Moderne Autobahn trifft historische Verkehrsader

Archäologische Untersuchungen im Vorfeld des neuen A8-Albaufstiegs liefern spannende Einblicke in die Geschichte der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg


Im Vorfeld des größten Autobahnprojekts in Baden-Württemberg, dem sechs-streifigen Ausbau des sogenannten A8-Albaufstiegs, untersuchen Archäologinnen und Archäologen derzeit bedeutende Kultur- und Bodendenkmäler auf der Albhochfläche bei Drackenstein. Die Arbeiten erfolgen im Auftrag der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest und werden vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart fachlich begleitet.

Besonders bemerkenswert ist die Freilegung eines rund 90 Meter langen Abschnitts der sogenannten Alblimes-Straße. Die römische Fernverbindung zwischen Rottweil und Heidenheim an der Brenz gilt als eine der ältesten Straßen Baden-Württembergs und wurde vermutlich bereits im 1. Jahrhundert nach Christus unter Kaiser Vespasian angelegt. Sie quert die neue A8-Trasse, die einen wichtigen Beitrag leistet, um die europäische Ost‑West‑Verkehrsachse und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu verbessern. 

Auch die Alblimes-Straße war weit mehr als eine Verkehrsverbindung. Sie bildete über viele Jahrzehnte einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur der römischen Provinz Germania Superior und markierte zugleich die Grenze zwischen dem römischen Reich und dem freien Germanien. Erst archäologische Untersuchungen des 19. und 20. Jahrhunderts konnten ihre Existenz eindeutig nachweisen. Heute gilt der Alblimes als Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung. 

Die aktuellen Grabungen bringen jedoch nicht nur römische Spuren ans Licht. Darüber hinaus wurden zahlreiche Funde aus der Bronze- und Eisenzeit entdeckt. Dazu zählen Grabstätten, Siedlungsreste und Hausgrundrisse, die auf eine frühe Besiedlung der Region hinweisen. Auch Hinweise auf keltische Siedlungsaktivitäten wurden dokumentiert.

Die archäologischen Untersuchungen sind gesetzlich vorgeschrieben und Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses für das Infrastrukturprojekt. Durch den Ausbau des neuen A8-Albaufstiegs, ergibt sich die Chance, den Baubereich systematisch archäologisch zu untersuchen. Die Baumaßnahme schafft damit nicht nur Raum für Infrastruktur, sondern sorgt auch für neue Erkenntnisse über unsere Vergangenheit.  Ziel ist es, bedeutende Bodendenkmäler fachgerecht zu dokumentieren und wissenschaftlich auszuwerten, bevor die Baumaßnahmen beginnen.

Die Arbeiten laufen voraussichtlich bis Ende des Jahres. Sie sind eng in den Gesamtzeitplan des Projekts eingebunden und führen zu keinen Verzögerungen beim Neubau des Albaufstiegs.

Der geplante Ausbau des A8-Albaufstiegs wird durch die archäologischen Untersuchungen nicht beeinflusst.

Zum Projekt: Der neue Albaufstieg wird die bislang nach Fahrtrichtung getrennten Trassen der A8 zwischen den Anschlussstellen Mühlhausen und Hohenstadt in einer neuen sechs-streifigen Autobahnstrecke zusammenführen. Die neue A8 wird durch zwei Tunnel und zwei Brücken um 3,8 Kilometer kürzer und flacher als bisher – maximal 3,5 Prozent statt 6,3 Prozent Steigung/Gefälle. 

Weitere Infos und der Animationsfilm zur neuen Strecke:  www.autobahn.de/a8-albaufstieg

Ansprechpartner

Denis Schuster

Referent für Bürgerdialog

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Südwest
Augsburger Straße 748  
70329 Stuttgart