A45-Sperrung „Martener Straße“: Umleitungsplanung 2027 läuft an – Stadt und Autobahn GmbH arbeiten eng zusammen – Gespräche mit der Wirtschaft folgen

Die achtmonatige Sperrung der A45 zwischen Dortmund-Hafen und dem Autobahnkreuz Dortmund-West ab April 2027 erfordert einen hohen Planungsaufwand für die Umleitungsverkehre. Hier laufen bereits viele Abstimmungen.


Dortmund/Hagen. In knapp einem Jahr steht die Vollsperrung der A45 zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen an. Dort muss die Brücke Martener Straße, die über sieben Gleise und eine städtische Straße führt, ersetzt werden. Ebenfalls gesperrt wird in diesem Zeitraum die Martener Straße. In gerade einmal acht Monaten Bauzeit soll dann das alte Bauwerk abgerissen und ein neues errichtet werden. Stadt Dortmund und Autobahn Westfalen haben jetzt erste Gespräche geführt und unterschiedliche Arbeitsgruppen gebildet, um die Umleitungsverkehre im kommenden Jahr zu planen. Ziel soll sein, dass der Verkehr trotz der Sperrung bestmöglich fließen kann und die Stadt von zusätzlichem Verkehr weitgehend frei bleibt. „Je früher wir mit der Verkehrsplanung beginnen, umso eher können sich Unternehmen, Pendler und Einwohner der Stadt Dortmund darauf einstellen”, hieß es seitens der Beteiligten. Auch mit weiteren Kommunen wird mit Blick auf die A45-Sperrung Kontakt aufgenommen.

Verkehrssimulation liefert wichtige Daten

Mit an Bord ist bei den Planungen auch die Verkehrszentrale Leverkusen der Autobahn GmbH, die für die Niederlassungen Rheinland und Westfalen die überregionale Verkehrssteuerung übernimmt. Im Rahmen eines Pilotprojektes hat die Verkehrszentrale Strategien für den Ausfall oder die massive Einschränkung einer Verbindung im Autobahnnetz entwickelt und einen Werkzeugkoffer für den bestmöglichen Umgang mit der Verkehrslenkung erstellt. Das Projekt „Martener Straße“ ist nun quasi der erste Anwendungsfall für diesen Werkzeugkoffer in Westfalen. Grundlage für die Strategie ist eine Verkehrssimulation, die für die Autobahn wie für die städtischen Straßennetze die Verkehrsentwicklung im Fall der Sperrung modellieren kann. In einem zweiten Schritt können gemeinsam mit den umliegenden Kommunen dann Tabuzonen identifiziert werden, in denen Verkehre abseits der offiziellen Umleitungen unerwünscht sind: Schulen, Krankenhäuser, verkehrsberuhigte Zonen. 

Unabhängig von dem Projekt der Verkehrszentrale haben Autobahn Westfalen und auch die Stadt Dortmund in den vergangenen Wochen damit begonnen, das jeweils eigene Straßennetz zu betrachten – in Dortmund die Strecken von Straßen.NRW eingeschlossen. Nadja Hülsmann, Leiterin der Außenstelle Hagen der Autobahn Westfalen: „Unser Netz weist bereits an vielen Stellen Einschränkungen durch bereits laufende Baustellen auf.“ Das problematischste Nadelöhr – die Schrankenanlage an der A43 – kann allerdings bis Ostern kommenden Jahres beseitigt werden, „weil die Arbeiten wirkungsvoll beschleunigt werden”. „Die Baustellen auf der A43 bleiben aber“, so Hülsmann. „Wir müssen also bei den großräumigen Umleitungen darauf achten, nicht zu viel Verkehr in diesen Bereich zu schicken.“ Besondere Aufmerksamkeit werden bei den Umleitungsplanungen die Verkehre in Richtung Dortmunder Hafen und zur IGA 2027 erhalten. 

Gleichzeitig laufen auch in der Stadt Dortmund die Planungen in unterschiedlichen Abteilungen. Das Team der Baustellenkoordination im Dortmunder Tiefbauamt holt zum Beispiel die Versorgungsträger ins Boot. Sie werden aktiv aufgefordert, ihre Projekte so zu planen, dass die Umleitungsstrecken möglichst baustellenfrei bleiben. 

Im besonderen Fokus steht die Sperrung der Martener Straße. Zur Umlegung von Versorgungsleitungen wird hier bereits im Spätherbst 2026 mit ersten Arbeiten begonnen. Zudem müssen vor allem für den ÖPNV wie für Rettungskräfte praktikable Wege gefunden werden. Die Dortmunder Baustellenkoordination arbeitet daran, gemeinsam mit allen Beteiligten das bestmögliche Umleitungskonzept für die Stadt zu erstellen. Ein Ziel ist es, die Auswirkungen der Sperrungen in Dortmund so gering wie möglich zu halten. „Fest steht aber auch: Die Folgen für den Straßenverkehr im Westen und Nordwesten der Stadt lassen sich auch durch ausgeklügelte Umleitungsstrecken nicht aus der Welt schaffen. Denn von der Sperrung betroffen ist ja nicht „nur“ der Individualverkehr auf der Martener Straße - auch die Stadtbahnlinie U44 und mehrere Buslinien von DSW21 können mit Beginn der Brückenarbeiten nicht wie gewohnt fahren“, heißt es aus dem Rathaus. „Busumleitungen und Schienenersatzverkehr werden also zentrale Bestandteile des Umleitungskonzepts sein.“

Weitere Städte werden kontaktiert

„Uns geht es darum, gemeinsam zu schauen, wie Verkehre gut geleitet werden können“, sagt Nadja Hülsmann. Dazu soll auch Kontakt zu weiteren Städten in der Region aufgenommen werden, in deren Netz Umleitungsverkehre erwartet werden und deren Bürgerinnen und Bürger bzw. Pendler von den Umleitungen betroffen sind.

Für die Autobahnen steht jetzt schon fest, dass ein Teil der Beschilderung mit LED-Tafeln umgesetzt werden soll. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, und wir sind flexibel, wenn sich die Situation anders entwickelt als gedacht“, betont Hülsmann, dass auch mit Beginn der Vollsperrung im April 2027 die Umleitungsverkehre an die aktuellen Anforderungen angepasst werden können. „Nach einer Woche, so die Erfahrung, kann man sehen, wie sich der Verkehr entwickelt und gegebenenfalls nachsteuern.“

Noch sind die Pläne Arbeitspapiere, doch sie bilden eine wichtige Grundlage für die Planungen der kommenden Monate. Die Autobahn Westfalen steht mit der regionalen Wirtschaft, der IHK und dem Dortmunder Hafen in Kontakt und wird mit den ersten Ergebnissen der Untersuchungen nach dem Sommer auf diese Partner zugehen. „Wir wollen gerne Anregungen einsammeln und vielleicht auch Ideen aufgreifen, die wir aus unserer Perspektive nicht sehen“, setzt Nadja Hülsmann auf Zusammenarbeit: „Wir freuen uns auf den Austausch.” 

Ansprechpartner

Susanne Schlenga

Kommunikation Außenstelle Hagen

Telefon
+49 152 01594027

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Westfalen
Feithstraße 137
58095 Hagen