Hagen. Die Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH ersetzt die Talbrücke Kattenohl bei Hagen durch einen Neubau. Während über das westliche Teilbauwerk der Verkehr der A45 in beiden Fahrtrichtungen rollt, schiebt sich der neue Stahlüberbau auf der Ostseite über die Pfeiler. Zwei parallel nebeneinander liegende Hohlkästen aus Stahl werden hier von Norden nach Süden geschoben.
460 Tonnen Stahl bewegt
120 Meter lang und 460 Tonnen schwer war der erste so genannte Takt – also das verschobene Stahlelement, das auf der stillgelegten Fahrbahn neben der A45 zuvor aus den großen angelieferten Einzelteilen zusammengeschweißt worden ist. Der dritte Takt wird im Sommer das südliche Widerlager erreichen und so den Brückenschlag vollenden.
Vor allem die Gründung der Pfeiler und Widerlager sowie die dafür notwendigen Standflächen für Bohrgeräte stellten bei diesem Brückenneubau Herausforderungen dar. Ein sehr schwieriger Baugrund, steile Hänge sowie eine direkt neben der Brücke verlaufende Hochdruckgasleitung erforderten in den vergangenen Jahren umfangreiche Anpassungen in der Planung. Die Pfeiler und das südliche Widerlager wurden schließlich “tief gegründet”. Das bedeutet, mit einem Groß-Bohrgerät wurden Bohrpfähle, die bis zu 16 Meter tief in den Boden reichen, erstellt, die die Bauteile fest im Boden verankern. Das nördliche Widerlager konnte “flach gegründet” werden, da dort ein tragfähiger Felsuntergrund vorgefunden wurde.
Umfangreich waren zudem Hangsicherungsarbeiten, bei denen die Baugruben für den Neubau mit über 20 Meter hohen Betonwänden abgesichert werden mussten. (Siehe auch Projekt-Detail | Die Autobahn GmbH des Bundes)
Viele Arbeitsschritte folgen noch
Bis zur Fertigstellung des ersten Teilbauwerkes braucht es noch viele Arbeitsschritte. Auf die stählerne Unterkonstruktion wird eine Fahrbahnplatte gegossen. Hierzu muss ein so genannter Schalwagen gebaut und an die Brücke gehängt werden. Abdichtung und die unterschiedlichen Asphaltschichten folgen ebenso wie die technische Ausstattung der Brücke mit Entwässerungsleitungen, Geländern und Schutzplanken. Auch muss der Stahlüberbau noch einen finalen Korrosionsschutz erhalten. Viele dieser Arbeiten sind witterungsabhängig, ein genaues Fertigstellungsdatum des Teilbauwerkes kann darum noch nicht genannt werden.