möglich. Um dieses Problem zu lösen, wurde ab 2022 das östliche Teilbauwerk erstellt (spätere Fahrtrichtung Kassel). Damit rückt die Strecke näher an eine Böschung mit Waldbestand heran. Um den Wald zu erhalten, hat sich die Autobahn GmbH für den Bau einer rund 900 Meter langen Steilböschung mit Nagelwand entschieden, die wesentlich zum Umweltschutz beiträgt. Bei einer flacheren Böschung hätte der Baumbestand gerodet werden müssen.

Beim Bau der Brückenüberbauten der beiden Teilbauwerke kommt das sogenannte Taktschiebeverfahren zum Einsatz. Dabei wird der Brückenüberbau (sieben Felder) abschnittsweise hinter einem Widerlager in einer Fertigungsstätte, dem sogenannten „Taktkeller“, errichtet. Der Taktkeller befindet sich auf der nördlichen Seite. Nach Fertigstellung eines Brückenabschnitts wird dieser zusammen mit den zuvor hergestellten Abschnitten bzw. Takten über die insgesamt sieben Pfeiler verschoben, um den nächsten Abschnitt herstellen zu können.

 

Projektdaten – Ersatzneubau der A 7-Talbrücke Thalaubach

  • Länge: 312 Meter
  • Höhe: 38 Meter
  • Kosten Gesamtprojekt: ca. 115 Mio. Euro
  • Regenwasserbehandlungsanlagen: ca. 8 Mio. Euro
  • 1. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) mit Nagelwand zur Hangsicherung: ca. 37 Mio. Euro
  • Abbruch Bestand und Neubau 2. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg): ca. 40 Mio. Euro
  • 2,6 Kilometer grundhafte Streckenanpassung: ca. 30 Mio. Euro

     

Zeitplan / Bauabschnitte

  • Fertiggestellt: Regenwasserbehandlungsanlagen, Fahrbahnverbreiterung Fahrtrichtung Würzburg
  • Fertiggestellt: 1. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) mit Nagelwand
  • Bis Mitte 2028: 2. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg)
  • Bis Ende 2030: Grundhafte Streckenanpassung auf 2,6 Kilometer

     

PRESSEMITTEILUNG | 16. Juni 2025

A7: Verkehrsumlegung auf der Talbrücke Thalaubach

Verkehr in Fahrtrichtung Kassel wird auf die erste neue Brückenhälfte gelegt

EICHENZELL. Auf der Baustelle zur Errichtung der neuen A7 Talbrücke Thalaubach wird am Mittwoch, 18. Juni, der Verkehr in Fahrtrichtung Kassel auf die erste neue Brückenhälfte gelegt (auf dem Foto links im Bild). Bis Ende August erfolgen auf den Fahrstreifen die nicht mehr unter Verkehr sind u.a. Arbeiten an den Entwässerungseinrichtungen. Der Verkehr in Fahrtrichtung Würzburg verbleibt zunächst auf der alten Brücke. Voraussichtlich Ende August wird auch die Fahrtrichtung Würzburg auf die erste neue Brückenhälfte gelegt und verläuft dann im sogenannten 4+0 Verkehr. Das bedeutet je zwei verengte Fahrstreifen pro Fahrtrichtung auf nur einer Richtungsfahrbahn. 

Ab Herbst 2025 bis voraussichtlich Ende 2026 erfolgen die Arbeiten zum Rückbau der gesamten alten Brücke. Der Stahlüberbau wird segmentweise geteilt und abgehoben. Die Brückenpfeiler und Widerlager werden abgebrochen. Voraussichtlich ab Ende 2026/Anfang 2027 wird die zweite neue Brückenhälfte gebaut. Nach der Fertigstellung der Brückenbauarbeiten bis Ende 2028, erfolgt die Streckenanpassung vor und nach der Brücke bis 2030. 

Ansprechpartner

Joachim Schmidt

Pressesprecher

Telefon
+49 661 480 187 222

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Nordwest
Flemingstr. 20-22
36041 Fulda