In Umsetzung

Ersatzneubau der A7-Talbrücke Thalaubach bei Eichenzell

Die Thalaubachtalbrücke überbrückt im Zuge der A7 die Bundesstraße B279 sowie mehrere Feldwege und den Thalaubach. Das Bauwerk wurde im Jahr 1968 errichtet und wird aufgrund von Defiziten durch einen Neubau ersetzt. Das erste neue Teilbauwerk wurde am 25. August 2025 fertiggestellt und das komplette Altbauwerk somit außer Betrieb genommen. Der gesamte Verkehr läuft zweispurig in beide Fahrtrichtungen über das neue Teilbauwerk.

Freigabe des ersten neuen Teilbauwerks am 25. August 2025 mit Außerbetriebnahme des kompletten Altbauwerks

Daten & Fakten

  • Länge: 312 Meter
  • Höhe: 38 Meter
  • Kosten Gesamtprojekt: ca. 115 Mio. Euro
  • Regenwasserbehandlungsanlagen: ca. 8 Mio. Euro
  • 1. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) mit Nagelwand zur Hangsicherung: ca. 37 Mio. Euro
  • Abbruch Bestand und Neubau 2. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg): ca. 40 Mio. Euro
  • 2,6 Kilometer grundhafte Streckenanpassung: ca. 30 Mio. Euro

Projektbeschreibung

Das Bauwerk Thalaubachtalbrücke überbrückt im Zuge der A7 die Bundesstraße B 279 sowie mehrere Feldwege und den Thalaubach. Die Talbrücke überführt die beiden Richtungsfahrbahnen Fahrtrichtung (FR) Kassel (Teilbauwerk 1) und FR Würzburg (Teilbauwerk 2) auf zwei getrennten Überbauten. Es handelt sich um eine 7-feldrige Stahlbrücke. Die Talbrücke wurde im Jahr 1968 gebaut. Aufgrund von Defiziten wird das Bauwerk durch einen Neubau ersetzt. Um bis zum Ersatz des Überbaus die Verkehrssicherheit zu erhalten, wurde das Bauwerk durch Schottbleche verstärkt. Da eine uneingeschränkte Verkehrsführung auf dem Bauwerk nicht möglich ist, wird die Autobahntrasse nach Osten verschwenkt (östliches Teilbauwerk).

Zunächst erfolgt der Neubau eines Teilbauwerkes östlich neben dem Bestand, auf das im Juni 2025 der Verkehr in Fahrtrichtung Kassel gelegt wurde. Dieses seitliche Versetzen des neuen Talbauwerks hat zur Folge, dass der nordseitig der Talbrücke im weiteren Verlauf der A7 anschließende vorhandene, etwa 900 m lange Geländeeinschnitt verbreitert werden muss. Für diese Verbreiterung ist es notwendig, dass die vorhandene nordöstliche Böschung des Geländeeinschnitts als Steilböschung zurückversetzt wird. Hierzu wird eine Hangsicherung erforderlich.

Die neue Thalaubachtalbrücke besitzt eine Länge von 312 Meter und 38 Meter Höhe. Insgesamt besteht die Brücke aus sieben Feldern, d.h. sechs Pfeilerachsen und zwei Widerlagern.

Die Errichtung des eigentlichen Brückenoberbaus erfolgt grundsätzlich im Taktschiebeverfahren. Bei diesem Verfahren erfolgt der Bau des zusammenhängenden Brückenüberbaus (sieben Felder) abschnittsweise hinter einem Widerlager in einer Fertigungsstätte, die auch als „Taktkeller“ bezeichnet wird. Der Taktkeller wird auf der nördlichen Seite platziert. Nach der Fertigstellung eines Brückenabschnittes wird dieser zusammen mit den zuvor hergestellten Abschnitten bzw. Takt über die insgesamt sieben Pfeiler verschoben, um den nächsten Abschnitt (Takt) herstellen zu können. Das Verfahren ist für den vorliegenden Trassenverlauf der Thalaubachtalbrücke besonders geeignet, da insbesondere bei längeren Brücken dies eine wirtschaftliche Lösung darstellt.

Am 25. August 2025 wurde die erste neue Brückenhälfte (östliches Teilbauwerk) fertiggestellt und auch der Verkehr in Fahrtrichtung Würzburg  darauf umgelegt. Es bleiben in jede Fahrtrichtung zwei Fahrstreifen erhalten (sog. 4+0 Verkehrsführung). In der weiteren Folge ist der Abriss der gesamten alten Brücke vorgesehen. 

Bis Ende 2027 erfolgt der Neubau der westlichen Brückenhälfte (Richtungsfahrbahn Würzburg) und im Anschluss die Streckenapassung bis 2030.

Zeitplan

  • Zuvor bereits fertiggestellt: Regenwasserbehandlungsanlagen, Fahrbahnverbreiterung Fahrtrichtung Würzburg und Mittelstreifenüberfahrt beidseitig der Brücke
  • Erster Spatenstich für Brückenneubau am 9.12.2022
  • Fertigstellung erstes Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) und Verkehrsfreigabe mit zwei Spuren je Fahrtrichtung (bis zur Fertigstellung des 2. Teilbauwerks): 25. August 2025
  • Rückbau der gesamten Bestandsbrücke: Herbst 2025 bis Mitte 2026
  • Fertigstellung zweites Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg): Ende 2027
  • Umlegung des Verkehrs auf zweites Teilbauwerk nach Streckenanpassungen im Brückenbereich: Mitte 2028
  • Gesamtfertigstellung nach Streckenanpassung im weiteren Verlauf der A7: 2030

Historie

Die Talbrücke Thalaubach ist Baujahr 1968 und der heutigen Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen. Im Jahr 2018 wurde das Bauwerk mittels Schottbleche verstärkt und seitdem durch vierteljährliche Sonderprüfungen engmaschig überwacht. Außerdem erfolgt ein Monitoring mittels Schallemissionsanalyse.

Für die Baumaßnahme wurde Baurecht über ein „Entfall eines Planfeststellungs- und Plangenehmigungsverfahren nach § 17, Abs. 2 FStrG“ am 21.08.2019 erwirkt.

Pressemeldung 15. März 2026

A7: Talbrücke Thalaubach erfolgreich gesprengt

Am Sonntag, 15. März, wurden die beiden Teilbauwerke der alten Brücke über den Thalaubach erfolgreich gesprengt. Damit verkürzt sich die Bauzeit für den Ersatzneubau um bis zu acht Monate.

EICHENZELL. Die beiden Bestandsbauwerke der A7-Talbrücke Thalaubach sind am Sonntag, dem 15. März erfolgreich gesprengt worden. Damit ist der Weg frei für das zweite neue Teilbauwerk in Fahrtrichtung Würzburg. 

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Ich möchte mich bei allen Beteiligten für die professionelle Vorbereitung und Umsetzung bedanken. Alle haben heute großartiges geleistet. Der Sprengabbruch verkürzt die Dauer der Gesamtmaßnahme an der A 7 um sechs bis acht Monate. Wir kommen deutlich schneller voran als zunächst geplant und zeigen auch in Eichenzell, was Deutschlandtempo bedeutet. Wir sorgen für eine leistungsfähige A 7 der Zukunft. Rund 115 Millionen Euro investiert der Bund in das Gesamtprojekt. Das ist kluge Infrastrukturpolitik.“

Um 11 Uhr war es so weit: Mit großer Präzision legte der Sprengmeister die beiden aus 1969 stammenden Teilbauwerke mit einem Zeitabstand von drei Sekunden nacheinander nieder. Beide Bauwerke waren rund 320 Meter lang und 40 Meter hoch. 100 Kilogramm Sprengstoff und rund 1000 Zünder waren in den insgesamt zwölf Pfeilern für die Detonation platziert worden. Ziel war es dabei, die Pfeiler so zu schwächen, dass die Brücke senkrecht herabfällt. Nachdem die Brückenpfeiler passgenau eingeknickt waren, fiel der Brückenüberbau wie geplant auf ein vorbereitetes Fallbett. 

Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes:
„Einen sicheren Abbruch in unmittelbarer Nähe zum neuen Bauwerk durchzuführen, ist eine besondere Herausforderung. Dass dies heute so präzise und störungsfrei gelungen ist, unterstreicht die Professionalität aller Beteiligten. Der Erfolg zeigt, dass wir beim Ausbau unserer Infrastruktur Tempo machen und komplexe Projekte in Deutschland effizient umsetzen können.“

Nach der Sprengung hatten sich unverzüglich Brückenprüfer ans Werk gemacht und schließlich die Nachricht überbracht: Das neue Bauwerk ist vollkommen intakt und es ist sichergestellt, dass der Verkehr auf der A 7 wieder fließen kann.  Am Nachmittag konnte die geplante Vollsperrung der A 7 aufgehoben werden. 

In den kommenden Monaten kommt schweres Gerät zum Einsatz, um das Baufeld für den Neubau der zweiten Brückenhälfte freizumachen. Das Abbruchmaterial wird getrennt und wiederverwertet. So wird beispielsweise Beton gebrochen und auf anderen Baustellen als Schottermaterial genutzt. Nach der Beräumung kann auch auf der B 279 der Verkehr wieder rollen: „Wir sind stolz darauf, dass dieser Tag so erfolgreich verlaufen ist. Ohne die Sprengung hätten wir die B 279 deutlich länger sperren müssen und den Bau des zweiten Überbaus der neuen Talbrücke deutlich verzögert“, sagt Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest. Die B 279 ist voraussichtlich schon Anfang April wieder befahrbar. 

Aktuelle Information 13. März 2026

Am Sonntag, 15. März, herrscht von 10 bis 10.30 Uhr ein absolutes Drohnenflugverbot im Bereich der A7-Talbrücke Thalaubach. Hintergrund ist, dass in diesem Zeitraum ein Kontrollflug der Polizei absolviert werden muss. Dieser hat oberste Priorität! 

Pressemeldung 23. Februar 2026
A7: Sperrungen im Bereich Eichenzell

Sprengung der Talbrücke Thalaubach B279 und A7 gesperrt

EICHENZELL. Im Zuge der geplanten Sprengung der beiden alten Teilbauwerke der A7‑Talbrücke Thalaubach kommt es ab Anfang März zu umfangreichen Sperrungen und Umleitungen im Umfeld der Bauwerke. Die Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit während der Sprengung zu gewährleisten und die anschließenden Rückbauarbeiten durchführen zu können. Die Bundesstraße 279 ist ab Montag, 2. März, bis voraussichtlich Mittwoch, 2. April, zwischen Eichenzell-Döllbach und Ebersburg-Thalau in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. 

Die Umleitung in Fahrtrichtung Rhön verläuft ab Döllbach über die L2790/St2790 (ehemalige B27) und die St3258/L3258 nach Thalau. In Fahrtrichtung Fulda erfolgt die Umleitung ab Schmalnau über die L3458 – Ried – L3458 – Lütter – L3307 – Rhönshausen – L3307 – nach Welkers. In der Ortsdurchfahrt von Schmalnau (L3458) werden ein absolutes Halteverbot und ein Tempolimit von 30 km/h ausgeschildert. In der Ortsdurchfahrt von Thalau (L2358) werden zudem die Einengung in Höhe des Bürgerhauses zurückgebaut und zusätzlich eine mobile Fußgängerampel aufgestellt.

Von Montag, 9. März, bis Dienstag, 24. März, ist auch der Wirtschafts- und Radweg zwischen Döllbach und Thalau gesperrt.

 

Grund für die Vollsperrungen

Am Sonntag, 15. März, findet um 11 Uhr die Sprengung der beiden alten und bereits außer Betrieb genommenen Teilbauwerke der A7-Talbrücke Thalaubach statt. Zwischen dem Dreieck Fulda und der Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers ist die A7 am 15. März von 10 Uhr bis voraussichtlich 16 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. 

Die Umleitungen über die offiziellen Bedarfsumleitungen U52 und U65 sind wie folgt: In Fahrtrichtung Süd vom Dreieck Fulda über die A66 zur Anschlussstelle Fulda Süd. Dort über die B279 durch Rothemann nach Döllbach und weiter über die L2790/St2790 (ehemalige B27) durch Motten, Kothen und Speicherz bis zur Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers. In Fahrtrichtung Nord erfolgt die Bedarfsumleitung umgekehrt. In den Ortsdurchfahrten von Motten, Kothen und Speicherz ist ein absolutes Halteverbot ausgeschildert.

Am 15. März ist ein 300-Meter-Sicherheitsradius um die A7-Talbrücke Thalaubach abgesperrt. In die-sem Bereich ist der Aufenthalt von Personen verboten.

 

B279-Sperrung

Die Bundestraße B279 verläuft unterhalb der beiden zu sprengenden Teilbauwerke der A7-Talbrücke Thalaubach. Um die Bundesstraße vor Schäden zu schützen, wird darüber und über den Randbereichen ein Fallbett aus Sand aufgeschüttet. Das Fallbett ist bis zu 30 Meter breit und bis zu 4 Meter hoch. Der Bau des Fallbetts beginnt am 2. März. Auf diese Schutzschicht fallen am 15. März die zu sprengenden beiden Teilbauwerke. Die weitere Zerlegung, Sortierung und der Abtransport der Trümmer sowie der Rückbau des Fallbetts finden zuerst im Bereich über der Bundesstraße statt, um dort schnellstmöglich wieder die Befahrbarkeit zu ermöglichen. Dennoch ist mit einer Dauer von rund einem Monat, bis voraussichtlich 2. April, zu rechnen.

Fragen zur Sprengung:

Wann wird gesprengt?

Der Sprengabbruch der beiden alten Teilbauwerke der A7 Thalaubachtal-Brücke erfolgt am Sonntag, 15. März 2026, um 11 Uhr. Das Bauwerk wird unter Vollsperrung der A7 und der B 279 gesprengt.

 

Welche Sperrungen sind notwendig?

02.03.26 - 02.04.26: Vollsperrung B 279

15.03.26 (10:00 Uhr – 16:00 Uhr): Vollsperrung A7

09.03.26 – 24.03.26: Vollsperrung Rad-/ Wirtschaftsweg

 

Wie sind die Umleitungen für die Sperrungen?

Umleitung B279: Die Umleitung in Fahrtrichtung Rhön erfolgt ab Döllbach über die L2790/St2790 (ehemalige B27) und die St3258/L3258 nach Thalau. In Fahrtrichtung Fulda erfolgt die Umleitung ab Schmalnau über die L3458 – Ried – L3458 – Lütter – L3307 – Rhönshausen – L3307 – nach Welkers. In der Ortsdurchfahrt von Schmalnau (L3458) ist ein absolutes Halteverbot und eine Tempolimit von 30 km/h ausgeschildert. In der Ortsdurchfahrt von Thalau (L2358) ist die Einengung in Höhe des Bürgerhauses zurückgebaut und zusätzlich ist eine mobile Fußgängerampel aufgestellt.

Umleitung A7: Die Umleitungen erfolgen über die offiziellen Bedarfsumleitungen U52 und U65 wie folgt: In Fahrtrichtung Süd vom Dreieck Fulda über die A66 zur Anschlussstelle Fulda Süd. Dort über die B279 durch Rothemann nach Döllbach und weiter über die L2790/St2790 (ehemalige B27) durch Motten, Kothen und Speicherz bis zur Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers. In Fahrtrichtung Nord erfolgt die Bedarfsumleitung umgekehrt. In den Ortsdurchfahrten von Motten, Kothen und Speicherz ist ein absolutes Halteverbot ausgeschildert.

Umleitung Radweg: Ab Döllbach über die Odilienstraße (L3207) bis links zum Abzweig Fischzucht, weiter entlang des Bachlaufs bis zur Döllbachtalbrücke, weiter bis zur L2970 (ehemalige B27) und über die L3258 bis kurz vor Altenhof, dort rechts und über den Feld- und Wirtschaftsweg bis zur Stellberger Str. in Thalau; sowie umgekehrt.

 

Warum ist die B279 vom 2. März bis 2. April, für einen Monat, voll gesperrt?

Die Bundestraße B279 verläuft unterhalb der beiden zu sprengenden Teilbauwerke der A7-Talbrücke Thalaubach. Um die Bundesstraße vor Schäden zu schützen, wird darüber und über den Randbereichen ein Fallbett aus Sand aufgeschüttet. Das Fallbett ist bis zu 30 Meter breit und bis zu 4 Meter hoch. 

Der Bau des Fallbetts beginnt am 2. März. Auf diese Schutzschicht fallen am 15. März die zu sprengenden beiden Teilbauwerke. Die weitere Zerlegung, Sortierung und der Abtransport der Trümmer sowie der Rückbau des Fallbetts erfolgen dann zuerst im Bereich über der Bundesstraße, um dort schnellstmöglich wieder die Befahrbarkeit zu ermöglichen. Dennoch ist mit einer Dauer von rund einem Monat, bis voraussichtlich 2. April, zu rechnen.

 

Warum wird gesprengt?

Der Rückbau der beiden alten Teilbauwerke durch Sprengung bringt dem Gesamtprojekt (Abbruch und Neubau) eine Zeitersparnis von 6 bis 8 Monaten gegenüber einem konventionellen Abbruch. Statt wie ursprünglich geplant Mitte 2028, kann die Fertigstellung des Ersatzneubaus somit voraussichtlich bereits Ende 2027 erfolgen.

 

Wie wird gesprengt?

Die insgesamt 12 vorhandenen, alten Brückenpfeiler erhalten an ihren Längsseiten jeweils zwei gegenläufige sogenannte Sprengmäuler. Das sind Einkerbungen (Bohrungen und Schnitte), ähnlich wie wenn man einen Baum fällt. Durch die Gegenläufigkeit der Einkerbungen knicken die Pfeiler beim Sprengen vertikal um und der Überbau fällt senkrecht nach unten. Etwa 100 Kilogramm Sprengstoff und rund 1000 Zünder kommen für die Sprengung zum Einsatz.

Im Ingenieursdeutsch liest sich das wie folgt: 

Die beiden alten Teilbauwerke der Thalaubachtalbrücke werden durch einen Vertikalkollaps sprengtechnisch abgebrochen. Hierzu erhalten alle Pfeiler zwei gegenläufige Sprengmäuler, wodurch diese gefaltet werden. Ein Sprengmaul wird unten am Pfeiler angeordnet und ist in Faltrichtung der Pfeiler geöffnet. Das obere Sprengmaul teilt den Pfeiler in zwei gleich lange Segmente und ist in die rückwärtige Richtung geöffnet. Hierdurch wird ein exakt senkrechter Überbauabsturz gewährleistet. Die gleiche Höhe der oberen und unteren Pfeilerabschnitte erzeugt beim Einknicken keine Horizontalbewegung des Überbaus. Infolge der starken vertikalen Durchbiegung werden die Brückenenden bis zum Bodenaufprall in die Längsrichtung bzw. talwärts gezogen. Dabei lösen sie sich jedoch nicht komplett von den Widerlagern und bleiben schräg liegen. Die Pfeilerfaltrichtungen wurde so gewählt, dass sie von den schützenswerten Objekten (neue Brücke, Regenrückhaltebecken) fortgerichtet ist. Die Pfeiler der Achsen B, C, E und F werden daher in Richtung Süden, die Pfeiler in Achse D und G in Richtung Norden gefaltet. Der Abbruch der beiden Teilbauwerke erfolgt grundsätzlich gemeinsam, die Initiierung der beiden Teilbauwerke erfolgt jedoch mit einer Zeitverzögerung. Dabei wird Teilbauwerk Ost zum Zeitpunkt t = 0 s und Teilbauwerk West zum Zeitpunkt t = 3 s gezündet. 

 

Was passiert in der Sprengvorbereitung an der Brücke und darunter?

In der Vorbereitung werden die Sprengpunkte an den Pfeilern vorbereitet: Ziel ist ein sicheres und gerichtetes Zusammenklappen. Es finden die Kernbohrungen der Sprenglöcher statt, zudem werden Fallkerben (Sprengmäuler) eingebracht. Zeitgleich wird der Thalaubach mit Stahlblechen abgedeckt und geschützt. Obendrein ensteht auf der B279 das Fallbett.

 

Wie viel Masse fällt bei der Sprengung herab?

Die Stahlüberbauten beider Bestandsbrücken wiegen zusammen rund 2000 Tonnen, die Pfeiler aus Stahlbeton rund 6000 Tonnen. Insgesamt fällt also Material mit einem Gewicht von rund 8000 Tonnen zu Boden.  

 

Besteht eine Asbestbelastung der Pfeiler und Widerlager?

Nein, es besteht kein Grund zur Sorge. In den Pfeilern und Widerlagern wurde nachweislich kein Asbest vorgefunden. Zum Zeitpunkt der Sprengung und auch danach kann also sichergestellt werden, dass kein Asbest freigesetzt wird. 

 

Wurden im Vorfeld spezielle Rückbau- oder Sicherungsmaßnahmen im Hinblick auf mögliche Schadstoffe getroffen?

Ja, beispielsweise wurden Fugenmaterialien im Vorfeld unter Einhaltung erforderlicher Sicherheitsmaßnahmen (Schwarz-Weiß-Bereich) zurückgebaut. 

 

Wie genau ist der Ablauf der Sprengung am 15. März?

08:30 Uhr

Endabnahme und Kontrolle durch Sprengmeister 

08:00 Uhr

Einweisung Sperrposten 

09:00 Uhr

Sprengmeister bereit für Sprengvorgang

09:20 Uhr

Finale Befahrung/ Befliegung zur Verkehrsfreiheit

09:40 Uhr

Ansprechbarkeitscheck Sicherungsposten

10:00 Uhr

Betretungsverbot Sicherheitsradius für unbefugte Personen gleichzeitig Beginn Sperrung A7

10:45 Uhr

Nacheinander Abfunken der Sperrposten und Freigabe für Sprengfreiheit einholen

10:55 Uhr

Signaltöne durch den Sprengmeister

Es erfolgt ein Vergrämungsknall rund 2-3 Minuten vor der eigentlichen Sprengung. 

Zudem erfolgen folgende Signaltöne:

1x lang: Vorsignal „Achtung Sprengung“

2x kurz: „Achtung Sprengung steht unmittelbar bevor“

11:00 Uhr – Sprengung

3 sec. zeitverzögert erfolgt die Sprengung der beiden TBW

11:05 Uhr

Prüfung auf vollständige Detonation und Erfolg der Sprengung durch Sprengmeister

ca. 11:15 Uhr

Freigabe des Absperrbereiches durch den Sprengmeister

Nachdem sich die Staubbildung gelegt hat, gibt der Sprengmeister durch 3 kurze Signaltöne das Baufeld frei

ab 11:30 Uhr

Beginn Bauwerksüberprüfung TBW 1 durch Prüfingenieur 

16:00 Uhr

Aufhebung der Vollsperrung A7

 

Wie hoch, breit und lang sind die beiden alten Teilbauwerke der Brücke, die abgebrochen werden?

Länge 312 m | Höhe 36,70 m | Gesamtbreite 30,50 m

Die insgesamt etwa 312 m lange, im Grundriss leicht gekrümmte Talbrücke Thalaubach verläuft im Zuge der A 7 zwischen Kassel und Würzburg. Südlich des Fuldaer Dreiecks überspannt sie das Tal des Thalaubachs. Bei der Brücke handelt es sich um zwei eigenständige Bauwerke. Die maximale lichte Höhe beträgt circa 36,70 m. Der Überbau wurde als Stahlquerschnitt über sieben Felder ausgeführt. Die Stützweiten der Felder betragen von Widerlager Kassel aus betrachtet: 32 m – 42 m – 3 × 54 m – 42 m – 34 m. Jeder der beiden Überbauten weist einen 3-stegigen Stahl-Plattenbalkenquerschnitt auf. Die Konstruktionshöhe des Stahlbaus beträgt dabei 2,19 m, die Überbaugesamthöhe ca. 2,30 m. Die gesamte Überbaubreite bis zu den Stahlplattenaußenkanten liegt bei 15,25 m. Die Überbauten werden neben den Widerlagerachsen über 6 Stahlbetonpfeiler unterstützt.

 

Welche Objekte müssen bei der Sprengung der beiden alten Teilbauwerke geschützt werden?

Schutzziel / Entfernung

Neubrücke (östlich) / ca. 6 m 

Regenrückhaltebecken (westlich) / ca. 25 m 

Nächstes Wohnhaus (westlich) / ca. 480 m 

Fischzucht (westlich) / ca. 210 m 

Bundestraße B279 / direkt darunter

Thalaubach / direkt darunter 


Wie werden die Objekte geschützt?

Alle Sprengzonen erhalten einen wirksamen Streuflugschutz aus abgehängten Vliesbahnen und Maschendrahtumwicklung. Im Aufprallbereich der Brücke werden Stützwälle und erschütterungsmindernde, quergerippte bis zu 30 m Breite und bis zu 4 m hohe Fallbetten vorbereitet. Als Fallbettmaterial kann beispielsweise Sand oder Recycling-Material verwendet werden. Der Thalaubach wird durch seitlich angeordnete Stützwall-/Fallbettrippen quasi hohl gelegt. Der Bauchlauf wird auf einer Länge von 40 m mittels Stahlplatten überbaut und im Uferbereich mit Fallbettmaterial 1,5 m hoch locker überschüttet. Die B279 wird ebenfalls durch seitliche Stützwälle mit Fallbettaufbau (bis zu 30 m breit und bis zu 4 m hoch) hohl gelegt. Die Zwischenbereiche sind mit Fallbettmaterial überdeckt und somit vor direkter Aufpralleinwirkung geschützt. Die den Abbruchobjekten zugewandten Seiten der Neubrückenpfeiler werden im unteren Schaftbereich auf einer Höhe von bis zu 25 m durch abgehängte Vliesbahnen vor Streuflug geschützt.

 

Wie groß ist der Sicherheitsabstand bzw. der Absperrbereich zur Sprengung?

Der Absperrbereich zur Sprengung wird von der verantwortlichen Sprengfirma definiert. Er muss einen Radius von 300 m umfassen. In diesem abgesperrten Bereich ist der ungedeckte Aufenthalt von Personen und beweglichen Sachwerten verboten. Auch Verkehrssperrungen sind in diesem Bereich erforderlich.

 

Kann die Sprengung mit Drohnen gefilmt werden?

Der Drohnenpilot/die Drohnenpilotin selbst muss in jedem Fall den Sicherheitsabstand von 300 m einhalten. Das Fluggerät kann innerhalb des Sicherheitsbereichs geflogen werden. Dies geschieht auf eigenes Risiko. Die geltenden Regeln für den Betrieb von unbemannten Fluggeräten müssen dabei eingehalten werden. Zudem sollte eine vorherige Anmeldung bzw. Anfrage bei der Autobahn GmbH erfolgen, ob und wie geflogen werden darf. 
ACHTUNG: von 10 bis 10:30 Uhr herrscht am Sonntag, 15.3., ein absolutes Drohnenflugverbot. Grund ist ein Kontrollflug der Polizei.

 

Wird es zu Beeinträchtigungen durch Baustellenlärm kommen?

Die Zerlegung, Sortierung und der Abtransport der Brücken-Trümmer sowie der Rückbau des Fallbetts dauern mehrere Monate an. Die Arbeiten erfolgen unter Ausnutzung der Tageshelligkeit werktags zwischen 7 und 19 Uhr. In dieser Zeit kann es Beeinträchtigungen durch Baustellenlärm kommen.

 

PRESSEMITTEILUNG | 25. August 2025

A 7: Verkehrsfreigabe des ersten Teilbauwerks der Talbrücke Thalaubach

Bund investiert rund 115 Mio. Euro in Gesamtprojekt / Umweltschonende Steilböschung

Die Autobahn GmbH des Bundes hat heute das erste neue Teilbauwerk der Talbrücke Thalaubach vollständig für den Verkehr freigegeben. Das 312 Meter lange und 38 Meter hohe Bauwerk verläuft direkt neben der Bestandsbrücke. Nachdem bereits die Fahrtrichtung Kassel auf das neue östliche Teilbauwerk gelegt worden ist, wurde dort nun eine 4+0-Verkehrsführung eingerichtet – mit je zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung. Das bisherige Bestandsbauwerk ist jetzt außer Betrieb und kann abgerissen werden.

 

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr:

„Mit der heutigen Verkehrsfreigabe zeigen wir, dass wir an der A 7 bei Thalaubach gut vorankommen. Wir investieren hier als Bund 115 Millionen Euro in das Gesamtprojekt und treiben damit das Brückenmodernisierungsprogramm weiter voran. Das ist wichtig, denn die Modernisierung von Brücken gehört zu den vordringlichsten Zukunftsaufgaben im Bereich der Autobahninfrastruktur. Wir werden unsere Anstrengungen weiter verstärken, um das Autobahnnetz Schritt für Schritt zu modernisieren.“

 

Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum:

„Die neue Talbrücke Thalaubach steht für modernes Ingenieurwesen, das Umweltverantwortung mit großer Baukunst verbindet. Wir schaffen sichere, leistungsfähige Infrastruktur und sorgen gleichzeitig dafür, dass der Eingriff in die Natur so gering wie möglich bleibt. Durch die innovative Bauweise nehmen wir Rücksicht auf den umliegenden Wald und beweisen, dass Mobilität, Umweltschutz und technische Exzellenz Hand in Hand gehen können. Dieses Projekt setzt Maßstäbe für nachhaltiges Bauen an Hessens Verkehrswegen.“

 

Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH:

„Die Sanierung der Autobahnbrücken ist eine Mammutaufgabe, die wir mit Entschlossenheit angehen. Bei der Talbrücke Thalaubach ist nun ein wichtiges Ziel erreicht. Denn die neue Brücke steht und ermöglicht eine sichere Verkehrsführung bis zur Fertigstellung des zweiten Bauwerks. Für den Bau der langen 7-feldrigen Stahlbrücke war das technisch anspruchsvolle Taktschiebeverfahren die wirtschaftlichste Lösung. Die Beteiligten können stolz auf Ihre Leistung sein.“

 

Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest:

„Nach dem Abbruch der Bestandsbrücke bauen wir an Ort und Stelle bis voraussichtlich Ende 2028 das zweite Teilbauwerk für die zukünftige Richtungsfahrbahn Würzburg. Danach erfolgt abschließend noch bis 2030 die Streckenanpassung an die veränderte Lage der neuen Brücke.“

 

Hintergrund

Die ursprüngliche Brücke wurde 1968 errichtet und weist mit ihren zwei Überbauten mittlerweile Alterserscheinungen auf: Eine uneingeschränkte Verkehrsführung mit je zwei Fahrspuren pro Richtung war auf dem Bestandsbauwerk nicht mehr möglich. Um dieses Problem zu lösen, wurde ab 2022 das östliche Teilbauwerk erstellt (spätere Fahrtrichtung Kassel). Damit rückt die Strecke näher an eine Böschung mit Waldbestand heran. Um den Wald zu erhalten, hat sich die Autobahn GmbH für den Bau einer rund 900 Meter langen Steilböschung mit Nagelwand entschieden, die wesentlich zum Umweltschutz beiträgt. Bei einer flacheren Böschung hätte der Baumbestand gerodet werden müssen.

Beim Bau der Brückenüberbauten der beiden Teilbauwerke kommt das sogenannte Taktschiebeverfahren zum Einsatz. Dabei wird der Brückenüberbau (sieben Felder) abschnittsweise hinter einem Widerlager in einer Fertigungsstätte, dem sogenannten „Taktkeller“, errichtet. Der Taktkeller befindet sich auf der nördlichen Seite. Nach Fertigstellung eines Brückenabschnitts wird dieser zusammen mit den zuvor hergestellten Abschnitten bzw. Takten über die insgesamt sieben Pfeiler verschoben, um den nächsten Abschnitt herstellen zu können.

 

Projektdaten – Ersatzneubau der A 7-Talbrücke Thalaubach

  • Länge: 312 Meter
  • Höhe: 38 Meter
  • Kosten Gesamtprojekt: ca. 115 Mio. Euro
  • Regenwasserbehandlungsanlagen: ca. 8 Mio. Euro
  • 1. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) mit Nagelwand zur Hangsicherung: ca. 37 Mio. Euro
  • Abbruch Bestand und Neubau 2. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg): ca. 40 Mio. Euro
  • 2,6 Kilometer grundhafte Streckenanpassung: ca. 30 Mio. Euro

     

Zeitplan / Bauabschnitte

  • Fertiggestellt: Regenwasserbehandlungsanlagen, Fahrbahnverbreiterung Fahrtrichtung Würzburg
  • Fertiggestellt: 1. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Kassel) mit Nagelwand
  • Bis Mitte 2028: 2. Teilbauwerk (Fahrtrichtung Würzburg)
  • Bis Ende 2030: Grundhafte Streckenanpassung auf 2,6 Kilometer

     

PRESSEMITTEILUNG | 16. Juni 2025

A7: Verkehrsumlegung auf der Talbrücke Thalaubach

Verkehr in Fahrtrichtung Kassel wird auf die erste neue Brückenhälfte gelegt

EICHENZELL. Auf der Baustelle zur Errichtung der neuen A7 Talbrücke Thalaubach wird am Mittwoch, 18. Juni, der Verkehr in Fahrtrichtung Kassel auf die erste neue Brückenhälfte gelegt (auf dem Foto links im Bild). Bis Ende August erfolgen auf den Fahrstreifen die nicht mehr unter Verkehr sind u.a. Arbeiten an den Entwässerungseinrichtungen. Der Verkehr in Fahrtrichtung Würzburg verbleibt zunächst auf der alten Brücke. Voraussichtlich Ende August wird auch die Fahrtrichtung Würzburg auf die erste neue Brückenhälfte gelegt und verläuft dann im sogenannten 4+0 Verkehr. Das bedeutet je zwei verengte Fahrstreifen pro Fahrtrichtung auf nur einer Richtungsfahrbahn. 

Ab Herbst 2025 bis voraussichtlich Ende 2026 erfolgen die Arbeiten zum Rückbau der gesamten alten Brücke. Der Stahlüberbau wird segmentweise geteilt und abgehoben. Die Brückenpfeiler und Widerlager werden abgebrochen. Voraussichtlich ab Ende 2026/Anfang 2027 wird die zweite neue Brückenhälfte gebaut. Nach der Fertigstellung der Brückenbauarbeiten bis Ende 2028, erfolgt die Streckenanpassung vor und nach der Brücke bis 2030. 

Ansprechpartner

Moritz Gorny

Pressesprecher

Telefon
+49 561 70 18 53 108

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Nordwest
Niederlassung: Nordwest
34117 Kassel