Abgeschlossen

Sanierung Tunnel Königshainer Berge

Der Tunnel Königshainer Berge erhielt eine intensive Erneuerung der Sicherheitseinrichtungen.

Über den Tunnel

Der Tunnel Königshainer Berge ist mit 3281 m Länge ist der viertlängste Autobahntunnel Deutschlands. Es handelt sich um einen Richtungsverkehrstunnel mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Als Teil der Bundesautobahn 4, in der Nähe von Görlitz zwischen den Anschlussstellen Nieder Seifersdorf und Kodersdorf liegend, unterquert er das Landschaftsschutzgebiet Königshainer Berge.

Einige Fakten:

  • Baujahr: 1999
  • Röhrenbreite: 9,50m
  • Höhe der Röhren: 4,50m
  • Längslüftung mit zweimal 18 Strahlventilatoren
  • Anzahl der Pannenbuchten: 4 Pannenbuchten je Tunnelröhre im Abstand von 660 m
  • Anzahl der Fluchteinrichtungen: 9 Querstollen zwischen den parallelen Röhren
  • Regelmäßige Tunnelwartungen: Vierteljährliche Wartung & jährliche Tunnelwäsche
  • Durchschnittlicher täglicher Verkehr: circa 30.000 Fahrzeuge mit einem Schwerlastanteil von knapp 40 Prozent (höchster Anteil bundesweit)
  • Die Autobahnmeisterei Weißenberg betreut den Tunnel

 

Projektbeschreibung

Zeitplan

Im Jahr 2023 startete die Nachrüstung der betriebstechnischen Ausstattung. Die Grundlagen waren zum einen das Alter und der Zustand der Anlagen sowie gestiegene Anforderungen durch entsprechende Richtlinien. Das Ziel war es, ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten und die Technik an den aktuellen Stand der Technik anzupassen. Während der Bautätigkeiten lief der gesamte Verkehr durch die jeweils „freie“ Röhre in einer Gegenverkehrsführung.

Die Inbetriebnahme der Feuerwache war eine der Grundvoraussetzungen, um die Sanierung mit bauzeitlicher Verkehrsführung im Gegenverkehr überhaupt durchführen zu können. Ohne die Werkfeuerwehr wäre eine Sanierung unter laufendem Gegenverkehr nicht möglich gewesen. In permanenter Einsatzbereitschaft war diese für den Zeitraum der Bauarbeiten bzw. baustellenbedingten Verkehrsführung rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche besetzt. 

Der Zeitplan untergliederte sich in mehrere Bauphasen, beginnend mit der Ertüchtigung des Gegenverkehrs. Diese Vorbereitungsarbeiten liefen bereits vor dem eigentlichen Start der Baumaßnahme 2024. Dies umfasste unter anderem den Verschluss der Querschläge mit befahrbaren Fluchttoren und -türen, den Einbau einer zusätzlichen Beleuchtung im zukünftigen Einfahrtsbereich (Westportal, Seite Anschlussstelle Kodersdorf), den Einbau zusätzlicher Sensorik für die Raucherkennung sowie den Aufbau von Verkehrstechnik / -zeichen an den angrenzenden Anschlussstellen. Die eigentliche Sanierung geschah wechselweise: Von April 2024 bis Ende Februar 2025 wurde die Nordröhre modernisiert. Von März 2025 bis Dezember 2025 wurde in der Südröhre gearbeitet. Mitte Dezember erfolgte der Rückbau der umfangreichen, baustellenbedingten Verkehrssicherung der Südröhre, sodass der Verkehr wieder zweistreifig in Fahrtrichtung Görlitz rollen konnte. 

Tunnel Königshainer Berge nach Sanierung vollständig freigegeben

Am 16. Januar 2026 wurde auch die Nordröhre des Tunnels Königshainer Berge vollständig für den Verkehr freigegeben. Der Verkehr in Fahrtrichtung Dresden läuft nun wieder zweistreifig durch den Tunnel. 

Dank der Arbeiten ist der Tunnel nun mit moderner Technik ausgestattet und bietet Sicherheit auf höchstem Niveau. Neben einer hellen Tunnelwandbeschichtung, neuen, barrierearmen Notrufkabinen und einer modernen Beleuchtung in LED-Technik ist der Tunnel nun auch mit Brandschutztüren in den Tunnelquerschlägen sowie mehr Sensoren zur Brandfrüherkennung ausgestattet. Eine neue Videotechnik überwacht den Tunnel lückenlos und sorgt für eine schnelle Reaktion im Notfall.

Hintergrundinformationen zum Sanierungsbedarf

Der Tunnel Königshainer Berge hat den Planungsstand 1994 und wurde 1999 in Betrieb genommen. Mit circa 3.300 Metern Länge ist er der viertlängste Autobahntunnel in Deutschland, neben dem Rennsteigtunnel in Thüringen, dem Elbtunnel in Hamburg und dem Tunnel Hirschhagen in Hessen. Im Schnitt fahren täglich circa 30.000 Fahrzeuge durch den Tunnel, wobei 40 Prozent davon Schwerverkehr sind. Der Tunnel wird mehrmals im Jahr gewartet. 

Nach der Sanierung

Unabhängig von der Sanierung wird es auch anschließend Wartungsintervalle geben, bei denen die Anlagen auf Herz und Nieren geprüft und gegebenenfalls instandgesetzt werden müssen. Die zuverlässige Verfügbarkeit der Anlagen kann nur garantiert werden, wenn die Wartungsleistungen nach Herstellervorgaben realisiert werden. Die geschieht in aller Regel zusammengefasst quartalsweise/halbjährlich und jährlich. Im Zuge der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit finden immer nach dem Ende der Winterdienstzeit Reinigungsarbeiten in allen Autobahntunneln statt, um die Rückstände des Streugutes zu entfernen. Bei diesem Frühjahrstermin werden die Wartungsarbeiten in aller Regel kombiniert.

Ein Schwerpunkt der neuen Ausstattungsplanung war es, wartungsintensive Komponenten zu reduzieren und notwendige Verkehrseinschränkungen für Wartungsarbeiten zu minimieren. Ein Beispiel hierfür sind der Einsatz von LED-Leuchtmitteln mit einer langen Lebensdauer (> 3 Jahre) anstelle von Natrium-Dampflampen, die in aller Regel nach spätestens 18 Monaten getauscht werden müssen.

Details Instandhaltung

  • Neue Notrufkabinen
  • Optische Leiteinrichtung
  • Auftrag einer hellen Tunnelwandbeschichtung
  • Verschluss der Querschläge mit Toren (befahrbar für Einsatzkräfte)
  • Neue Beleuchtung in LED-Technik
  • Neue Verkehrstechnik/Wechselverkehrszeichen
  • Mehr Sensoren zur Brandfrüherkennung
  • Mehr Videotechnik zur lückenlosen Verkehrsüberwachung
  • Anpassung der Elektroversorgung
  • Austausch der Lautsprecheranlage
  • Neue Kabelinfrastruktur (Lichtwellenleiterkabel) für die Leittechnik
  • Austausch der Löschwasserentnahmestellen im Tunnel
  • Bau von Schrankenanlagen an beiden Tunnelportalen

 

 

 

Baufortschritt November 2025

Winter 2024

Erneuerung technische Ausstattung

August 2024

Baufortschritt im Sommer

April 2024

Vollübung der Tunnelfeuerwehr

Juni 2023

Verschließen der Querverschläge in den Tunnelröhren

Für Bürgerinnen und Bürger

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Projektablauf Sanierung Tunnel Königshainer Berge

Bauphase

Zeitraum

Verkehrsführung

Erläuterungen

Bauphase 0August 2022 - November 2022; April 2023 – November 2023Richtungsverkehr in beide Fahrtrichtungen Nordröhre : FR Dresden Südröhre : FR Görlitz Sperrung von einzelnen Fahrstreifen; einzelne Vollsperrungen (nachts)Ertüchtigung der Südröhre für einen Gegenverkehrsbetrieb (Die ersten konkreten Baumaßnahmen werden mit der Errichtung einer Rettungsüberfahrt am Ostportal (Kodersdorf) sowie mit der Sanierung der Schachtdeckel auf dem Notgehweg der Südröhre (FR Görlitz) ab Sommer 2022 sichtbar.
Bauphase 1Dezember 2023 – März 2024Richtungsverkehr in beide Fahrtrichtungen Nordröhre : FR Dresden Südröhre : FR Görlitz Vollsperrungen im AprilWinterdienstperiode; Umlegen der Verkehrsführung zum Gegenverkehrsbetrieb im April 2024
Bauphase 2April 2024 – Dezember 2024Gegenverkehr in der Südröhre, je eine Fahrspur FR Dresden und FR GörlitzEinrichten des Gegenverkehrs; Sanierung der Nordröhre
Bauphase 3Dezember 2024 – März 2025Richtungsverkehr in beide Fahrtrichtungen Nordröhre (neu): FR Dresden Südröhre : FR Görlitz ; Vollsperrungen im AprilWinterdienstperiode; Umlegen der Verkehrsführung zum Gegenverkehrsbetrieb April 2025
Bauphase 4April 2025 – November 2025Gegenverkehr in der Nordröhre, je eine Fahrspur FR Dresden und FR GörlitzEinrichten des Gegenverkehrs; Sanierung der Südröhre
Bauphase 5November 2025Richtungsverkehr in beide Fahrtrichtungen Nordröhre (neu) : FR Dresden Südröhre (neu) : FR Görlitz VollsperrungenRückbau Gegenverkehr; Inbetriebnahme des Richtungsverkehrs

Ansprechpartner

Julia Grotjahn

Pressesprecherin Außenstelle Dresden / Sachsen

Telefon
+4915225387199

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Ost
Großenhainer Straße 7
01097 Dresden