Region: Nord, … Status: In Planung

Autobahn: A 39, … Neubau A39: Lüneburg - Wittingen

Die Niederlassung Nord, Außenstelle Lüneburg, plant im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eines der größten noch umzusetzenden Neubauprojekte der Bundesrepublik Deutschland.

Projektbeschreibung

Die Außenstelle Lüneburg betreut gemeinsam mit der Niederlassung Nordwest, Außenstelle Wolfenbüttel, die Neubauplanung und die bauliche Umsetzung der Bundesautobahn A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg auf einer Gesamtlänge von rund 105 km. Die ersten fünf Bauabschnitte (PA 1-5) mit einer Länge von ca. 75 km liegen dabei in der Verantwortung der Außenstelle Lüneburg, die südlichen Bauabschnitte (PA 6 & 7) werden von der Außenstelle Wolfenbüttel beplant. 

Neben den 16 notwendigen Anschlussstellen, Lärmschutzwänden und –wällen, Ingenieurbauwerken wie Brücken und Durchlässen sind auch fünf Regenwasserrückhaltebecken, fünf Parkplätze mit WC-Anlagen, zwei Tank- und Rastanlagen sowie im Norden der Lüneburger Lärmschutzdeckel geplant. Nach Fertigstellung verbinden sich die bestehenden Abschnitte der A 39 bei Wolfsburg mit der A 39 (früher A 250) von Lüneburg bis Hamburg.



Daten & Fakten

Gesamtstreckenlänge

105 km, davon ca. 75 km im Gebiet der Außenstelle Lüneburg

Planungsabschnitte (PA 1-9)

AS Lüneburg betreut PA 1-5

Ausgestaltung

Vierstreifige Autobahn mit zwei Fahrstreifen plus Standstreifen pro Fahrtrichtung

Planungsstand

PA 1 & 2 in der Planfeststellung, PA 3-5 in der Planung

Investitionen

1,5-2 Milliarden Euro nach derzeitigem Stand

Hintergrund

Lückenschluss des Autobahnnetzes zwischen Wolfsburg und Lüneburg, Entlastung der B 4


Infos

Die Niederlassung Nord, Außenstelle Lüneburg, plant gemeinsam mit der Niederlassung Nordwest, Außenstelle Wolfenbüttel, den Neubau der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Es ist eines der größten noch umzusetzenden Neubauprojekte der Bundesrepublik Deutschland mit einer Trassenlänge von rund 105 km.

Dieser umfängliche Streckenabschnitt stellt den Lückenschluss zwischen den bereits vorhandenen Abschnitten der A 39 dar. Der südliche Abschnitt zwischen Braunschweig und Wolfsburg wurde im Jahre 2009, der nördliche Abschnitt vom Maschener Kreuz bis Lüneburg / Nord im Jahre 1996 dem Verkehr zur Verfügung gestellt.

Insgesamt ist der nordostdeutsche Raum zwischen den Autobahnen A 7 im Westen, A 24 im Norden, A 10 im Osten und A 2 im Süden verkehrlich unterdurchschnittlich erschlossen. Deshalb hat der Bundesverkehrsminister am 8. Juli 2002 in Abstimmung mit den beteiligten Ländern Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Einigung über ein länderübergreifendes Verkehrskonzept erzielt. Zu diesem Konzept der sog. „Hosenträger Variante“ (H-Lösung) gehören neben dem Neubau der A 39, weiterhin der Neubau der A 14 von Magdeburg über Wittenberge nach Schwerin, sowie die Schaffung einer leistungsfähigen Verbindung zwischen der A 39 und der A 14 im Zuge der B 190n (Querspange) mit Weiterführung bis Neuruppin.

Nach der förmlichen Linienbestimmung durch das Bundesverkehrsministerium hat am 22. Januar 2009 die Entwurfsplanung für die A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg begonnen. Die A 39 ist dabei als vierstreifige Autobahn mit jeweils zwei Fahrstreifen und Standstreifen je Fahrtrichtung geplant.

Inzwischen befinden sich alle sieben Abschnitte der A 39-Trasse in der Planung. Einzelheiten zu den Planungsabschnitten finden Sie hier.


Abschnitte

Der Ausbau der A 39 ist in sieben Planungsabschnitte (PA) unterteilt, die jeweils eine verkehrstechnische Einheit bilden. Für jeden Abschnitt ist geplant, ein eigenständiges Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts durchzuführen.

Die Außenstelle Lüneburg betreut die PA 1-5, die Außenstelle Wolfenbüttel die PA 6 und 7. 

Die Planungsabschnitte 8 und 9 beziehen auf den Neubau der B 190 n als Querspange zwischen der A 39 und der A 14 mit Weiterführung bis Neuruppin zur Schaffung einer leistungsfähigen Verbindung. Anders als bei den Planungsabschnitten 1-7 obliegt dem Land hier weiterhin die Planungshoheit. 

Einzelheiten zu den Planungsabschnitten finden Sie unter dem Reiter "Details" oder direkt hier.



Projektziel

Das Ziel mit dem Neubau der A 39 ist es, die notwendige Infrastruktur den steigenden Nutzerzahlen entsprechend bedarfsgerecht zu planen und umzusetzen, Verkehre auf der A 39 zu bündeln, das nachgeordnete Netz zu entlasten und eine sichere Verkehrswegeverbindung herzustellen, damit Unfälle vermieden werden.

Natürlich nimmt der Neubau der A 39 Einfluss auf Mensch und Natur. Wie bei allen Großprojekten gilt es, diesen Herausforderungen mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen: Um den Lärm für die Anwohner:innen im Bereich des Stadtteils Lüne-Moorfeld zu mindern, ist ein 381 Meter langer Lärmschutzdeckel geplant. Er reduziert nicht nur die Lärmemissionen der A 39, sondern mit ihm wird eine zusätzliche Fläche für die innerstädtische Entwicklung geschaffen und verbindet die ehemals getrennten Stadtteile.

In einem informellen Beteiligungsverfahren, dem "Gestaltungsdialog - Lüneburger Deckel" sind aktuell alle Bürger:innen aufgerufen ihre Ideen, Wünschen und Anregungen zur Gestaltung des Lärmschutzdeckels bei der Außenstelle Lüneburg einzureichen. Gemeinsam soll so ein Gestaltungsentwurf entwickelt werden, der auf die Bedürfnisse der Bürger:innen, insbesondere der direkten Anwohner:innen, eingeht. Weitere Informationen rund um den Lüneburger Lärmschutzdeckel sowie zur Teilnahme finden Sie hier

Außerdem sind auf der geplanten rund 105 km langen Trasse der A 39 mehr als 60 Grünbrücken, Passagen sowie weitere Querungshilfen für die hiesige Flora & Fauna geplant, um die Trennwirkung aufzuheben.


Historie

Die Planung für den Bau einer Nord-Süd-Autobahn reichen bis in das letzte Jahrhundert zurück: Die ersten Varianten sind im Reichsautobahnnetz der 1930er / 1940er Jahren zu finden. Die Planungen beinhalteten einen Abzweig von der Strecke Hamburg-Hannover, um die Verbindung zwischen Hamburg-Lüneburg-Uelzen-Braunschweig via Autobahn zu sichern, wobei 1942 der Bau der Reichsautobahnen eingestellt wurde.

Das in 1952 festgelegte Straßenprogramm des Bundes griff das Vorhaben in Form der Bundesstraße 4 als Verbindung zwischen Hamburg und Halle (Saale) über Uelzen wieder auf, ließ jedoch eine Strecke über Braunschweig auf Grund der Lage in der damaligen DDR zunächst unberücksichtigt. Mit dem Straßenausbauplan von 1970 wurde innerhalb eines Bedarfsplanes u.a. Distanzen zu Anschlussstellen für Einwohner:innen und Raumerschließungen für Randgebiete festgelegt.

Die Streckenverbindung zwischen Lüneburg und Wolfsburg (heutige A 39) war in diesem Bedarfsplan noch nicht enthalten, sondern dessen Alternative, die Bundesstraße 4, die eine direkte Verbindung zwischen Lüneburg und Braunschweig schaffen sollte.

In den folgenden Jahren änderten sich die Pläne zum Ausbau des Streckennetzes in dem betreffenden Raum immer wieder, was insbesondere auf die unterschiedlichen Einschätzungen der Dringlichkeitsstufe der Maßnahmen zurückzuführen ist. Der Bedarfsplan der Bundesfernstraßen (4. Fernstraßenbauänderungsgesetz von 1993) legte für den Nord-Osten Deutschlands zwei Projekte, als sogenannte „X-Lösung“, fest:  eine durchgehende Autobahnverbindung A 39 (Braunschweig-Schwerin) und weiter östlich, durch die dünnbesiedelte Altmark verlaufende, Bundesautobahn A 14 (Magdeburg-Lüneburg).

Auf Grund der zu erwartenden Umweltprobleme und hohen finanziellen Kosten, ausgehend von der Umsetzung der Projekte, einigen sich die entsprechenden Gremien auf Länderebene schlussendlich für die so genannte „Hosenträgervariante“ A 14 (Magdeburg-Schwerin), A 39 (Lüneburg-Wolfsburg) und B 190n (Verbindung zwischen A 14 und A 39). Seitdem ist das Gesamtkonzept A 39, A 14 und B 190n mit der Verabschiedung des 6. Fernstraßenausbauänderungsgesetzes (6. FStrabÄndG) in den vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans der Bundesfernstraßen aufgenommen worden. 

Die Trasse der vierspurigen Umgehungsstraße Lüneburg wurde seit den 1930er Jahren für die Errichtung dieser Straße von einer Bebauung freigehalten. Dadurch sollte nicht nur die Innenstadt Lüneburgs von Durchgangsverkehr entlastet, sondern gleichzeitig, die in den 1930er Jahren östlich der historischen Altstadt Lüneburgs errichteten großflächigen Kasernenareale und Truppenübungsplätze, erschlossen werden. Diese Flächen werden heute weitgehend für Wohn- und Gewerbebau genutzt.


Neuigkeiten

+++ Die aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass sich weiterhin die Mehrheit von rund 70 % für den Ausbau der A 39 ausspricht. Zudem sehen gut 80 % der Befragten eher Vor- als Nachteile durch den Ausbau der A 39 für die Region. Die weiteren Ergebnisse der repräsentativen Bevölkerungsbefragung in der Region Lüneburg-Wolfsburg finden Sie hier. +++


+++ Im geplanten Teilabschnitt (PA 1) der A 39 zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord (L216) und Erbstorfer Landstraße wird zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einen zusätzlichen Fahrstreifen erhalten. Der bislang vierstreifig geplante Teilabschnitt soll auf einer Länge von vier Kilometern um einen so genannten Verflechtungsstreifen je Fahrtrichtung ergänzt werden, der das Auf- und Abfahren auf die Autobahn leichter und sicherer machen soll. Anlass für die Erweiterung und Überarbeitung der Pläne sind aktuelle Untersuchungen, die in dem betroffenen Bereich von einer höheren Verkehrsdichte ausgehen als ursprünglich angenommen. +++


Ein Stadtteil voller Ideen

Endlich war es soweit: nach monatelanger Vorbereitung wurde am Wochenende die 2. Phase des Gestaltungsdialogs eingeläutet. Im Lüneburger Stadtteil Moorfeld konnten Anwohnerinnen und Anwohner ihre Ideen zum Lüneburger Lärmschutzdeckel einbringen, gemeinsam diskutieren und ergebnisoffen entwickeln.

Wir brauchen die A 39

Um sich über den Stand der Planungen rund um den Lückenschluss der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ein Bild zu machen, trafen sich die Bürgerinitiative "PRO A 39 e.V." mit Gesa Schütte, Dirk Meyer, Veronika Boge und Christian Merl in der Außenstelle Lüneburg. Besprochen wurden die einzelnen Projektstände der Bauabschnitte und die jeweiligen planerischen Herausforderungen.




Betreute Planungsabschnitte

Abschnitt 1: Lüneburg - Nord (L 216) bis östlich Lüneburg (B 216), Länge: ca. 7,7 km
Abschnitt 2: Östlich Lüneburg (B 216) bis Bad Bevensen (L 253), Länge: ca. 20,0 km
Abschnitt 3: Bad Bevensen ( L253) bis Uelzen (B 71), Länge: ca. 16,4 km
Abschnitt 4: Uelzen (B 71) bis nördlich Bad Bodenteich (L 265), Länge: ca. 12,6 km
Abschnitt 5: Nördlich Bad Bodenteich (L 265) bis Wittingen (B 244), Länge: ca. 16,1 km


Planungsabschnitt 1: Lüneburg Nord – östlich Lüneburg

Abschnittslänge:

7,7 km

Geplanter Baubeginn:

2025

Aktuelle Projektphase:

Genehmigungsplanung

Status:

Im Planfeststellungsverfahren

Gesehen-Vermerk:

Erteilt am 02.03.2012

Sachstand:

Fertigstellung der Synopse Online-Konsultation, Fertigstellung der 2. Deckblattunterlage

Meilensteine:

Beginn 2. Änderungsverfahren, EÖT 2. Änderungsverfahren

Besonderheiten:

Lärmschutzdeckel in Lüne-Moorfeld, Lärmschutzwände und -wälle, sechs Anschlussstellen, Verwendung von „Flüsterasphalt“ (OPA)



Planungsabschnitt 2: Östlich Lüneburg – Bad Bevensen

Abschnittslänge:

20 km

Geplanter Baubeginn:

2025

Aktuelle Projektphase:

Genehmigungsplanung

Status:

Im Planfeststellungsverfahren

Gesehen-Vermerk:

Erteilt am 17.11.2014

Sachstand:

Fertigstellung der Gesamtsynopse, Fertigstellung der Deckblattunterlage

Meilensteine:

EÖT, Beginn 1. Änderungsverfahren

Besonderheiten:

Zwei Anschlussstellen, zwei PWC-Anlagen, Elbe-Seiten-Kanal-Querung und Bündelung von Kanal und A 39, drei Wildbrücken



Planungsabschnitt 3: Bad Bevensen – Uelzen

Abschnittslänge:

16,4 km

Geplanter Baubeginn:

2025

Aktuelle Projektphase:

Entwurfsplanung

Status:

Finalisierung Entwurfsplanung

Gesehen-Vermerk:

Erteilt am 08.02.2019

Planungsstand:

Technische Planung ist weitestgehend abgeschlossen, Fertigstellung der Planfeststellungsunterlagen

Meilensteine:

Antrag auf Planfeststellung

Besonderheiten:

Tank- und Rastanlage bei Uelzen, Neubau Autobahnmeisterei, Lärmschutzmaßnahmen und Irritationsschutz, zwei Anschlussstellen, FFH-Gebiet Röbbelbach, eine Wildbrücke



Planungsabschnitt 4: Uelzen – nördlich Bad Bodenteich

Abschnittslänge:

13 km

Geplanter Baubeginn:

2026

Aktuelle Projektphase:

Entwurfsplanung

Status:

Finalisierung Entwurfsplanung

Gesehen-Vermerk:

Erteilt am 01.03.2019

Planungsstand:

Technische Planung ist weitestgehend abgeschlossen

Meilensteine:

Antrag auf Planfeststellung

Besonderheiten:

Windpark Hanstedt, Lückenschluss (keine Anschlussstelle), eine PWC-Anlage, Ortolanvorkommen



Planungsabschnitt 5: Nördlich Bad Bodenteich – Wittingen

Abschnittslänge:

16,2 km

Geplanter Baubeginn:

2025

Aktuelle Projektphase:

Entwurfsplanung

Status:

Finalisierung Entwurfsplanung

Gesehen-Vermerk:

Erteilt am 06.11.2017

Planungsstand:

Technische Planung ist weitestgehend abgeschlossen, Umweltfachliche Planung wird derzeit angepasst, Fertigstellung der Planfeststellungunterlagen

Meilensteine:

Antrag auf Planfeststellung

Besonderheiten:

Eine PWC-Anlage, „Flüsterasphalt“ auf Brücke bei Bad Bodenteich / Schafwedel, zwei Anschlussstellen, zwei Wildbrücken, Vogelazurjungfer, Anschluss B 190n




Pressekontakt

Das Kommunikationsteam steht Ihnen für Rückfragen zu den einzelnen Baumaßnahmen und Projekten der Niederlassung und Außenstellen, Fragen zur Autobahn Niederlassung Nord generell und Fragen zum Betriebsdienst zur Verfügung.
Bei Fragen zum Projekt A 39 wenden Sie sich bitte an den untenstehenden Kontakt.


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